eGovernment in Bayern

Die wichtigsten OZG-Anwendungen sollen schon 2020 online sein

| Redakteur: Manfred Klein

Bayern will OZG-Meister werden
Bayern will OZG-Meister werden (© mojolo - stock.adobe.com)

Auch Bayern will bei der OZG-Umsetzung aufs Tempo drücken. Das Kabinett des Freistaats hat sich jetzt darauf verständigt, die wichtigsten Verwaltungsdienstleistungen schon 2020 online anzubieten und hat einen entsprechenden Fahrplan verabschiedet.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Ministerrat nun einen Fahrplan zur Digitalisierung der Verwaltung beschlossen. Die wichtigsten Verwaltungsleistungen in Bayern sollen flächendeckend digital angeboten werden – und deutlich schneller, als vom Onlinezugangsgesetz (OZG) des Bundes gefordert. Dazu setzt Bayern auf einen Dreiklang aus:

OZG-Masterplan mit bayerischer Roadmap 2020: Wie im bayerischen Koalitionsvertrag vorgesehen, sollen bis Ende 2020 die 54 wichtigsten Verwaltungsverfahren (zum Beispiel Beantragung Geburtsurkunde, Kfz-Zulassung, Gesundheitszeugnis, Hundesteuer, Wohnsitzmeldungen, Baugenehmigung, Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Unternehmensanmeldung) flächendeckend als Online-Services für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen zur Verfügung stehen – das OZG fordert dies erst bis Ende 2022. Arbeitsgrundlage bildet auch im Freistaat der OZG-Umsetzungskatalog.

Digitallabor Bayern und Registermodernisierung: Im Digitallabor Bayern sollen Bürger und Unternehmen in gemeinschaftlichen Workshops mit IT-Entwicklern, Landkreisen und weiteren Vertretern der Kommunen an digitalen Lösungen für wichtige, bislang analoge Verwaltungsleistungen arbeiten. So sollen zum Beispiel bisherige Papier-Anträge und -Formulare in Webformulare umgewandelt werden – und dies möglichst einfach und anwenderfreundlich mithilfe eines standardisierten digitalen „Werkzeugkastens“. Die konkreten Leistungen bzw. Anträge/Verfahren sollen gemeinsam mit den unten genannten Pilotlandkreisen ausgewählt aus den Bereichen Straßenverkehrswesen, Gaststätten- und Gewerberecht, Umwelt- und Naturschutz, Gesundheits- und Veterinärwesen und Jagd- und Fischereiwesen. Als Gemeinschaftsprojekt mit dem Innovationsring des Bayerischen Landkreistages sollen die gewählten Verwaltungsleistungen zunächst in diesen Landkreisen entwickelt und erprobt werden:

• Aschaffenburg (Unterfranken)

• Bad Tölz-Wolfratshausen (Oberbayern)

• Cham (Oberpfalz)

• Fürth (Mittelfranken)

• Kulmbach (Oberfranken)

• Neu-Ulm (Schwaben)

• Passau (Niederbayern)

Die Ergebnisse sollen nach dem Grundsatz „Einer für Alle“ den übrigen Landkreisen zur Verfügung gestellt werden.

Gleichzeitig sollen bislang dezentral gespeicherte Verwaltungsdaten (zum Beispiel Melderegister) besser vernetzt werden. Die Modernisierung der Registerdaten soll den Aufwand für die Bürger verringern und die Zusammenarbeit aller Behörden erleichtern. Künftig sollen häufig benötigte Angaben und Unterlagen nur noch einmalig vorgelegt werden müssen.

Unterstützung der Kommunen: Die Kommunen sind das Gesicht der Verwaltung zu den Bürgern und Unternehmen. Bayern hat schon heute eine bundesweit führende Rolle bei der Digitalisierung der Verwaltung. Über 1.900 Kommunen bieten bereits Online-Dienste im BayernPortal an. Über das zentrale BayernPortal können Kommunen ihren Bürgern eine einfache Anmeldung über die BayernID, die einfache und sichere Kommunikation mit den Behörden über einen Postkorb sowie das elektronische Bezahlen (ePayment) anbieten. Der Freistaat will seine Kommunen bei der Digitalisierung auch finanziell im Rahmen der OZG-Umsetzung unterstützen.

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Sehr interessant und fachlich hochwertig. Dankeschön  lesen
posted am 16.09.2019 um 13:56 von Unregistriert


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