Handlungsoptionen zur Umsetzung

Die Zeit ist reif: OZG in die Kommunen tragen!

| Autor / Redakteur: Dirk Stocksmeier / Manfred Klein

Konkrete kommunale Handlungsbedarfe

Kommunen sollten sich in einem ersten Schritt darüber informieren, für welche Leistungen bereits „einer für alle“-Services umgesetzt sind oder werden, an denen sie sich potenziell anschließen können. Weiterhin sollten sie prüfen, welche tauglichen Produkte am Markt existieren, die beschafft und angepasst werden können. Informationen darüber erhalten sie auf der OZG-Informationsplattform.

Für die Nachnutzung von „einer für alle“-Services ist es erforderlich, dass die Kommunen entsprechende Schnittstellen für die eigenen Fachverfahren entwickeln, um diese „online-fähig“ zu machen. Zudem müssen die technischen Adressen registriert werden, damit der „einer für alle“-Service die Antragsdaten aus ihrem Zuständigkeitsbereich an die richtige Stelle übermitteln kann.

Darüber hinaus müssen die Länder die Beteiligung rechtlich ermöglichen, oftmals durch den Beitritt zu einer Verwaltungsvereinbarung. Auch stellen sich die Frage nach der Finanzierung des dauerhaften Betriebs sowie der Pflege und Weiterentwicklung, wobei die Kosten aufgrund der Lastenverteilung unter allen Beteiligten grundsätzlich niedriger sind, als bei einer eigenständigen Umsetzung.

Für Leistungen, die nicht nach dem „einer für alle“-Modell umgesetzt werden, sollten Kommunen prüfen, inwieweit das jeweilige Land den Dienst nachnutzbar im Landesportal umzusetzen plant. Auch hier besteht dann die Möglichkeit, sich über Schnittstellen anzuschließen, um nicht selbst einen eigenen Online-Dienst entwickeln und pflegen zu müssen.

Erst anschließend sollten sich Kommune damit beschäftigen, eine eigene Umsetzung in die Wege zu leiten. Hierbei sollten sie den Blick zunächst auf verfügbare Lösungen am Markt richten. Für einige Leistungen gibt es bereits geeignete Lösungen, entweder von privaten oder öffentlichen IT-Dienstleistern sowie den Fachverfahrensherstellern selbst.

Diese Lösungen können oft nach unterschiedlichen Lizenz- und Betreibermodellen genutzt werden. Nur sofern bis hierhin keine taugliche Lösung identifiziert worden ist, sollten Kommunen ernsthaft die Entwicklung eines eigenen Online-Dienstes in Betracht ziehen.

Keine Sonderwege, keine eigenen Infrastrukturen

Auch bei eigenen Implementierungen sollten Kommunen grundsätzlich von Eigenentwicklungen absehen und stattdessen markt- und nutzergetestete Komponenten in Produktqualität einsetzen. Oftmals sind schon allein deswegen keine eigenen kommunalen Infrastrukturen für Online-Dienste notwendig, weil die Länder ihren Kommunen die Nutzung der Infrastruktur des Landes ermöglichen, etwa Antrags- und Formular-Management-Systeme, Nutzerkonten und Bezahldienste.

Ergänzendes zum Thema
 
Fazit

Kommunen sollten deshalb bei eigenen Umsetzungsvorhaben prüfen, welche Basiskomponenten vom Land zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden oder sogar verpflichtend vorgeschrieben sind. Insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Anforderungen insbesondere an Nutzerfreundlichkeit, Interoperabilität und Sicherheit, sollten Kommunen möglichst davon absehen, eigene Infrastrukturen zu betreiben oder gar zu entwickeln.

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Schnittstellen gibt es schon lange. Aber die FITKO will ja neue erarbeiten. Ob sie diesjahr noch...  lesen
posted am 17.06.2020 um 13:42 von parkerfly

Guten Morgen, der Schreiber des Artikels scheint keinen blassen Schimmer von dem zu haben, was er...  lesen
posted am 12.06.2020 um 07:45 von r.wuensche


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