Sinnvolle Gerätevernetzung

Digitale Identität wird Knotenpunkt bei Smart Cities

| Autor / Redakteur: Lasse Andresen, CTO, Mitgründer und Board Member bei ForgeRock* / Ira Zahorsky

Die digitale Identität macht das Agieren und Kommunizieren der IoT-Geräte untereinander erst nützlich und effizient für den Bürger.
Die digitale Identität macht das Agieren und Kommunizieren der IoT-Geräte untereinander erst nützlich und effizient für den Bürger. (Bild: © vege - Fotolia)

Es besteht kein Zweifel daran, dass das Internet der Dinge unsere Art, wie wir mit unserer Umwelt interagieren, grundlegend verändert.

Von Smartphones und Tablets bis hin zu Kühlschränken und Glühlampen: Fast jede Art von Gerät besitzt heute irgendeine Form der Online-Anbindung, um unser Leben einfacher und effizienter zu machen. Während die Internet-of-Things-Revolution (IoT) in den vergangenen Jahren rasant an Fahrt aufgenommen hat, bringt die Tatsache, dass IoT-Geräte normalerweise nicht untereinander kommunizieren, erheblichen Einschränkungen.

Geräte mit Identitätskrise

Die Ursache für diese Nicht-Kommunikation ist das Fehlen digitaler Identitäten bei diesen Geräten. Unsere Identität macht uns als Menschen einzigartig und gibt anderen Aufschluss darüber, wer wir sind. Ohne sie wären wir lediglich eine Nummer, nicht unterscheidbar von den Menschen um uns herum. Das gleiche Konzept trifft auf vernetzte Geräte zu. Davon sind laut Gartner 4,9 Milliarden derzeit Teil des IoT (es werden 25 Milliarden bis 2025), das heißt jede Menge Geräte befinden sich derzeit in einer Identitätskrise.

Doch diese Krise muss nicht von Dauer sein. Mit dem Aufkommen von Technologie für die Verwaltung digitaler Identitäten, können nun zahlreichen dieser Geräte im gesamten IoT-Ökosystem ihre eigenen Identitäten zugewiesen werden. Sie können sicher andere digitale Identitäten erkennen und mit diesen interagieren sowie bekannte digitale Beziehungen zwischen Benutzern, zwischen Benutzern und verbundenen Geräten sowie zwischen Geräten selbst herstellen. Diese neuartige Form der Kommunikation erhöht den Nutzen von mit dem Internet verbundenen Geräten zuhause, im Büro und sogar in Städten.

Die intelligente Stadt von morgen

Eine intelligente Stadt klingt wie Science Fiction und ist doch schon so nah. Man stelle sich eine Stadt vor, in der öffentliche Dienstleistungen – darunter Katastrophenfrühwarnsysteme – mittels Identität miteinander verbunden sind. Was, wenn ein Sturm aufzieht? Dann tritt das Frühwarnsystem in Aktion und sendet eine verschlüsselte Mitteilung an die Notfallteams der Stadt, um sie auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Die Identität des Warnsystems wird rasch authentifiziert und vorab genehmigte Notfallpläne werden umgesetzt.

Innerhalb weniger Minuten nach dem ersten Warnsignal können Brücken und gefährdete öffentliche Verkehrssysteme automatisch gesperrt sowie Löschtrupps entsendet werden, die unsichere Gebäude schnell und effizient evakuieren. Die Löschtrupps verfügen ebenfalls über eigene Identitäten, sodass ihre Bewegung in der Stadt nachverfolgt und Feuerwehrfahrzeuge über verkehrseffiziente Routen in unterversorgte Viertel geschickt werden können. Zur Minimierung von Staus schalten Ampeln automatisch um, wenn sich die Löschfahrzeuge nähern. Die digitale Identität der einzelnen Feuerwehrmänner dient bei deren Ankunft vor Ort als Ausweis ihrer Legitimität.

*Der Autor

Nach sechs Jahren als CTO Central & Northern Europe bei Sun Microsystems, wo er unter anderem das Identity-Portfolio verantwortete, hat Lasse Andresen im Jahr 2010 ForgeRock mitbegründet und zunächst als CEO geführt.

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