Digital-Gipfel 2020 „Digital nachhaltiger leben“

Autor: Julia Mutzbauer

Auf dem fünften Digital-Gipfel des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) und Energie wird in diesem Jahr diskutiert, welche Möglichkeiten die Digitalisierung für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung bietet. In diesem Jahr findet der Kongress am 30. November und 1. Dezember statt. An beiden Tagen wird die Veranstaltung ausschließlich virtuell durchgeführt.

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Der Digital-Gipfel 2020 findet virtuell statt
Der Digital-Gipfel 2020 findet virtuell statt
(© RS-Studios – stock.adobe.com)

Der Digital-Gipfel soll eine zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zur Gestaltung des digitalen Wandels sein. Er spiegelt damit, so das BMWi, die Digitalisierung in ihrer ganzen Breite und bezieht dabei Anbieter- und Anwenderseite ein, von der Industrie 4.0 bis zur Kultur- und Kreativwirtschaft.

Seit 2016 wird der Digital-Gipfel daher unter jährlich wechselnde Schwerpunktthemen gestellt. Nach der digitalen Bildung 2016, der Digitalisierung des Gesundheitswesens 2017, der Künstlichen Intelligenz (KI) 2018 und den digitalen Plattformen 2019 steht in diesem Jahr das Thema „Digital nachhaltiger leben“ im Mittelpunkt.

Der Digital-Gipfel bietet in diesem Jahr zehn Plattformen auf denen das Thema Nachhaltigkeit unter verschiedenen Aspekten diskutiert wird. Dabei sollen wichtige Handlungsfelder aufgegriffen und konkrete Projekte zur Umsetzung erarbeitet werden. Die Gestaltung des digitalen Wandels soll gemeinsam mit den Herstellern und Anwendern von IT, der Wissenschaft und den Sozialpartnern sowie weiteren gesellschaftlichen Gruppen umgesetzt und weiterentwickelt werden.

Damit greift der diesjährige Gipfel einen Megatrend auf, der unser Leben immer mehr bestimmt. Bereits im September 2015 haben die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 verabschiedet. Das Ziel: die Lebenssituation der Menschen zu verbessern und gleichzeitig unseren Planeten für nachfolgende Generationen lebenswert zu halten.

Dabei tragen digitale Infrastrukturen auf der einen Seite zur Nachhaltigkeit bei, gefährden andererseits aber auch selbst – zum Beispiel durch ihren hohen Energieverbrauch – eine nachhaltige Entwicklung. Bereits am ersten Kongresstag wird daher die Nachhaltigkeit digitaler Infrastrukturen diskutiert. Aber auch neue umweltfreundlichere Geschäftsmodelle stehen auf der Agenda.

Zur Sprache kommen aber auch die geplante Cloud-Infrastruktur GAIA-X und die Rolle der Öffentlichen Verwaltung. So erklärte Hermann-Josef Haag, Fachvorstand Personalwesen & Public Sector des Verbandes Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG): „Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Öffentliche Verwaltung in Sachen Digitalisierung hinterherhinkt. Es gibt zwar Vorzeigeprojekte wie die elektronische Steuererklärung, grundsätzlich ist der Weg aber noch weit.“

Die Gründe dafür, so Haag, seien vielfältig. Eine Rolle spiele zum Beispiel die Skepsis der Public Cloud gegenüber. Aus Sicht der Öffentlichen Verwaltung müsse bei der Digitalisierung vor allem sichergestellt sein, dass die Souveränität von Daten und Systemen gewahrt bleibe. Vor diesem Hintergrund hätte zum Beispiel ein europäisches Modell wie GAIA-X großes Potenzial. Viele Kunden könnten von einem vertrauensvollen Anbieter profitieren.

Haag weiter: „Darüber hinaus sollte es ein attraktives Angebot geben, um die Transformation von Verwaltungen schneller voranzutreiben und gegebenenfalls innovative Themen ohne kosten- und zeitintensive Vergabeverfahren umzusetzen. Wenn das gewährleistet ist und GAIA-X als das Ökosystem für kritische Aufgaben in der EU vorgegeben wird, hat die Plattform garantierte Kunden und somit Potenzial, ausgebaut zu werden.“

Weitere Infos

Interessierte können sich über folgenden Link registrieren: www.bmwi-registrierung.de. Das vollständige Veranstaltungsprogramm finden Sie hier.

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Redaktion, eGovernment Computing