Interview

Digitalisierung erzwingt Neuorientierung

| Autor: Manfred Klein

Sie kommen ja aus der Wissenschaft, sind aber seit fünf Jahren bei CSC, wie nehmen sie die Unternehmenskultur war?

Müller: Wir brennen für den öffentlichen Sektor. In der heutigen Zeit für Kunden in der deutschen Verwaltung arbeiten zu dürfen, ist ein großes Privileg. Hier wird entschieden, ob wir es schaffen, die Digitalisierung vernünftig und menschengerecht hinzubekommen. Dieses Denken liegt CSC im Blut. Wir wurden 1959 als Computer Sciences Corporation gegründet, um die NASA auf den Mond zu bringen, nur 15 Jahre nachdem Thomas Watson argumentiert hat, der Weltmarkt braucht nur fünf Computer. Unser Motto ist „Delivering Innovation together“. Es geht uns darum, unprätentiös und unaufgeregt, gemeinsam mit unseren Kunden an der Entwicklung und Umsetzung von Innovationen sowohl als Berater als auch als IT-Dienstleister mitzuwirken.

CSC geriet ja in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mal in die Schlagzeilen als „NSA-Dienstleister“ ...

Müller: Das stimmt, das hat uns sehr beschäftigt. Die Snowden-Enthüllungen haben uns allen bewusst gemacht, wie wichtig IT-Sicherheit für unsere vernetzte Welt geworden ist. Wir haben in den letzten Jahren eine multidisziplinäre Kompetenz aufgebaut und können IT-Sicherheit durch das Zusammenspiel aus technischen, personellen und vertraglichen Maßnahmen realisieren. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, deutlich zu machen, dass absolut kein Risiko besteht, dass Kundendaten an US-Behörden gegeben werden. Wir unterliegen ebenso, wie jedes andere deutsche Unternehmen, ausschließlich den deutschen Gesetzen respektive den in Deutschland direkt anwendbaren Vorschriften des EU-Rechts. Es gibt aufgrund unserer Unternehmensstruktur auch keine faktische Möglichkeit unserer Muttergesellschaft in irgendeiner Form Druck aufzubauen, um die Geschäftsführung der CSC Deutschland GmbH zur Herausgabe von Daten zu zwingen. Wir werden aber noch weiter gehen. Im November werden wir den Teil unserer Firma, der für den amerikanischen Public Sector arbeitet, vollständig juristisch von dem Rest der Firma abspalten und als eigenständige AG an den NY Stock Exchange bringen.

Was liegt Ihnen in Ihrem neuen Aufgabengebiet besonders am Herzen?

Müller: Die Frage der durch Digitalisierung ermöglichte Verwaltungstransformation ist eine der ganz großen Fragen. Ich empfinde es als ein Privileg, hier einen kleinen Beitrag leisten zu dürfen. Den Humanismus von Digitalisierung wiederum merke ich vor allem im Privaten. Wir haben in der Familie eine WhatsApp-Gruppe, in der wir unsere kleinen und großen Erlebnisse teilen. Letzte Woche, als meine Frau auf Klassenfahrt in Venedig war, ich im Bundestag in Berlin und meine drei Kinder eine Pasta-Party zu Hause machten, waren der Austausch von Bildern über WhatsApp fast so, als ob wir alle zusammen wären. Ein magischer Moment.

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