Hertener Stadtwerke: Cadenza für integrierte Datenauswertung

25.02.2014

Herterner Stadtwerke: Cadenza für integrierte Datenauswertung...

 
Manchmal sind es ganz einfache Fragen, die deutlich machen, welche Vorteile die integrierte Datenauswertung mit Cadenza bietet. „Wir sollten alle Stellen ermitteln, an denen unsere Gasleitungen fünf Meter oder weniger von einem Baum entfernt liegen“, erinnert sich Klaus Berns, Leiter des GIS-Zentrums der Hertener Stadtwerke GmbH, an die Anfrage. Theoretisch eine simple Verschneidung des Leitungskatasters mit dem Baumkataster, praktisch aber sei das vor der Einführung von Cadenza ein ziemlicher Aufwand gewesen, da die erforderlichen Daten in verschiedenen Datentöpfen vorliegen und mehr oder weniger händisch zusammen gebracht werden mussten. „Mit Cadenza hatten wir recht schnell die Auflistung mit Kartendarstellung“, berichtet Berns. Eine vergleichsweise simple Abfrage genügte, um die Daten zusammenzubringen.

Diesem Alltagskomfort war allerdings ein durchdachtes Einführungsprojekt von Cadenza bei dem nordrhein-westfälischen Energieversorger, der rund 62.000 Menschen mit Strom, Gas und Fernwärme versorgt, vorausgegangen. Schon seit Langem wird hier Smallworld GIS zur geografischen Dokumentation des Leitungsnetzes verwendet. Zusätzlich kommt der Technische Betriebsmanager (TBM) des Anbieters ESN als Software für das Wartungs-, Instandhaltungs- und Störungsmanagement in allen Sparten zum Einsatz.

Über mehrere Projektphasen baute die Abteilung GIS-Zentrum der Hertener Stadtwerke GmbH sukzessive auf Basis von Oracle ein Data Warehouse auf, um beispielsweise auch Daten der Stadtplanung, des Katasteramtes oder der Stadt Herten zu integrieren, welche jeweils eigene Fachanwendungen auf Basis unterschiedlicher GIS-Software betreiben. Die zentrale Rolle des GIS-Zentrums im „Konzern Stadt Herten“ war dabei von Vorteil.

Das Data Warehouse dient daher heute als Geodatenserver, mit welchem die jeweiligen GIS- sowie die TBM-Anwender im Konzern Herten verbunden sind. „Aber bei fachübergreifenden Datenauswertungen stießen wir schnell an die Grenze unsere Möglichkeiten“, beschreibt Berns die Ausgangssituation. Die Anforderungen an die Auswertungen stiegen kontinuierlich an, vor allem durch die Bundesnetzagentur. Hintergrund ist die so genannte Anreizregulierung. Dabei verschafft sich die Bundesnetzagentur einen Überblick zu den Kostenstrukturen aller Netzbetreiber und legt den Effizientesten als Maßstab für die Genehmigung der Netzentgelte fest. Um dabei nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, werden die Verteilnetzbetreiber in Gruppen mit ähnlichen Strukturen und Eckdaten eingeteilt. Diese Daten allerdings müssen die Netzbetreiber in Form von regelmäßigen Jahresberichten selbst zur Verfügung stellen. Gefragt sind neben den kaufmännischen Angaben auch zahlreiche Informationen, wie beispielsweise zur Netzlänge, zur Anzahl der Hausanschlüsse, aber auch zum Versorgungsgebiet und zu den Jahreshöchstlasten der Verbräuche. „Damit war ein Mitarbeiter stets einige Wochen beschäftigt“, sagt Berns.

Heute kann mithilfe von Cadenza der Jahresbericht mit wenigen Mausklicks schnell erstellt werden. Das Reporting-Werkzeug von Disy setzt dabei am Data Warehouse an. Die eigentliche Hürde war es, die Objektstrukturen zwischen den Smallworld- und TBM-Daten mit dem für die geplanten Auswertungen notwendigen Datenmanagement von Disy zu verknüpfen. Zahlreiche für die Analyse benötigte Attributfelder lagen im TBM gewissermaßen als verstreute Daten in verschiedenen Tabellen vor. Nur an dieser Stelle war das Know-how von Disy gefragt, die eigentliche Konfiguration von Cadenza kann das GIS-Zentrum indessen gut selbst leisten.

Inzwischen gewinnt Cadenza im Konzern Stadt Herten immer mehr an Bedeutung bei den internen Auswertungen des Versorgungsunternehmens, die aus zahlreichen Gründen mal geplant, mal eher ad hoc erfolgen und das GIS-Zentrum beschäftigen. Das sind beispielsweise Anfragen nach der Anzahl der Gebäude mit Gas- und/oder Fernwärmeanschluss in einem bestimmten Stadtteil sowie monatliche Auswertungen zur Störungsstatistik bei der Straßenbeleuchtung oder eben die Frage, an welcher Stelle Gasleitungen und Bäume möglicherweise zu dicht aufeinander treffen, so dass ein Wurzelwerk die Leitung bedroht. „Im Moment diskutieren wir schon, ab wann sich der Einsatz von Cadenza Web lohnt oder ob wir die Anfragen weiterhin im GIS-Zentrum abarbeiten“, sagt Berns. Denn dass der Auswertungsbedarf weiter steigen wird, steht für ihn außer Frage – selbst wenn die Anforderungen der Bundesnetzagentur wider Erwarten nicht steigen sollten, gibt es in anderen Bereichen innerhalb des Konzerns Stadt Herten viel Potenzial für den Einsatz von Cadenza.

Übersichtliche Darstellung der Leitungsabschnitte in einem bestimmten Stadtteil Diagrammauswertung nach Kabeltypen in einem bestimmten Stadtteil Beispiel mit Lage der Kabelabschnitte, Deckeln und Schächten sowie einer Open Street Map-Karte im Hintergrund

Weiterführende Infos:

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