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IT in der Polizeiarbeit

Digitale Gesellschaft fordert digitale Polizei

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Doch nicht nur die Bürger können von einer digitalen Interaktion mit der Polizei profitieren. Auch die Polizei selbst kann über digitale Medien effektiv mit den Bürgern in Kontakt treten. Der Kurznachrichtendienst Twitter beispielsweise kann für die Polizei ein sehr nützliches Hilfsmittel sein, um mit der Bevölkerung zu kommunizieren. Denn über den Kurznachrichtendienst verbreiten sich Botschaften innerhalb kürzester Zeit an einen großen Personenkreis. Gerade bei Großveranstaltungen wie Bundesligaspielen oder Musikfestivals kann dies ein entscheidender Vorteil sein.

Darüber hinaus sollten die Polizeibeamten selbst nicht vernachlässigt werden. Es wäre verfehlt, eine strikte Trennlinie zwischen „Bürgern“ und „Polizei“ zu ziehen. Auch Polizeibeamte sind Bürger und nutzen in ihrer Freizeit dieselben digitalen Angebote wie die übrige Bevölkerung. Ihre Erwartungshaltung an die Verfügbarkeit von Informationstechnologien im Polizeidienst ist also mindestens genauso hoch. Dies gilt insbesondere, wenn für die Informationsaufnahme und -übermittlung vom Einsatzort Smartphones eingesetzt werden.

Daten mobil ins Vorgangsbearbeitungssystem über einfache Online-Formulare einzugeben ist erheblich effizienter gegenüber einer zeitraubenden traditionellen Dokumentation. Feldversuche haben ergeben, dass sich Ordnungswidrigkeiten auf diese Weise deutlich schneller bearbeiten lassen.

Im europäischen Ausland gibt es hierfür bereits erfolgreiche Beispiele. So hat etwa die Guardia Civil in Spanien ein Vorgangsbearbeitungssystem eingeführt, auf das über 85.000 Polizeikräfte per Mobilgerät zugreifen können. Über dieses System werden täglich bis zu 25.000 Verbindungen abgewickelt und jährlich über vier Millionen Beschwerden und über 30 Millionen Anfragen von Bürgern übermittelt.

Darüber hinaus erlauben es Mobilgeräte, die Bevölkerung in die Polizeiarbeit einzubinden, um schneller und umfassender an Informationen zu gelangen. Gerade bei der Suche nach Personen oder Gegenständen sind die ersten Stunden entscheidend. Von Bürgern übermittelte Fotos und Videos können dabei wertvolle Hinweise liefern. Praktische Anwendungsbeispiele gibt es auch hier.

Nach den Anschlägen beim Boston-Marathon im Jahr 2013 griff die Polizei beispielsweise auch auf von Bürgern aufgenommene Fotos und Videos zurück, um die Täter ausfindig zu machen. Eine derartige Bürgerbeteiligung stieße auch in Deutschland auf Akzeptanz – der Accenture-Studie zufolge finden 80 Prozent der Deutschen, dass die Bevölkerung eine aktive Rolle in der Verbrechensbekämpfung einnehmen sollte.

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