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Studie von BDO und der Uni Leipzig Digitale Hochschulsteuerung nicht in Sicht

| Autor: Ira Zahorsky

Eine aktuelle Hochschulstudie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und dem Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge an der Universität Leipzig hat ergeben, dass deutsche Universitäten und Hochschulen moderne Enterprise Resource Planning (ERP) Systeme mehr einsetzen und nutzen könnten, als dies bislang geschieht.

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Hochschulen nutzen das Potenzial von ERP für die Digitalisierung nicht aus.
Hochschulen nutzen das Potenzial von ERP für die Digitalisierung nicht aus.
(Bild: © putilov_denis - stock.adobe.com)

Seit der letzten Studie zu diesem Thema vor drei Jahren haben einige Hochschulen ihre laufenden ERP-Projekte abgeschlossen, weitere landesweite und einzelne Umstellungsprojekte wurden initiiert. Das Thema Digitalisierung ist für fast alle Befragten sehr wichtig oder wichtig (Hochschulen 61 bzw. 33 %; Universitäten 71 bzw. 29 %).

Was aber ist Digitalisierung im Hochschulbereich? Die Begriffsabgrenzung fällt offenbar schwer. Teilweise wird sogar jedes Vorhaben in Verbindung mit Informations- und Kommunikationstechnologie als Digitalisierungsprojekt eingestuft. Genannte Themen waren:

  • eVerwaltung (87 %)
  • eAkte und Vorgangsbearbeitung (81 %)
  • Digitales Lehren und Lernen (74 %)
  • Mobile Lern- und Arbeitsplätze (46 %)
  • Forschungsinformation/-datenmanagement (40 %)
  • Cloud-Technologien (37 %)
  • gemeinsame Infrastrukturen (30 %)

Mit der Digitalisierung zusätzlich assoziiert werden seitens einzelner Hochschulen auch Themen wie Netzausbau, WLAN-Zugang, Prozessmanagement, Organisationsentwicklung, Digitale Identität, Informationskompetenz und Digitale Wissenschaft. Unabhängig von der konkreten Digitalisierungsdefinition zeigt sich aber dennoch ein einheitliches Bild: Die Hochschulen sehen sich in der überwiegenden Mehrheit weit entfernt vom Ideal einer Digitalen Hochschule. Nur zwei Prozent aller Befragten hakten bei „Reifegrad sehr hoch“ an, 15 Prozent bei „hoch“. 54 Prozent sehen ihre Hochschule im Mittelfeld, 18 bzw. 11 Prozent als „eher gering“ oder „gering“ digitalisiert.

Welchen Beitrag leisten ERP-Systeme?

Den möglichen Beitrag von ERP-Systemen zur Digitalisierung haben die Hochschulen zwar schon länger erkannt. Die unterschiedliche Qualität der genutzten Systeme und die Komplexität ihrer Einführung und Erweiterung tragen jedoch dazu bei, dass die Möglichkeiten digital unterstützter Hochschulsteuerung nicht ausgeschöpft sind. „Unsere Studie zeigt aber, dass praktisch alle Hochschulen, die HIS einsetzen, die Defizite dieses Systems erkannt haben und deshalb dabei sind oder vorhaben, auf die wesentlich leistungsfähigeren Lösungen von SAP und MACH umzustellen“, so Thomas Koppe, Modernisierungsexperte für den öffentlichen Sektor bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO.

Hinsichtlich einer ganzheitlichen Hochschulsteuerung zeigt sich eine positive Entwicklung: Mittlerweile nehmen die Hochschulen neben den klassischen Bereichen Finanzen und Personal dabei auch weitere Themen wie Drittmittel und Infrastruktur in den Fokus. „Aber auch hier bleiben die Ansprüche hinter der Realität zurück. „Excel-Management“ ist offenbar häufig immer noch eines der wesentlichen Steuerungsinstrumente“, so Koppe. „Allerdings sind die Hochschulen mit der Umstellung auf die leistungsfähigeren ERP-Systeme auf dem richtigen Weg. Ihre sukzessive funktionale Erweiterung und eine verstärkte Systemintegration machen dann wesentliche weitere Fortschritte möglich.“

Für die Studie Hochschulsteuerung mit ERP-Systemen 2018 wurden KanzlerInnen und VizepräsidentInnen beziehungsweise vergleichbare FunktionsträgerInnen von Hochschulen mit mehr als 1.000 Studierenden befragt. Die Studie kann als kostenfreies pdf von der BDO-Website heruntergeladen werden.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS