D21-Digital-Index Digitale Teilhabe: Senioren verpassen den Anschluss

Autor: Julia Mutzbauer

Eine Studie der Initiative D21 zur Internetnutzung und Digitalkompetenz älterer Menschen zeigt deutliche Unterschiede innerhalb der verschiedenen Altersgruppen auf und offenbart, dass besonders die älteren Generationen Opfer der digitalen Spaltung sind.

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Die Internetnutzung bei Senioren unterscheidet sich deutlich in den verschiedenen Altersgruppen
Die Internetnutzung bei Senioren unterscheidet sich deutlich in den verschiedenen Altersgruppen
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Die Untersuchung des D21-Digital-Index 2020/2021 zeigt, dass die Internetnutzung mit zunehmendem Alter deutlich zurückgeht: Während 70 Prozent der 70- bis 74-Jährigen online sind, sind es bei den 75- bis 79-Jährigen nur 48 Prozent. Die Altersgruppe 80 bis 84 Jahre liegt nur noch bei 36 Prozent, ab 85 nutzt dann nur noch ungefähr ein Viertel der Menschen das Internet.

Die Ergebnisse offenbaren zudem, dass die Einstellung zu Digitalthemen je nach Altersgruppe variiert. So glauben noch etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) der 60- bis 64-Jährigen, dass sie von der Digitalisierung profitieren. Bei den 70- bis 74-Jährigen sind es 30 Prozent. Ab einem Alter von 80 Jahren ist ein deutlicher Einbruch zu erkennen: Nur 5 Prozent glauben, von der Digitalisierung zu profitieren.

Ähnlich sieht es bei der Bereitschaft zur Nutzung von Videosprechstunden aus. In der Altersgruppe der 75- bis 79-Jährigen können sich immerhin 23 Prozent vorstellen, sich per Videosprechstunde beraten zu lassen. Bei Menschen ab 80 Jahren sind es auch hier nur noch 5 Prozent.

Auch in Bezug auf digitale Kompetenzen gibt es enorme Unterschiede. So geben 56 Prozent der 60- bis 64-Jährigen an, dass sie Inhalte in sozialen Netzwerken einstellen können. Ab einem Alter von 75 Jahren können dies lediglich 15 Prozent.

„Ob Nachrichten, Kommunikation, Handel oder der Impfnachweis – alles verschiebt sich mehr ins Digitale. Das bietet viele Vorteile und alle Altersgruppen sollten daran teilhaben können“, betont Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21. Gerade die ersten Schritte würden oft schwer schwerfallen. Deshalb sei es nötig, Initiativen zu unterstützen, die niedrigschwellige Anlaufstellen und Berührungspunkte anbieten. „So kann es gelingen, auch den höheren Altersgruppen mehr Teilhabe zu ermöglichen und die digitale Spaltung kontinuierlich zu verringern“, so Müller.

Dabei sollten die Senioren mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen nicht als homogene Gruppe betrachten werden. „Sonst ignoriert man die enormen Unterschiede, die beispielsweise zwischen 70-Jährigen und 80-Jährigen herrschen. Die Gruppe der 70- bis 74-Jährigen besitzt beispielweise zu 60 Prozent ein Smartphone, von den 80- bis 84-Jährigen sind es nur noch 27 Prozent“, erklärt die D21-Chefin.

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Redaktion, eGovernment Computing