Erwartungshaltung

Digitale Chancen für das Land Berlin

| Autor / Redakteur: Sven Malte Sopha / Manfred Klein

Berlins Zukunft wird sich auch in den Bereichen eGovernment und Verwaltungsmodernisierung entscheiden
Berlins Zukunft wird sich auch in den Bereichen eGovernment und Verwaltungsmodernisierung entscheiden (Bild: © JFL Photography/ Fotolia.com)

Die Digitalisierung hat seit Jahren deutlichen Einfluss auf die Verwaltung. Die zentrale Herausforderung besteht darin, den rasanten Entwicklungen und Erwartungen auch gerecht zu werden – gerade in Berlin mit seinen bekannten Problemen.

Bürger und Wirtschaft erwarten zu Recht eine moderne Verwaltung, die den aktuellen Entwicklungen ausreichend gerecht wird: einfache Angebote ohne aufwendige und zeitintensive Abläufe. Diese Angebote an einfachen und attraktiven Services müssen für Bürger und Wirtschaft sowie sonstige Verwaltungsstellen weiter ausgebaut werden. Eine Optimierung der Terminvergabe gehört ebenso dazu wie die Vereinfachung der Online-Angebote beispielsweise durch die Integration des Personalausweises. Barrieren müssen abgebaut und Prozesse vereinfacht werden. Diese Vorhaben können jedoch nur mit einer grundlegenden Vernetzung und Zentralisierung der IT-Infrastrukturen umgesetzt werden.

Es sollte alles dafür getan werden, um die Standortvorteile von Berlin nicht zu verspielen. Digitalisierung muss ganzheitlich verstanden und konzipiert werden. Gemeinsame Initiativen und Pilotprojekte können unterstützen, um wichtige Impulse zu setzen. Dazu sollte die Neuansiedlung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen weiter ausgebaut werden, um Berlin weiter zur Smart City zu entwickeln. Gute Beispiele sind der WISTA Technologiepark Adlershof oder auch das Vorhaben zur Nachnutzung von Tegel. Weitere Projekte müssen nun folgen. Pilotprojekte und Insellösungen können nur Startpunkte für eine Standardisierung sein.

Digitalisierung braucht Bürgerengagement

Zur Gestaltung der Digitalisierung müssen die Rahmenbedingungen angepasst werden. Es bedarf mutiger Entscheidungen, um Arbeitsweisen zu überdenken und kooperative und innovative Modelle der Zusammenarbeit zu initiieren. Kooperationen sollten eingegangen werden, gerade zwischen den Senatsverwaltungen, aber auch zwischen den Verwaltungsebenen, zum Beispiel zwischen Senat und den Bezirken, um Vorhaben wie die IT-Konsolidierung erfolgreich umsetzen zu können. Gleichzeitig sind nicht nur die notwendigen Finanzmittel bereitzustellen, um notwendige Investitionen tätigen zu können, sondern auch weitere Fachkräfte sind auszubilden und zu halten.

Im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung ist die papierlose Verwaltung einzuführen, um schlagkräftiger, einfacher und folglich auch schneller zu werden. Dadurch werden nicht nur Barrieren abgebaut, sondern auch Zeit gespart und ein weiterer Beitrag für die Umwelt geleistet.

Berliner IT-Leuchtturmprojekte wie die eAkte verdeutlichen, dass gerade öffentliche Projekte noch intensiver und mit allen Beteiligten geplant sowie effektiv und einheitlich umgesetzt werden müssen. Diese Vorhaben können nur mit einer zentralen Steuerung und verbindlichen Entscheidungen erfolgreich sein, deren Grundlage eine ebenfalls verbindliche Gesamtstrategie ist.

Zu den zu schaffenden Rahmenbedingungen gehört daher eine einheitliche und übergreifende IT-Steuerung. Die IT-Projekte der vergangenen Jahre in Berlin unterstreichen, dass eine programmatische und übergreifende CIO-Organisation in Berlin dringend benötigt wird, um komplexe IT-Vorhaben koordiniert umsetzen zu können. Alle IT-Vorhaben in Berlin sind zentral zu steuern und zu koordinieren. Finanzielle und personelle Ressourcen sollten im direkten Zugriff sein, um Entscheidungen kurzfristig und mit aller notwendigen Unterstützung treffen zu können.

Die begrenzten Finanzmittel und personellen Ressourcen erfordern eine Zentralisierung der IT sowie der Entscheidungen. Berlin trägt eine Hypothek aus der Vergangenheit, die die Erfüllung der Erwartungen erschwert. Organisatorische Veränderungen, ein Kulturwandel in den Organisationen sowie die Änderung der Zusammenarbeit sind für eine effektive und digitale Verwaltung jedoch grundlegend. Die Autonomie der Senatsverwaltungen und Bezirke sollte erhalten bleiben, jedoch unter der konsequenten Einhaltung abgestimmter Standards.

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posted am 01.12.2016 um 21:24 von Unregistriert


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