Branchenkompass Public Services 2015

Digitalisierung macht Behörden effizient

| Redakteur: Manfred Klein

Auch die Konsolidierung hin zu ­einer einheitlichen IT-Infrastruktur besitzt für die Entscheider weiterhin eine hohe Priorität. Über 80 Prozent der Befragten planen entsprechende Vorhaben. Bei Landes- und Bundesbehörden liegt der Anteil sogar noch etwas höher.

Die Erwartungshaltung, die im Zuge einer Konsolidierung entsteht, ist dabei sehr vielfältig. Ein wichtiges Argument sind hier die deutlich geringeren Steuerungsaufwände, die im Zuge der Konsolidierung entstehen. Zudem wird die Anzahl an Schnittstellen unterschiedlicher Systeme geringer und der Wartungsaufwand sinkt.

Hinzu kommt, dass zunehmend in Standardlösungen investiert wird, die in der Entwicklung und im Betrieb häufig kostengünstiger sind. Nebenbei besteht mit konsolidierten IT-Systemen auch die Möglichkeit, Dienste behördenübergreifend verfügbar zu machen.

Die Konsequenz einer Konsolidierung der IT-Infrastruktur und der Weg hin zu einheitlichen Standardlösungen sind Gründe, warum die Bereitschaft seitens der Verwaltungen mit Blick auf Kooperationen und das Outsourcing an privatwirtschaftliche Dienstleister zurückgeht. Nur noch knapp 40 Prozent der Befragten können sich das in den nächsten Jahren vorstellen oder wollen es umsetzen. Vor allem Kommunen sind in dieser Hinsicht skeptisch und bevorzugen dann interkommunale Kooperationen. Landes- und Bundesbehörden haben hier weniger Berührungsängste.

Auch die Bereitschaft, in den kommenden drei Jahren wenigstens einen Teil der Verwaltung auszulagern, ist gesunken. Nur noch die Hälfte der Entscheider ist zum Outsourcing an ein staatliches oder privates Dienstleistungsunternehmen bereit.

Immerhin mehr als ein Drittel der Entscheider plant, den Betrieb und die Wartung von Applikationen in Form einer Public Private Partnership, einer vollständigen Auslagerung oder eines Shared-Service-Centers auszugliedern. Ein genauso hoher Anteil hat dies für das eigene Rechenzentrum vor. Weniger als ein Viertel der ­Befragten kann es sich vorstellen, das IT-Servicemanagement an externe Dienstleister zu vergeben.

Zentrale Services

Noch geringer ist der Anteil, der bis 2017 zentrale, telefonische Dienstleistungen bei einem externen Anbieter einkaufen möchte – ebenfalls deutlich weniger als vor zwei Jahren. Diese Entwicklung ist wohl auf die erfolgreiche Einführung der Behördennummer 115 zurückzuführen.

Ergänzendes zum Thema
 
Bestandsaufnahme eGovernment

Gerade dieses Beispiel zeigt, dass zentral angebotene Dienstleistungen für beide Seiten große Vorteile bringen. Der Bürger, aber auch die Verwaltungen profitieren von einem einfachen Zugang zu allen Behördendienstleistungen. Die ­Behörden wiederum umgehen unnötigen Aufwand durch den Betrieb eigener Rufnummern. Damit finden auch Bürger leichter den für sie richtigen Ansprechpartner und Fehlleitungen werden vermieden. Diese Effizienzsteigerung wird durch das vom IT-Planungsrat beschlossene zentrale Servicekonto im eGovernment erweitert.

Die Planungen sehen vor, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen ein Servicekonto einrichten können und dieses bequem für die verschiedenen Online-Dienste von Bundes-, Landes- und kommunalen Behörden nutzen. Entsprechend muss der Bürger nicht mehr bei jedem Dienst Name und Anschrift neu eingeben und kann somit beispielsweise auch seinen neuen Personalausweis für Verwaltungsvorgänge nutzen, um nicht mehr persönlich erscheinen oder unterschreiben zu müssen.

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