AKDB Kommunalforum 2016

„Digitalisierung macht vor Kommunen nicht Halt“

| Autor / Redakteur: Frank Zscheile / Manfred Klein

(Bild: Frank Zscheile)

Wie staatliche Institutionen und kommunale Einrichtungen mit dem rasanten Tempo der digitalen Transformation mithalten können – diese Frage schwebte über dem 2. Kommunalforum der AKDB am 18. Oktober in der BMW Welt in München.

Der IT-Lösungsanbieter und seine Partner zeigten auf der Veranstaltung neue und erweiterte Softwareprodukte für die digitale Verwaltung. Dazu kamen Kommunen wie Augsburg und Ingolstadt, die eigene eGovernment-Ansätze vor stellten. Und ein ganzer Vortragsslot widmete sich dem Thema „Datenschutz und IT-Sicherheit“.

Rund 900 Landräte, Bürgermeister, IT- und Hauptamtsleiter sowie Sachbearbeiter/innen aller Verwaltungsebenen fanden den Weg in die BMW Welt; das Kommunalforum war damit restlos ausgebucht.

Schwerpunktthema des Eröffnungsprogramms war der digitale Transformationsprozess, der auch vor Kommunen und deren IT nicht Halt macht. Die mit der Digitalisierung verbundenen größten Herausforderungen für die Öffentlichen Verwaltungen wurden getreu dem Veranstaltungsmotto „Digitale Verwaltung – sicher und serviceorientiert“ in vier parallel stattfindenden Fachforen sowie Podiumsdiskussionen erörtert.

Digitale Zusammenarbeit beim Asylverfahren

„Deutschland braucht eine digitale Verwaltungslandschaft, die föderale Grenzen überwindet“, so die zentrale Forderung von Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesinnenministerium und IT-Beauftragter der Bundesregierung, die er auf dem AKDB-Forum eindrücklich unterstrich. Dass dies durchaus bereits funktioniere, zeige das aktuelle Beispiel des Asylverfahrens. Krankte dies anfangs noch an redundanter Datenerfassung durch nicht miteinander vernetzte Verwaltungseinheiten, so seien Bund, Länder und Kommunen durch Mittel der Digitalisierung hier inzwischen entscheidend vorangekommen.

„Diese Zusammenarbeit muss aber auch ohne aktuelle Krise funktionieren“, erklärte Vitt. Desweiteren sei es entscheidend für eine Akzeptanz von Online-Angeboten durch den Bürger, dass diese einen direkten Nutzen erzeugen und sehr anwenderfreundlich sind nach dem Motto: mit drei Klicks zum Ziel.

Ausbau der Infrastruktur

Den bayerischen Weg zur Digitalisierung von Verwaltungsleistungen skizzierte in München Dr. Rainer Bauer, Ministerialdirigent im Bayerischen Finanzministerium. Dass dieser zunächst in der Bereitstellung der geeigneten Infrastruktur besteht, belegen aktuelle Zahlen etwa im Bereich Breitbandausbau: 96 Prozent der insgesamt 1.964 bayerischen Gemeinden sind inzwischen in das Förderverfahren eingestiegen; beim Ausbau von Bayern WLAN unterstützt der Freistaat die Kommunen mit rund zehn Mio. Euro bei der Ersteinrichtung und auch in Sachen Mobilfunk und Telefonieausbau sei man auf einem guten Weg, so Bauer.

Unkomplizierter Zugriff auf Behördendienstleistungen

Dies bestätigte Dr. Christian Löbel, Oberbürgermeister in Ingolstadt. Auf einer Podiumsdiskussion mit ihm, Rainer Bauer, AKDB-Vorstandsvorsitzendem Alexander Schroth und Dr. Herbert Vogler von der IHK München/Bayern kündigte der OB eine vollständige Verkabelung von Ingolstadt bis 2019 an. Gerade Boom-Regionen, in denen viele junge Ingenieure wohnen, müssten einen schnellen und unkomplizierten Zugriff auf Behördendienstleistungen im Zuge des eGovernment gewährleisten, dies erwarte diese Klientel mehr als jede andere.

Am Rande der Veranstaltung informierte Alexander Schroth auch über den Fortschritt bei der Umsetzung der eigenen Softwarelösungen auf die neue Java-basierte Produktgeneration SYNERGO vor, der Stück für Stück umgesetzt werde. „Gerade in Bürgerbüros braucht man einheitliche Oberflächen, über die man zentralen Zugriff auf verschiedene Fachverfahren hat“, so der AKDB-Vorstandsvorsitzende.

Der Anbieter stellte auf seinem Kommunalforum neue Softwarelösungen und IT-Dienstleistungen erstmals der Öffentlichkeit vor. Mit dem Tera Objektmanager überführt die AKDB ihre Produktfamilie Terawin-Expert in die nächste Generation, verknüpft Sachdaten aus Tera und Alkis-Gebäudedaten mit GIS-Auskunftsfunktionen und bietet so ein neues kommunales Objektmanagement von Grundstücken und Gebäuden. Im Finanzwesen übernimmt das neue „Servicecenter Finanzwesen“ Arbeiten, die im täglichen Ablauf kommunaler Finanzverwaltungen anfallen.

Das AKDB-Kommunalforum findet im Zweijahresturnus im Wechsel mit der Kommunale in Nürnberg statt, das nächste Mal also 2018.

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