Unterstützung Digital bezahlen in Stadt und Kommune

Autor: Susanne Ehneß

Kommunale ePayment-Lösungen bieten Mehrwert für Bürger und Verwaltung gleichermaßen. Der Bitkom möchte Kommunen bei der Nutzung solcher Bezahllösungen unter die Arme greifen.

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ePayment-Lösungen können Kommunen effizienter, bürgerfreundlicher und nachhaltiger machen
ePayment-Lösungen können Kommunen effizienter, bürgerfreundlicher und nachhaltiger machen
(© Iryna - stock.adobe.com)

Digitale Payment-Lösungen können die intelligente Vernetzung von Städten und Regionen unterstützen und Verwaltungsangebote effizienter und bürgerfreundlicher gestalten – ob es um das Ticket­ für den öffentlichen Nahverkehr geht, die Eintrittskarte fürs Museum oder die Buchung eines Carsharing-Dienstes.

Zahlungsdienstleister ins Bewusstsein rücken

„Dass auch Zahlungsdienstleister eine Rolle bei der Digitalisierung von Kommunen einnehmen, ist den wenigsten politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern bewusst“, meint der Branchenverband Bitkom im Vorwort seines Positionspapiers „Digitales Bezahlen in der Smart City und Smart Region“. Dieses ­Papier ist als Hilfestellung für ­Städte und Kommunen gedacht. „Digitale Bezahllösungen sind ein weiterer grundlegender Baustein der Digitalisierung und Modernisierung der smarten Kommune sowie ihrer Öffentlichen Verwaltung und Services“, heißt es weiter.

„Digitale Bezahllösungen machen es nicht nur möglich, Verwaltungsdienstleistungen von der Identifikation bis zum Bezahlen einer Leistung vollständig digital abzuwickeln, sondern können auch ein wesentlicher Baustein sein, um datengestützte Informationen über die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen. Damit wird das Leben in Städten effizienter, bürgerfreundlicher und nachhaltiger gestaltet“, kommentiert Michael Pfefferle, Referent Smart City und Smart Region.

Kevin Hackl, Referent Digital Banking & Financial Services, ergänzt: „Kommunen können von der Zusammenarbeit mit digitalen Zahlungsdienstleistern profitieren, aber dieser weit über das Abwickeln von Bezahlvorgängen hinausreichende Nutzen wird in den Digitalstrategien vieler Kommunen im Gegensatz zu ausländischen Vorreitern bislang kaum berücksichtigt. Das geht nicht nur an den Bedürfnissen der Bürger vorbei, sondern lässt auch Modernisierungspotenziale ungenutzt.“

Praxisbeispiele seien etwa multimodale Mobilitäts-Apps mit integrierter Bezahlfunktion, die öffentlichen Nahverkehr, Car-Sharing und andere Mobilitätsangebote bündeln und zentral buchbar machen. Verkehrsdaten könnten genutzt werden, um Verkehrsströme besser zu managen und Nutzer auf alternative Routen und Mobilitätslösungen zu lenken. Auch in den Bereichen Bildung, Kultur und Tourismus böten sich intelligente Vernetzung und datenbasiertes Management an.

Fünf ePayment-Thesen

Der Bitkom formuliert fünf Thesen zum Potenzial digitaler Bezahllösungen für die Modernisierung von Verwaltungen sowie für die Transformation von Kommunen hin zu Smart Cities und Smart Regions:

  • Digitale Bezahllösungen vereinfachen die Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen für die Bürger: Für die Digitalisierung von Verwaltungsdienst­leistungen im Zuge des Onlinezugangsgesetzes muss eine digitale, europaweit nutzbare Bezahloption für alle Bürger der Europäischen Union geschaffen werden.
  • Ein effektives Daten- und Identifikationsmanagement unter Einhaltung höchster Sicherheits- und Datenschutzstandards wird durch die sichere Abwicklung digitaler Zahlungsprozesse in der Kommune unterstützt: Die ­technologische und infrastrukturelle Expertise von Zahlungsdienstleistern eröffnet einen ganzheitlichen Zugang für Ende-­zu-Ende-digitalisierte Verwaltungsprozesse. Mit einer digitalen Bezahlfunktion können Informations-, Identitäts- und Datenmanagement zentral gesteuert und digitale Dienstleistungen weiterer kommunaler Serviceanbieter zentral abgebildet werden.
  • Zahlungsdienstleister unterstützen Smart Cities und Smart Regions dabei, einem erhöhten Maß an Cybersicherheit gerecht zu werden: Kommunen können von der regulatorisch bedingten Expertise von Zahlungsdienstleistern im Bereich der Cybersicherheit profitieren. Ein Austausch ermöglicht es, Cyberrisiken zu identifizieren, vorzubeugen und zu bekämpfen.
  • Zahlungsdienstleistungen sind eine weitere Ebene für die intelligente Vernetzung der smarten Kommune: Kommunale Dienstleistungen können mittels ePayment zentral genutzt, bezahlt und in die Services von Drittanbietern integriert werden, etwa beim öffentlichen Nahverkehr, beim Parken oder Laden von Elektroautos. Technologieunternehmen wie Zahlungsdienstleister können Kommunen dabei unterstützen, selbst zur Plattform zu werden, beispielsweise im Bereich der Mobilität, Bildung oder Kultur.
  • Eine datenbasierte Stadtplanung wird möglich: Die kommunale Planung und Gestaltung erfolgt in Smart Cities und Smart Regions auf Basis datenbasierter Informationen. In durch Zahlungsdienstleister vernetzten Kommunen wird eine übergreifende Erfassung und Verarbeitung von Daten erleichtert.

Der Bitkom plädiert demnach klar für einen Schulterschluss von regionalen, politischen Entscheidungsträgern und technologischen Innovationskräften aus Wirtschaft und Forschung. „Digitale Zahlungsdienstleister sollten dabei frühzeitig mit eingebunden werden und nicht länger als reine Check-Out-Funktion verstanden werden“, mahnt der Verband.

Das komplette Bitkom-Papier „Digitales Bezahlen in der Smart City und Smart Region“ gibt es online als PDF.

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