Mit einem Paradigmenwechsel zur digitalisierten Öffentlichen Verwaltung

Digitale Transformation im öffentlichen Sektor

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Umdenken

Die Umsetzung derartiger Innovationen erfordert natürlich auch ein Umdenken – digitale Transformation bedeutet einen Paradigmenwechsel. Meistens orientiert sich der öffentliche Sektor am Bestehenden und nicht an Innovationen, die die heute verfügbaren, neuen Technologien bieten. Digitale Transformation erfordert einen gänzlich neuen Denkansatz, der das Zusammenwirken von Menschen und Technik, von IT und Kommunikation, neu organisiert.

Maßgeblicher Treiber für diesen Paradigmenwechsel ist der Einsatz von effizienteren Technologien und das Denken in neuen Prozessen. Dabei ist es wichtig, alle beteiligten Gruppen mit ins Boot zu holen und Anforderungen für alle transparent und frühzeitig zu definieren. Hier sollte ein klares Rollenverständnis zielgerichtet erarbeitet und umgesetzt werden.

Allerdings sollte man nicht so sehr bestimmte Prozesse ins Auge fassen, sondern die digitale Transformation als ganzheitliche, strategische Aufgabe betrachten. Vielfach fehlt es im öffentlichen Sektor an einem konsistenten, digitalen Konzept, und es gibt für die IT keine strategische Zielarchitektur. Oft werden nur einzelne Prozesse herausgelöst, analysiert und auf die eine oder andere Weise digitalisiert. Das kann zwar Kostenvorteile bringen, reicht aber nicht für den Einstieg in die digitale Ära.

Verfahren vernetzen

Stattdessen müssen Ämter und Behörden ihre Verfahren insgesamt so strukturieren, dass sie auf breiter Basis automatisiert und vernetzt werden können. Die immer weitergehende Verlagerung der internen Verfahren nach außen, beispielsweise zu Bürger-Self-Service-Portalen, ist anders gar nicht realisierbar. Auch die Übergabe von Akten an Gerichte sowie Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz lassen sich nur so effizient umsetzen. Kostenvorteile ergeben sich dann gewissermaßen automatisch.

Beide Beispiele zeigen, dass die Bürger bereits in der digitalen Welt angekommen sind; sie erwarten, dass auch ihre Behörden in diese Welt passen. Der öffentliche Sektor muss eine zukunftssichere Infrastruktur aufsetzen, auf deren Grundlage eine in allen Bereichen digitalisierte Öffentliche Verwaltung auch in den nächsten zehn oder fünfzehn Jahren noch effiziente Arbeit leisten kann.

Der Anspruch der Behörden hinsichtlich Effizienz und die Erwartungen der Bürger gehen hier in dieselbe Richtung, was schon mal eine gute Voraussetzung für das Gelingen dieses Vorhabens ist. Die IT muss mit einer nachhaltigen und agilen IT-Umgebung dafür die technische Basis schaffen.

* Die Autoren: Bernd Breiholz ist Vice President Consuting Services bei CGI in Düsseldorf. Mario Riesmeier ist Senior Consultant Workplace and Cloud bei CGI in Köln.

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