Lehrer und digitale Medien

Digitale Strategie für Schulen gefordert

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Gleichzeitig meinen 46 Prozent der Lehrer jedoch, dass der Einsatz von PC und Internet zusätzliche Unterrichtszeit koste.

Da es schlicht zu wenig Endgeräte an den Schulen gibt, nutzen Lehrer laut Befragung häufig ihre privaten Geräte, auch für schützenswerte Daten:

  • 63 Prozent für die Notenverwaltung,
  • 75 Prozent bei der Schülerverwaltung und
  • 43 Prozent bei der Schülerbewertung.

Beim Datenschutz dürften angesichts dieser Zahlen die Alarmglocken läuten. „Die Zahlen belegen einen skandalösen Umgang der Länder und Schulträger mit den Lehrern und dem Datenschutz für die Schüler“, so VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann. „Es ist vollkommen inakzeptabel, dass Länder und Schulträger von den Lehrern erwarten, ihren dienst­lichen Auftrag mit Privatgeräten zu erfüllen und dabei das volle Risiko bei ihnen liegt, die hochsensiblen Daten zu schützen. Alle Lehrer müssen ihrem digitalen Bildungs- und Erziehungsauftrag geschützt nachkommen können.“

Schulreform

Die Mehrheit der Lehrkräfte fordert ein stärkeres Engagement des Bundes bei der Entwicklung und Umsetzung einer digitalen Strategie für die Schule. 82 Prozent der Lehrer meinen, eine solche Strategie müsse gemeinsam von Bund und Ländern erarbeitet werden, nur 15 Prozent sehen allein die Länder in der Verantwortung.

Mehr als jeder zweite Lehrer gibt bei der Befragung an, dass Informatik und andere Digitalthemen in der Schule einen höheren Stellenwert erhalten müssten, auch wenn dies zu Lasten von Fächern wie Sport, Musik oder Religion gehen sollte. Ebenso viele fordern, dass Englisch ab der ersten Klasse verpflichtend unterrichtet werden sollte.

Jeder dritte Lehrer meint, dass das Programmieren eine Alltagsfähigkeit sein sollte – wie Rechnen oder Schreiben. „Ohne gutes Englisch und Grundkenntnisse der IT wird man es in der digitalen Welt sehr schwer haben. Die Digitalisierung verändert unsere Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend“, bestätigt Ulrich Dietz. Dies müsse sich im Lehrplan und in der Art, wie unterrichtet wird, stärker widerspiegeln.

„Die Politik wird nicht müde, die Bedeutung von Medienkompetenz für die heranwachsende Generation herauszustellen. Schulen müssen endlich ganz oben auf die digitale Agenda gesetzt werden. Und diese Agenda muss gemeinsam von Bund, Ländern und Kommunen umgesetzt werden“, bekräftigt Udo Beckmann.

Hier finden Sie die einzelnen Ergebnisse der Studie:

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