Thüringen und Hessen setzen auf gemeinsame IT-Infrastruktur

„Die Zusammenarbeit ist nur konsequent“

| Autor: Manfred Klein

Hessen und Thüringen sind offen für weitere Kooperationen
Hessen und Thüringen sind offen für weitere Kooperationen (© HZD)

Wieder einmal erweist sich die Steuerverwaltung als Motor der interföderalen IT-Zusammenarbeit und Treiber von eGovernment: Die Steuerbescheide des Freistaats Thüringen werden künftig in den Rechenzentren Hessens berechnet.

In einer gemeinsamen Erklärung verkündeten die Finanzminister die Finanzminister der beiden Länder, die Thüringer Ministerin Heike Taubert und Hessens Mminister Dr. Thomas Schäfer: „Die gute Zusammenarbeit unserer Steuerverwaltungen seit der Wiedervereinigung hat Tradition und wird nun im IT-Bereich erweitert: Fast alle steuerlichen Verfahren, die für die tägliche Arbeit in den Thüringer Finanzämtern erforderlich sind, liegen ab sofort auf Servern und Großrechnern des Landes Hessen. Die Zusammenarbeit der IT-Rechenzentren beider Länder ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie gelungene IT-Kooperation unter den Ländern ausschauen kann. Was für viele Bundesländer noch ein Modell der Zukunft ist, ist bei uns bereits Gegenwart.“

Die Verlagerung der IT-Infrastruktur und zentraler Steuerverfahren erfolgte in den Monaten Februar und März vom Thüringer Landesrechenzentrum (TLRZ) in Erfurt in die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung (HZD). Auch das Bezügeabrechnungsverfahren für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Thüringer Landesverwaltung wird jetzt an den Standorten der HZD in Wiesbaden und Mainz betrieben. Grundlage der IT-Kooperation bildet eine Vereinbarung, die die beiden Finanzminister im vergangenen Sommer unterzeichneten.

Finanzministerin Heike Taubert sagte: „Es ist wichtig durch Spezialisierung und Bündelung von Aufgaben arbeitsteilig vorzugehen, um die wachsenden Anforderungen an den steuerlichen IT-Betrieb mit überschaubarem Ressourcenaufwand bewältigen zu können.“ Durch die gemeinsame Nutzung von Rechenzentren seien laut Ministerin Taubert erhebliche Einsparungspotentiale realisierbar.

„Es freut mich sehr, dass es bei der Übertragung keine Probleme gab und der ambitionierte Zeitplan trotz der hohen Anforderungen an die Stabilität und Sicherheit der Verfahren eingehalten werden konnte“, so Taubert.

Hessens Finanzminister Schäfer nannte die Zusammenarbeit „konsequent“. „Die Steuergesetze des Bundes gelten grundsätzlich für alle Bundesländer gleich. Alle 16 Länder und der Bund entwickeln zudem seit vielen Jahren gemeinsam die einheitliche Software der Steuerverwaltung. Eine Zusammenarbeit der Rechenzentren der Bundesländer, wenn es um die tägliche Anwendung und den Betrieb der Steuer-IT geht, ist daher nur die logische Weiterentwicklung der arbeitsteiligen Zusammenarbeit. Für weitere Kooperationen sind wir in Hessen jedenfalls offen. Es braucht noch mehr Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Digitalisierung zwischen den Bundesländern. Nur so können wir Ressourcen bündeln und gemeinsam die Chancen der modernen IT für die Menschen in Deutschland nutzbar machen.“

Schäfer weiter: „Allen Verantwortlichen – und damit natürlich auch den Fachleuten in der HZD – gratuliere ich zum erfolgreichen Kraftakt der Übertragung der IT-Verfahren auf unsere Großrechner. Das war ein starker Auftakt für eine starke Kooperation!“

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