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Digitale Strategien für eine zeitgemäße Verwaltung

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Dirk Arendt, Government Affairs Director bei den "Berliner Strategen"
Dirk Arendt, Government Affairs Director bei den "Berliner Strategen"
(Bild: Klaus Dombrowsky)

Das klingt nach einer tollen Zukunftsvision, dürfte aber schwer umzusetzen sein – gerade was die Sicherheit der Daten angeht.

Arendt: Natürlich muss die Sicherheit der Daten gewährleistet werden. Vor allem, wenn wir beispielsweise über mGovernment bei Bundeswehr- oder Polizeieinsätzen reden. Wenn Soldaten oder Polizisten für die interne Kommunikation Chatprogramme verwenden, können diese Daten auf fremden Servern landen. Oder – um das Problem auf die allgemeine Verwaltung zu übertragen – es können sich berufliche und private Daten vermischen, wenn der Mitarbeiter sein privates Gerät auch für dienstliche Angelegenheiten nutzt.

Das wirft datenschutzrechtliche und allgemein rechtliche Fragen auf, und hier brauchen wir zum einen Rechtssicherheit, aber auch eine technische Weiterentwicklung, gerade in Deutschland. Responsive Design, Barrierefreiheit von Anwendungen oder auch mobile Sicherheit mit verschlüsselten Containersystemen – das alles ist hier nicht selbstverständlich. Und so kommt es dann, dass überall unternehmensinterne Insellösungen gesucht werden und keine internationalen Standards gesetzt oder eingehalten werden. Das ist natürlich alles andere als zielführend und sehr schade, wenn man die enormen Vorteile der mobilen Verwaltung bedenkt.

Die da wären?

Arendt: Wenn ich zum Beispiel an die mobilen Bürgerdienste denke, die es ja schon seit Anfang der 2000er Jahre gibt, laufen diese bis heute folgendermaßen ab: Ein Beamter kommt in eine Einrichtung, beispielsweise ein Krankenhaus oder ein Altenheim und muss alle notwendigen Geräte in einem Koffer mitschleppen. Notebook, Drucker, Chipkartenleser, Bezahlterminal und verschiedenste Formulare, etwa um den Wohnsitz umzumelden. Dabei könnte das Tablet die meisten dieser Geräte ersetzen. Das wäre nicht nur ein erheblicher finanzieller Vorteil, weil die Anschaffungskosten viel geringer wären. Zudem müssten sich die Mitarbeiter weniger technisches Wissen aneignen, weil viele ein Tablet ohnehin schon privat nutzen.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist künftig vielleicht noch wichtiger, weil Menschenleben davon abhängen können: Wenn mGovernment bei Rettungsdiensten Einzug hält, könnte im Katastrophenfall alles vor Ort digital koordiniert werden. Jede Einsatzkraft hat dann sofort und permanent Zugriff auf die für sie relevanten Daten.

Oder, wieder etwas alltäglicher: Nehmen Sie einen Pendler, der jeden Tag eine halbe Stunde zur und von der Arbeit in der Bahn sitzt. Was wäre, wenn er seine dienstlichen eMails schon auf der Strecke sicher erledigen kann und sich die Fahrt auf seine Arbeitszeit anrechnen lassen könnte?

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