„Software, Daten und Menschen“

Digitalisierung ist ein politisches Thema geworden

| Redakteur: Susanne Ehneß

Wird mit den neuen Koalitionen nun alles anders?

MACH-Vorstand Rolf Sahre
MACH-Vorstand Rolf Sahre (Bild: MACH AG)

Sahre: Ich bin zuversichtlich, dass nach den Wahlen das Rad nicht wieder zurückgedreht wird. Ich glaube, das Thema Digitalisierung wird sich eher weiter beschleunigen. Wir haben hier in Schleswig-Holstein eine sehr engagierte Landesregierung kennengelernt, die mit Beteiligten aus Politik und Wirtschaft eine digitale Agenda aufgestellt hat, die wiederum neue Arbeitsplätze und völlig neue digitale Angebote geschaffen hat. Ich bin mir sicher, dass auch die neue Koalition diesen Ansatz weiterverfolgen wird.

Welche weiteren aktuellen Entwicklungen nehmen Sie am Markt wahr?

Sahre: Als mittelständisches Unternehmen glauben wir, dass die Zeit der großen Monolithen vorbei ist. Es wird in Zukunft eher darum gehen, interoperable Lösungen anzubieten, die mit anderen Branchenlösungen gut zusammenarbeiten. Das geht auf Dauer nur über eine Zusammenarbeit mit anderen Anbietern. Ob jetzt unser ERP-System mit einer eAkten-Lösung zusammenkommt oder ob unsere eAkte in Verbindung mit anderen Archivierungssystem zusammenarbeitet – hier entscheidet allein der Kunde. Und der erwartet zu Recht, dass solche „Ökosysteme“ dann auch funktionieren. Mit bestimmten Partnern können wir diese hohe Interoperabilität bereits jetzt erfolgreich umsetzen.

Zusammenarbeit mit Partnern – ist das der Schlüssel zum Erfolg für die MACH AG?

Sahre: In der Tat haben wir in den vergangenen Jahren eine Neuorientierung vollzogen, was die Zusammenarbeit mit Partnern betrifft. Ein wesentlicher Aspekt in diesem Zusammenhang war und ist die Tatsache, dass für unser Unternehmenswachstum – das sich in den vergangenen Jahren sehr erfreulich gestaltet hat – in der Zukunft die Zusammenarbeit mit Partnern bzw. in Konsortien notwendig ist.

Es zeigt sich immer mehr, dass die erfolgreiche Bewältigung von Großprojekten in solchen Konstellationen einfacher zu realisieren ist. Das gilt übrigens für alle Beteiligten. Man versucht also schon bei Beginn einer Vergabe gemeinsam an den Start zu gehen. In diesem Zusammenhang kommen dann eben oft Partnerschaften zum Tragen, wie zum Beispiel unsere Zusammenarbeit mit Materna.

Wie geht man bei der MACH AG in diesem Zusammenhang mit dem Thema Standardisierung um?

Sahre: Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist ja, ob sich Standardisierung in der IT zu einem Bedrohungsszenario auswächst oder ob sich daraus sogar eine Chance für mittelständische Anbieter ergibt. Bei den Standards kann man meiner Meinung nach schnell einen Haken machen. Gerade die IT-Wirtschaft braucht solche Standardisierungen, wenn sie zukunftssichere Produkte entwickeln soll.

Natürlich läuft das selten ohne Herausforderungen ab. Denken Sie nur an den eRechnungsstandard ZUGFeRD, den die Industrie lange forciert hat, und nun kommt die Verwaltung mit XRechnung. Das zeigt, dass wir bei dem Thema Standardisierung noch nicht wirklich angekommen sind – das können wir noch besser. Aber das ist keine Bedrohung, sondern eher ein Enabler, wenn der Standard erstmal steht.

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