Kommunale Dienstleistungen auf einer Plattform bündeln

Digitale Plattform für kommunale Services

| Autor / Redakteur: Stefan Walter* / Susanne Ehneß

Open Innovation

Die Idee der DIPKO ist, das vorhandene Know-how zu bündeln und gemeinsam mit Stadtwerken, lokalen Akteuren und Dienstleistern innovative digitale Geschäftsmodelle zu planen und als marktreife Produkte auf einer Plattform zu realisieren.

Mit einer Open-Innovation-Methode, die an das aus der IT bekannte Scrum-Verfahren anknüpft, werden die ersten digitalen Produkte gemeinsam entwickelt sowie mit Innovationssprints die ersten Produktideen formuliert und durchgeplant. Anschließend folgt eine Business-Building-Phase mit einer ersten technischen ­Realisierung. Ab April 2018 startet die DIPKO in drei Sprints zusammen mit zunächst drei bis fünf Stadtwerken als Innovationstreiber. Nach den Innovationsphasen werden die Lösungen an die beteiligten Stadtwerke ausgerollt.

Stefan Walter
Stefan Walter (© msg systems ag)

Vernetzung und Bündelung der analogen Stadt

Die DIPKO verfolgt das Ziel, die Vernetzung bestehender Leistungen auf einem digitalen Kundenkonto zur einfachen Information, Kommunikation und Interaktion der Bürger mit ihren Stadtwerken sowie kommunalen und kommerziellen Dienstleistern voranzutreiben. Um diese Kernanwendung entwickeln die in der DIPKO engagierten Stadtwerke dann weitere Mehrwertdienste für die Bürger.

Denkbar wäre eine öffentliche Parkraumbewirtschaftung wie „Park & Travel“ mit Bezahlfunktion per Smartphone. Überhaupt wird die DIPKO ihre Stärken vor allem via Smartphone ausspielen, mit dem heute fast alle Bürger wie selbstverständlich interagieren.

Vor allem bei der Gestaltung einer innovativen urbanen Mobilität könnte die DIPKO einen evolutionären Beitrag zur Senkung der Abgase leisten. Denn längst wünschen sich die Bürger mobile Anwendungen als Alternative zum eigenen Pkw, die ihre Mobilitätsbedürfnisse in der Stadt auf einer Plattform bündeln.

Intermodale Mobilität

Ausgehend von einer Start-Ziel-Navigation wünschen sie sich die Bereitstellung verschiedener Verkehrsträger. So würde eine Teilstrecke zunächst mit einem eBike von der eigenen Haustür zu einer U- oder S-Bahn-Station führen. Diese bringt den Bürger zur nächsten eBike oder e-Car-Sharing-Station, von der aus der Nutzer bis zum Ziel fährt. Die Abrechnung aller drei Teilstrecken erfolgt über die DIPKO-Plattform.

Aus Bürgersicht wäre eine solche intermodale, also verkehrsträgerübergreifende Navigationslösung die Rettung vor den täglichen Verkehrsinfarkten der Städte.

White-Label-Lösungen

Bis Anfang 2019 sollten zwei bis drei marktreife Services auf der DIPKO bereitstehen, die die beteiligten kommunalen Betriebe dann unter ihrer eigenen Marke ver­treiben. Mit dieser sogenannten White-Label-Lösung erscheinen die Stadtwerke als innovative ­Lösungsanbieter.

Sie treten als digitale Dienstleister für die Daseinsvorsorge den Bürgern ihrer Stadt gegenüber, bevor andere diese Geschäftsfelder erobern. Die Stadtwerke behalten ihre Kundendaten und können aus den mit den Mehrwertdiensten ­gesammelten Daten neue und kundenindividuelle Ansätze für Marketing und Vertrieb entwickeln. So stärken sie die Kundenbindung und vermindern die Wechselbereitschaft der Bürger.

*Der Autor: Stefan Walter, SVP Products and Development msg systems ag

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