Erwartungshaltung

Digitale Chancen für das Land Berlin

| Autor / Redakteur: Sven Malte Sopha / Manfred Klein

Ein wesentlicher Schritt für eine zentrale CIO-Organisation in Berlin wurde mit dem Berliner eGovernment-Gesetz bereits vollzogen. Jetzt müssen diese Rahmenbedingungen schnell konkretisiert und in Vorhaben operationalisiert werden, um die eigentlichen Ziele bis 2020 erreichen zu können. Ohne Aktionsplan und zentrale Steuerung wird die Digitalisierung im notwendigen Umfang und im gewünschten Zeitrahmen nicht zu erreichen sein.

Digitalisierung bedeutet insbesondere eine vollständige Vernetzung und steigende Transparenz. Aus diesen Gründen müssen die Themen Informationssicherheit und Datenschutz noch mehr als zuvor in den Fokus gerückt werden, um das Vertrauen in die Nutzung neuer Angebote zu erleichtern. Maßnahmen zur Erreichung einer digitalen Souveränität sind zu konkretisieren und umzusetzen. Die digitale Vielfalt in den Anwendungen ist wünschenswert, Vielfalt in Plattformen und technischen Lösungswegen jedoch nicht.

IT-Sicherheit ist eine maßgebliche Voraussetzung für Digitalisierung, die sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Diese Entwicklungen sollen und können nicht gestoppt werden. Vielmehr muss es darum gehen, diese gemeinsam zu gestalten. Insbesondere für die Bereitstellung von attraktiven Services und Verwaltungsdienstleistungen für die Bürger sowie die Unternehmen erfordert dies eine moderne und sichere IT-Infrastruktur. Für Berlin muss neben strategischen Vorgaben ein Masterplan zum Thema IT und Informationssicherheit erarbeitet werden.

Die im eGovernment-Gesetz Berlin verankerte Vorgabe zum Aufbau eines ISMS und die verbindliche Vorgabe zur Umsetzung des IT-Grundschutzes sind wesentliche, jedoch nur erste Schritte. Auch die Meldepflicht für Sicherheitsvorfälle ist wichtig. Zur konkreten Umsetzung der dann notwendigen Maßnahmen zur Beseitigung der Vorfälle bedarf es jedoch konkreter Vorgaben.

Digitalisierung braucht Vertrauen. Vertrauen wird maßgeblich erhöht mit sicheren Anwendungen. Dazu ist es notwendig, dass Verfahren sicher arbeiten und die Daten der Verwaltung, Bürger und Unternehmen auch wirklich ausreichend geschützt sind. Aus diesem Grund muss dem Thema Sicherheit ein höherer Stellenwert beigemessen werden als derzeit.

Sicherheit ist ein politisches Thema – es wird viel darüber geredet, verbindliche und konkrete Maßnahmen fehlen jedoch meist. Auch in diesen Bereichen werden mutige Entscheidungen benötigt. Vielen Bürgern und Wirtschaftsteilnehmern ist das Thema Informationssicherheit noch fremd. Hier sollte die Sensibilisierung verstärkt angegangen werden, und Angebote zur Unterstützung sollten erarbeitet werden.

Zusammenfassung und Ausblick

Berlin, insbesondere die Verwaltung, hat mit der Digitalisierung die Chance, effizienter und attraktiver zu werden. Die in der Vergangenheit Berlins angehäufte Hypothek, insbesondere hervorgerufen durch Einsparungen, erschwert die kurzfristige Erfüllung aller Erwartungen. Mutige Entscheidungen und neue Ansätze der Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltungsstrukturen werden benötigt.

Berlin muss sicherstellen, dass IT-Infrastruktur auf dem Stand der Technik ist und bleibt. Investitionen stellen in Zeiten knapper Kassen grundsätzlich eine Herausforderung dar, damit die bestehende IT-Infrastruktur weiter konsolidiert, zentralisiert und standardisiert werden kann. Dieses Vorhaben kann nur gemeinsam, mit allen Beteiligten erfolgreich sein.

Die heterogene IT-Struktur in Berlin kann derzeit nicht wirklich gesteuert werden. Zu viele Beteiligte und zu viele Insellösungen sind derzeit im Spiel. Bis zur wirklichen Standardisierung und Zentralisierung der IT in Berlin wird es noch ein paar Jahre dauern. Das eGovernment Gesetz ist jedoch eine gute und notwendige Grundlage, um nun konkrete Vorhaben umzusetzen und die Digitalisierung zu gestalten. Die digitalen Chancen müssen nun genutzt und mit Leben gefüllt werden.

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posted am 01.12.2016 um 21:24 von Unregistriert


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