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Digitalisierung der Stasi-Unterlagen

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Bundesarchiv

Auch im Bundesarchiv ist die Digitalisierung im Gange. Dort ersetzt sie die Mikroverfilmung als wichtigstes Instrument der Bestandserhaltung. „Gerade für in seinem Erhaltungszustand besonders gefährdetes Archivgut, mit dessen Digitalisierung nicht ohne weiteres externe Dienstleister beauftragt werden können, benötigt das Bundesarchiv eigenständige Digitalisierungsstrecken, die sich zum Teil bereits im Aufbau befinden“, heißt es dazu.

Die Gesamtmenge der zu digitalisierenden Daten gibt die Bundesregierung mit knapp 340 laufenden Kilometern Schriftgut und über 150.000 Filmtiteln an. Diese Aufgabe sei daher „nur langfristig lösbar“.

Das Bundesarchiv habe bis heute knapp 40 Millionen Seiten Archivgut, über 300.000 Fotos und mehr als 150 Stunden Film digitalisiert. Die Kosten für die Digitalisierung (inklusive der Kosten für Personal, Investition in IT- und sonstige Speicher- und Geräteinfrastruktur, Wartung und Unterbringung) können in Anbetracht der Datenmengen und der Dynamik auf diesem Markt nur für „tatsächlich absehbare Portionen und Zeiträume“ veranschlagt werden.

Umsetzung der Digitalstrategie

Wie Bundesregierung mitteilt, wurde die 2006 veröffentlichte und 2011 aktualisierte Digitalisierungsstrategie für das Bundesarchiv in der Zwischenzeit durch „gleichermaßen flexiblere wie konkretere Methoden und Vorhaben abgelöst“. „Die wesentlichen Herausforderungen bei der Digitalisierung liegen in der Bewältigung der Menge des zu digitalisierenden Materials und folglich in der Frage der Priorisierung“, heißt es.

Das Bundesarchiv habe dabei immer das doppelte Ziel der inhaltlichen Sicherung besonders gefährdeter Unterlagen und der Verbesserung der (Online-)Zugänglichkeit zu Archivgut im Blick. Das Bundesarchiv habe sich daher für ein themenbezogenes Vorgehen entschlossen: Nach der Digitalisierung der Akten, Bilder und Filme zum Ersten Weltkrieg wird derzeit ein Schwerpunkt auf die Geschichte der Weimarer Republik gesetzt, die nach der Digitalisierung über das entsprechende Online-Portal zugänglich sein sollen. Etwa eine Million Euro werde dieses Projekt kosten und über vier Jahre rund 11.000 Akten (mit ungefähr 6 Millionen Images) zur Weimarer Republik digitalisieren.

Seit Juni 2018 kann die Ausstellung „Einblick ins Geheime“ in Berlin besucht werden. Sie gibt einen Einblick in 111 Kilometer Stasi-Akten:

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