Einfaches Flächenmanagement mit der Cadenza-Fachanwendung FLOO

10.03.2014

Auf Basis des Cadenza-Fachanwendungsrahmens steht FLOO als Funktion in Cadenza Web ab sofort als neues, rein webbasiertes Planungswerkzeug allen baden-württembergischen Gemeinden zur Verfügung. Die lokalen Verwaltungen oder auch jeweils beauftragte Planungsbüros können mit dem...

Auf Basis des Cadenza-Fachanwendungsrahmens steht FLOO als Funktion in Cadenza Web ab sofort als neues, rein webbasiertes Planungswerkzeug allen baden-württembergischen Gemeinden zur Verfügung. Die lokalen Verwaltungen oder auch jeweils beauftragte Planungsbüros können mit dem Flächenmanagement-Tool FLOO vergleichsweise einfach ihre Brachflächen und Baulücken innerhalb der vorhandenen Siedlungsflächen identifizieren, erfassen und hinsichtlich möglicher Nutzungen auswerten.

FLOO wurde von Disy als eigenständige Fachanwendung speziell für diese Aufgabe entwickelt, ist jedoch vollständig in Cadenza Web integriert und kann damit als Webanwendung den vollen Funktionsumfang von Cadenza auch hinsichtlich der Darstellung und Auswertung von räumlichen Daten nutzen. Überdies wird FLOO zentral auf einem Server der Kommunalen Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) betrieben. Grundsätzlich sind alle im Umweltinformationssystem Baden-Württemberg (UIS) vorhandenen Geodaten für FLOO verfügbar.

Praktisch heißt das, die Gemeinden greifen direkt auf ihre ALK-Daten zu und nutzen digitale Orthofotos sowie notwendige Geofachdaten beispielsweise zu Überschwemmungsgebieten, um Flächenpotenziale zu identifizieren. Interessante Grundstücke können dabei in unterschiedlichen Kategorien katalogisiert werden, etwa als Baulücke, Brachfläche, Althofstelle, leerstehende Gebäude, Leerstand in einem Gebäude, untergenutzte Fläche oder als Restnutzung.

FLOO macht es dem Erfasser dabei bequem: Er kann sich allein auf die aufgrund der Geodaten und seiner Ortskenntnis ermittelten, wirklich nutzbaren Flächen konzentrieren und diese einfach per Mausklick einzeichnen. FLOO liefert zugehörige Gemarkung, Straßenname, Flurstücksnummer und Flächengröße automatisch dazu. So lassen sich auch Grundstücke teilen, wenn neue Bebauungen nur in Teilbereichen möglich sind, oder mehrere Grundstücke zu einer Planungsfläche zusammenfassen. Weitere Sachdaten, wie zum Beispiel Angaben zum Planungsrecht, eine Beurteilung der Infrastrukturanbindung der Flächen oder die Angabe eines bekannten Altlastenverdachts, können mittels entsprechender Eingabemasken ebenfalls hinterlegt werden.

So kann jede Gemeinde mit FLOO sukzessive ein eigenes Flächenpotenzialkataster aufbauen, das dank Cadenza-Web-Integration zudem von Beginn an über umfangreiche Auswertemöglichkeiten verfügt. Man kann sich zum Beispiel nur Baulücken oder eben alle Flächenpotenziale anzeigen lassen. Auch Flächengröße, kommunales Eigentum, aktuelle Nutzung, zulässige Art der Nutzung oder jede andere erfasste Eigenschaften kann als Recherchekriterium dienen und ist beliebig mit jeder anderen Information kombinierbar.

Die so erzeugten Auswertungen lassen sich in Form von Karten, Exceltabellen oder PDF-Berichten ausdrucken und weiter verarbeiten. Auch Shapefiles mit den Flächenumrissen und Daten der Flächenpotenziale liefert FLOO.

Hintergrund für die Entwicklung des Werkzeugs ist der erklärte Wille der Landesregierung, den Flächenverbrauch zu senken. Zahlen von 2011 zeigen, dass in Baden-Württemberg jeden Tag über sechs Hektar Fläche neu in Anspruch genommen werden durch den Bau von Straßen und Häusern. Die verstärkte Wiedernutzung bereits in Anspruch genommener, aber aktuell brachliegender Flächen soll dieser Entwicklung entgegen wirken. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) hat deshalb im Auftrag des Umweltministeriums Baden-Württemberg die Entwicklung von FLOO geleitet.

Weitere Informationen und Screenshots unter http://www.disy.net/nc/aktuelles/newsartikel/artikel/2765.html.