Highspeed-Internet statt „Breitband light“

Digitalisierung: Wie das Land zum „Smart Country“ wird

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Rainer Helle unterstützte die Forderungen des Bundestagsabgeordneten: „Wir können politisch nicht akzeptieren, dass es für den ländlichen Raum nur „Breitband light“ gibt.“ Helle betonte, insbesondere beim Glasfaserausbau im ländlichen Raum sei eine „intelligente Vernetzung aller Akteure“ notwendig. Besonders Stadtwerke sowie Kommunen und lokal/regional tätige Netzbetreiber seien hier kompetente Ansprechpartner.

Breko-Vorstandsmitglied Valentina Daiber stützte die Aussage Helles: „Lokale und regionale Netzbetreiber gehen auf spezifische Besonderheiten vor Ort ein und sorgen für innovativen Wettbewerb.“ Daiber erwähnte auch, dass die Breko-Netzbetreiber Infrastrukturinvestitionen von mehr als 1,5 Mrd. Euro pro Jahr leisten würden.

Die alternativen Netzbetreiber in Deutschland, so Daiber unter Bezug auf Zahlen des WIK-Instituts, wollten bis zum Jahr 2018 mehr als 9 Mrd. Euro in den flächendeckenden Breitbandausbau investieren und auf diesem Wege zusätzliche 11,2 Mio. Haushalte mit schnellen Internetanschlüssen versorgen.

Fairer Wettbewerb aller Marktteilnehmer

Rainer Helle sprach sich unterdessen für eine eingehende Prüfung des von der Deutschen Telekom am Montag eingereichten Antrags zum exklusiven Einsatz von VDSL2-Vectoring im sogenannten HVt-Nahbereich aus. Dieser würde dazu führen, dass Wettbewerber des Bonner Ex-Monopolisten in einem durchschnittlichen Radius von 550 Metern um die bundesweit rund 7.900 Hauptverteiler kein VDSL2 mehr – und damit künftig auch kein VDSL2-Vectoring – anbieten könnten. „Es darf nicht zu einer Einschränkung des Wettbewerbs kommen“, sagte Helle.

Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers betonte, der flächendeckende Breitbandausbau könne nur im Zusammenspiel aller Marktteilnehmer zu fairen und diskriminierungsfreien Bedingungen erfolgen. Es gebe keinen vernünftigen Grund dafür, dass die Deutsche Telekom die innovative Vectoring-Technologie im Nahbereich um die Hauptverteiler exklusiv – und damit ohne Beteiligung des Wettbewerbs – einsetzen dürfe.

Dass der Ausbau mit ultraschnellen Glasfasernetzen insbesondere auch dem ländlichen Raum nützen würde, zeigte Till Meyer von der Zukunftsagentur Brandenburg auf. „Wertschöpfung kann auch in der Pampa erfolgen“, sagte Meyer. Die Politik müsse die Chancen der Digitalisierung nutzen; auf diesem Wege könnten zahlreiche (Tele-) Arbeitsplätze auf dem Land geschaffen werden. Eine digitale Spaltung müsse unbedingt verhindert werden.

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