Staatliche Förderungen Digitalisierung von Kulturangeboten

Autor: Ira Zahorsky

Die Kulturszene leidet besonders unter den Corona-Maßnahmen. Die Angebote zu digitalisieren, ist für viele überlebenswichtig. Staatliche Förderprojekte sollen Museen und anderen Kulturangeboten bei der Digitalisierung helfen.

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Kulturangebote versuchen, durch die Digitalisierung ihrer Angebote zu überleben. Staatliche Förderungen können helfen.
Kulturangebote versuchen, durch die Digitalisierung ihrer Angebote zu überleben. Staatliche Förderungen können helfen.
(© Seventyfour - stock.adobe.com)

Wie alle anderen Kulturangebote sind auch Museen von den Corona-Lockdowns betroffen. Größere Einrichtungen haben begonnen, ihre Ausstellungsstücke zu digitalisieren, um sie wenigstens online für Besucher zugänglich zu machen. Doch kleinen und mittelgroßen oder nicht-staatlichen Museen fehlt es oft an Geld, Zeit und Personal, um diese Aufgabe zu stemmen. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst will hier mit Förderungen helfen.

Im Auftrag des Ministeriums begleitete die MFG Baden-Württemberg im Rahmen des Coachingprogramms „Museen im Wandel II“ vier mittelgroße Museen bei der Entwicklung und Umsetzung publikumsorientierter digitaler Angebote. Je nach Bedarf wurden die Teilnehmer mit Coachings, Workshops und Webinaren unterstützt. Entstanden sind dabei folgende Projekte:

  • Die Forscherfabrik Schorndorf programmierte eine interaktive Lern-App für den Einsatz im Grundschul-Klassenzimmer.
  • Das Freilichtmuseum Beuren entwarf ein digitales Erlebnisbuch für den Familienbesuch im Museumsdorf.
  • Das Museum Humpis-Quartier aus Ravensburg will mit der AR-Anwendung der „Blaue Erker“ in einer „Zeitreise“ die Bohlenstube der Familie Humpis neu erfahrbar machen.
  • Das Museum Ritter drehte eine Videoreihe für das Marketing von Ausstellungen.

Vor welchen Herausforderungen die Museen standen, welche Erfahrungen gesammelt wurden und wie es jetzt weitergeht, zeigt das Video des Online-Abschlussevents:

Über Museen im Wandel II

Mit dem Coachingprogramm „Museen im Wandel II“ unterstützt die MFG Baden-Württemberg nichtstaatliche Museen in kleinen und mittelgroßen Städten dabei, publikumsorientierte digitale Angebote zu entwickeln und umzusetzen. Dabei liegt der Fokus auf der schnellen Anwendung in der Praxis. Gefragt sind digitale Maßnahmen, die bestehende Sammlungen, aktuelle Ausstellungen oder geplante Initiativen zielgerichtet und nachhaltig ergänzen, beispielsweise digital gestützte Kommunikationsaktivitäten, digitale Vermittlungsprogramme oder Ausstellungserweiterungen im digitalen Raum.

300 Kultureinrichtungen erhalten Förderung

Das Programm KULTUR.GEMEINSCHAFTEN ist ein gemeinsames Förderprogramm für digitale Content-Produktion in Kultureinrichtungen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Kulturstiftung der Länder. Insbesondere kleinere, auch ehrenamtlich geführte Kultureinrichtungen sowie Projektträger mit eindeutig kultureller Ausrichtung sollen durch das Programm kurz- und mittelfristig in die Lage versetzt werden, ihre Arbeit sowie die Ergebnisse ihrer Arbeit digital zu dokumentieren, gegebenenfalls inhaltlich sowie technisch aufzubereiten und in ansprechender Form im Internet und in den sozialen Medien zu veröffentlichen.

300 von 677 Einrichtungen wurden nun von einer Jury aus der letzten Bewerbungsrunde ausgewählt und werden bei der Realisierung jeweils zweier digitaler Projekte unterstützt. Insgesamt steht für das Programm KULTUR.GEMEINSCHAFTEN eine Fördersumme von elf Millionen Euro zur Verfügung. Zehn Millionen werden aus dem Zukunfts- und Rettungsprogramm des Bundes finanziert, eine Million kommt von der Kulturstiftung der Länder.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS