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Entwicklungshilfe für eGovernment und eHealth Digitalprojekte in Partnerländern

| Autor: Susanne Ehneß

Der Ausschuss „Digitale Agenda“ infomiert über den Status quo von Digitalprojekten in Partnerländern.

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Unter anderem an der Elfenbeinküste wird die Ausbildung von Digitalzentren gefördert
Unter anderem an der Elfenbeinküste wird die Ausbildung von Digitalzentren gefördert
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Der Ausschuss unter Vorsitz von Hansjörg Durz (CSU) hat sich mit der Digitalisierung in der Entwicklungshilfe und Auswirkungen auf die Menschenrechte befasst. Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) gab Auskunft über die Vorhaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im afrikanischen Raum: „Derzeit laufen 480 Projekte in Partnerländern, die man als Digitalprojekte bezeichnen könnte.“ Diese umfassen laut Müller Verkehrs- und Infrastrukturprojekte, wie etwa die Belieferung abgelegener Gebiete Tansanias und in der zentralafrikanischen Republik mithilfe von Drohnen, aber auch Projekte im Gesundheitssektor oder der Innovationsförderung.

Förderung von Digitalzentren

In einigen Ländern, darunter Tunesien, Marokko, Äthiopien, Elfenbeinküste, Ghana und dem Senegal werde die Ausbildung von Digitalzentren für nachhaltige Entwicklung gemeinsam mit Kooperationspartnern gefördert. Eine Initiative für die Start-up-Gründung unterstütze zudem 600 lokale Start-ups, so Müller. Auch die Entwicklung einer „Bildung-Cloud“, durch die Bildungsinhalte für Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem Standort auf der Welt bereitgestellt werden könnten, sei ein Ziel in seinem Ministerium, so Müller.

Gesundheitswesen

Ein weiteres Feld seien die Wissenschaftskooperationen zwischen Universitäten, etwa beim Austausch von Curricula, aber auch zwischen Krankenhäusern, beim Austausch über Patientendaten, Therapien und beim virtuellen Operieren, sagte der Minister.

Verwaltungsreformen

„Enorme Chancen“ gebe es auch im Bereich der Verwaltungsreformen. „In Tunesien ist es gelungen, die Verwaltung mithilfe von SAP auf digitale Verwaltungsstrukturen umzustellen“, erläutert Müller.

Einflussnahme

Müller verwies aber auch darauf, dass die Digitalisierung in vielen Ländern Risiken berge, was den Einfluss von autoritären Regimen und großer Konzerne auf die Indoktrination, den Datenmissbrauch und das Konsumverhalten der Menschen angehe. „Eine weitere Frage ist, wer Zugriff auf die Informationskanäle der Menschen vor Ort hat“, gab Müller zu bedenken.

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