Neue GIS-basierte Planungsmethoden für das Wassermanagement

10.02.2015

Zwischenergebnisse aus dem Disy Projekt „Integriertes Wasserressourcenmanagement im Pilotgebiet Mittlerer Olifants, Südafrika (MOSA)“...

Seit 2012 arbeitet das Karlsruher Unternehmen Disy zusammen mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft am Projekt „Integriertes Wasserressourcenmanagement im Pilotgebiet Mittlerer Olifants, Südafrika (MOSA)“. Bei der Delegationsreise im Oktober 2014 fanden die Zwischenergebnisse großen Anklang im Projektkonsortium und bei den Anwendungspartnern in Südafrika.

Wassermangel ist nicht das Problem am südafrikanischen Olifants River. Die Sommer sind zwar trocken und heiß, aber im Winter fällt ausreichend Niederschlag. Die Schwierigkeiten in der Region liegen viel mehr beim Wassermanagement. Abhilfe kann hier die Implementierung eines Prozesses schaffen, der die koordinierte Entwicklung und Bewirtschaftung von Wasser, Land und der damit verbundenen Ressourcen fördert – kurz ein Integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM). Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und koordiniert vom Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke (IEEM) wird seit 2012 im Verbundprojekt „Integriertes Wasserressourcenmanagement im Pilotgebiet Mittlerer Olifants, Südafrika“ (MOSA) ein solches IWRM am südafrikanischen Olifants River aufgebaut.

An Südafrika angepasst
In diesem Rahmen entwickelt die Disy Informationssysteme GmbH aus Karlsruhe in enger Kooperation mit dem Lehrstuhl für Umwelttechnik und Ökologie im Bauwesen (U+Ö) der Ruhr-Universität Bochum robuste und benutzerfreundliche GIS-basierte Planungsmethoden für die Priorisierung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen. Dazu wurde zunächst durch U+Ö eine zuvor im F&E-Projekt „IWRM Vietnam“ entwickelte Methode auf die Verhältnisse und Datenlage in Südafrika übertragen und angepasst. Ziel der Methode ist es, auf der regionalen Planungsebene risikobehaftete Flussteileinzugsgebiete für die Wasserqualität zu identifizieren und so die Priorisierung von Eingriffen durch wasserwirtschaftliche Maßnahmen zu ermöglichen. Die Methode beinhaltet zunächst die Bewertung der Sensitivität von Wasserressourcen und des Kontaminationspotenzials. Die sich daraus ergebenden Kontaminationsrisiken bestimmen dann das Ranking der durchzuführenden Maßnahmen.

Vollautomatisierte Prozesse
Für diese Bewertungen werden vielfältige Geodaten zur Geologie, Hydrologie, Landnutzung, Topographie usw. genutzt und weiter verarbeitet. Im Vorgängerprojekt „IWRM Vietnam“ wurden diese Datenmanipulationen in einem „konventionellen“ GIS mit vielen manuellen Arbeitsschritten durchgeführt. Im Rahmen von MOSA hat Disy eine nachhaltige Geodateninfrastruktur aufgesetzt, innerhalb derer der komplette Bewertungsprozess durch Workflows in Cadenza und eingebettetes Datenbank-Scripting automatisiert wird. Die entstehenden Bewertungen und Planungskarten können dann direkt über Cadenza Web von allen betroffenen Arbeitsplätzen in der nationalen und regionalen Verwaltung visualisiert und genutzt werden. Das Übertragen der Sach- und Geodaten nach Cadenza Mobile zur Offline-Nutzung bei Ortsterminen in unzugänglichen Gegenden stellt einen besonderen Mehrwert dar. Zusätzlich können ergänzende „Informationsprodukte“ (Management Summaries, etc.) leicht mithilfe des Cadenza Report Designers gestaltet werden. Bei Änderungen, Erweiterungen oder Aktualisierungen der Datenlage können durch die Prozessautomatisierung einfach aktuelle Planungsgrundlagen erzeugt und den Entscheidungsträgern und Fachexperten vor Ort zugänglich gemacht werden. Insgesamt steigt die Datendurchgängigkeit von der Entstehung bis zur Nutzung in den nationalen und regionalen Behörden und auch vor Ort erheblich.

Durchgängigkeit von Cadenza ist der Schlüssel
„Auch in Südafrika hat unsere Cadenza-Produktfamilie wegen der gegebenen Durchgängigkeit vom Desktop-GIS über das Web-GIS zum mobilen GIS überzeugt“, freut sich Disy-Geschäftsführer Claus Hofmann. Herr Hofmann präsentierte die oben beschriebene wasserwirtschaftliche Planungsmethode und ihre softwaretechnische Umsetzung im Oktober 2014 bei Entscheidungsträgern der Behörden vor Ort, wo beides sowohl im Projektkonsortium und als auch bei den Anwendungspartnern gelobt wurde. Von besonderem Interesse ist die mittelfristige Perspektive, durch die Nutzung von Cadenza Mobile bei Ortsbegehungen und Inspektionen auch vor Ort in unzulänglichen Gebieten mit schlechter Geodatenlage und Internet-Anbindung Sach-, Geo- und Sensordaten zu erfassen, im Büro mit dem Datenbestand in Cadenza Professional zusammenzuführen und zusammen auszuwerten und dann über Cadenza Web die Ergebnisse wieder einfach an alle Beteiligten weiterzugeben.

Cadenza Professional Planungskarten   Cadenza Web Darstellung Gesamtbewertung   Delegation Projektpartner   

Cadenza auf der Cebit
Die aktuelle Cadenza-Version wird auf der Cebit vorgestellt. Mitarbeiter von Disy stehen hier (Halle 7 Stand D62/1) im Public Sector Parc auf dem Gemeinschaftsstand „Geoinformationssysteme“ für Beratungen zur Verfügung. Termine können vereinbart werden: unter 0721/16006000 oder per E-Mail an sales(at)disy.net. Auf Anfrage werden für den Besuch bei Disy Gutscheincodes für eine kostenlose Tageskarte zugesendet.

Weitere Informationen:
http://www.iwrm-southafrica.de/