20. Ministerialkongress von BearingPoint

Digitalisierung der Verwaltung ist ein Muss

| Autor: Manfred Klein

Weiteres großes Thema des Kongresses war die Umsetzung der Digitalen Agenda. Der Tenor der Teilnehmer hier: Tolle Agenda, aber de facto passiert kaum etwas.

Das zeige sich zum Beispiel am definierten Vorhaben die 100 wichtigsten Dienstleistungen zu digitalisieren und online für alle Bürger verfügbar zu machen. Bislang bestehe lediglich ein Flickenteppich an digitalen Dienstleitungen ohne homogene Prozesse und IT-Systeme.

Die Online-Dienstleistungen sollten aber in Cottbus genauso wie in München angeboten werden, so ein Kongressteilnehmer.

Als Beispiel eines wichtigen Großprojekts im Bereich Verwaltungsmodernisierung wurde vielfach die Bundesrechenzentrumskonsolidierung genannt. Zum 1. Januar 2016 werden auf Druck der Politik die drei großen IT-Dienstleister des Bundes fusionieren – eine einmalige Chance, ressortübergreifend IT-Systeme zusammenzubringen.

Denn die Digitalisierung der Verwaltung sei keine Revolution, sondern eine Evolution. Es gehe nicht um den Big Bang, sondern darum, in vielen kleinen bundesweit abgestimmten Schritten und Teilprojekten die Verwaltung insgesamt handlungsfähiger und effizienter zu machen.

Dies könne nur durch eine stärkere bundesweite Vernetzung und Zentralisierung von Dienstleistungen, bessere IT-Lösungen und Plattformen sowie weniger Barrieren gelingen, so ein Teilnehmer. In anderen Bereichen der Wirtschaft werde im Zusammenhang der Digitalisierung häufig der Begriff Disruption verwendet – technologische Innovationen, die die Regeln der Branche radikal verändern.

Die Verwaltung jedoch tue sich schwer, disruptive Innovationen zu erzeugen oder zu nutzen. Es fehlt oft an wirklichem Veränderungsdruck oder -anreiz. Bei Krisen oder größeren Herausforderungen wie der Wiedervereinigung, der Finanz- und Eurokrise – und hoffentlich jetzt in der Flüchtlingskrise – haben Politik und Verwaltung jedoch bewiesen, dass sie schnelle Entscheidungen treffen können.

Der Zeitpunkt für eine Beschleunigung der Digitalisierung ist günstig. Viele Verfahren stehen heute einer höheren Effizienz und Agilität der Verwaltung entgegen. Behörden dürfen nicht dauerhaft an allen traditionellen Aufgaben und Prozessen kleben.

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