Kommunale Dienstleistungen auf einer Plattform bündeln

Digitale Plattform für kommunale Services

| Autor / Redakteur: Stefan Walter* / Susanne Ehneß

Mit ihren konventionellen Geschäftsfeldern Strom, Wasser und Gas stehen Stadtwerke in Konkurrenz zu Akteuren, die mit digitalen Portalen oft näher am Kunden agieren. Eine Produktoffensive muss her
Mit ihren konventionellen Geschäftsfeldern Strom, Wasser und Gas stehen Stadtwerke in Konkurrenz zu Akteuren, die mit digitalen Portalen oft näher am Kunden agieren. Eine Produktoffensive muss her (© ra2 studio - stock.adobe.com)

Stadtwerke haben einen 100-prozentigen Marktzugang zu ihren Kunden. Diese exklusive Position sollten sie nutzen, um ihnen digitale Services aus einer Hand anzubieten. Das IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen msg und die Energieforen Leipzig GmbH haben mit der DIPKO eine Plattform geschaffen, mit der kommunale Anbieter zu digitalen Playern in ihrer Region avancieren und mit Mehrwertdiensten die Kundenbindung stärken.

Über 1.000 Stadtwerke in Deutschland stehen vor einer gemein­samen Herausforderung: Wie gestalten sie ihre digitale Transformation? Wie reagieren sie auf Wettbewerber und wie verteidigen sie ihre Marktanteile? Auf ihren klassischen Geschäftsfeldern mit Strom- und Gasvertrieb stehen sie in bundesweiter Konkurrenz zueinander.

Neue Akteure wie Verivox oder Switch-up werben mit Internetservices die Kunden ab. Auch im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) treten mit Car und Bike Sharing neue Anbieter auf, die zudem mit digitalen Buchungsportalen inklusive Bezahlfunktionen näher an den Kunden agieren.

In diesem dynamischen Wettbewerbsumfeld brauchen die kommunalen Dienstleister eine professionelle Produktoffensive, um ihre Marktposition beim Bürger zu behaupten. Damit ihnen das gelingt, benötigen sie innovative Services und müssen kommunale Dienstleistungen auf einer Plattform bündeln, bevor es andere ­machen.

Digitale Produkte schnell zur Marktreife bringen

Seit der Trennung von Netz, Produktion und Vertrieb suchen Stadtwerke neue webbasierte Geschäftsmodelle, um der Wechselbereitschaft ihrer Kunden etwas entgegenzusetzen. Die vereinzelten Versuche kommunaler Versorger, als Internet- und Telekom-Provider sowie Betreiber digitaler Bürgerplattformen erfolgreich zu sein, sind häufig gescheitert.

Viele Stadtwerke waren zu früh zu innovativ, als dass sie die Bürger mitnehmen konnten. Nun aber ist die Zeit reif. Mit der „Digitalen Plattform für kommunale Services“ (DIPKO) bringen die Energieforen Leipzig und msg als Technologiepartner alle interessierten Stadtwerke zusammen. Denn vielen Stadtwerken mit innovativen ­Ideen fehlt es an Ressourcen und IT-Know-how.

Gebündelte Dienstleistungen

Auch die Nachfrage der Bürger nach kommunalen digitalen Plattformen wächst. Sie wünschen sich entlang ihrer mobilen Lebenslagen digitale Lösungen. Der Erfolg von MyTaxi zeigt, dass es örtliche Taxivereinigungen bald schon nicht mehr braucht. Und Uber oder AirBnB demons­trieren, dass disruptive Marktverdrängung erfolgreich sein kann.

Die Idee der DIPKO ist, bisher ­separate und oft noch analoge ­Services wie Energieverkauf, Personennahverkehr, Parkraumbewirtschaftung, Schwimmbäder, ­E-Mobilität, Entsorgung sowie Handwerkerleistungen und Einzelhandel zu bündeln und als digitale Dienstleistungen für die Bürger bereitzustellen. Im Zentrum steht das EU-DSGVO-konforme digitale Kundenkonto mit Payment-, Transaktions- und Buchungsfunktionen. Die technische Basis stellt msg mit der Cloud-basierten Plattform myData. Diese erlaubt den Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen bei gleichzeitiger Datensouveränität und -transparenz beim Kunden.

Um diesen technischen Kern können die Stadtwerke einen bunten Strauß von Diensten etablieren und unter eigenem Namen vermarkten. Darüber hinaus können Kunden von Stadtwerken Reparaturaufträge ausschreiben, buchen, abwickeln und bezahlen. Zusammen mit dem örtlichen Einzelhandel und lokalen Kurierdiensten lässt sich eine lokale Plattform mit Bezahl- und Lieferfunktionen realisieren. Ebenso können für Neubürger Dienstleistungen rund um den Umzug umgesetzt werden: ­Änderungen von Adressdaten bei bestehenden Verträgen lassen sich dann mit nur einem Mausklick vornehmen.

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