Suchen

Interview Die Verwaltung erfindet sich neu

| Redakteur: Manfred Klein

Transformation. Der 13. Ministerialkongress des Beratungshauses BearingPoint stand in diesem Jahr unter dem Motto: Die Verwaltung erfindet sich neu. eGovernment

Firmen zum Thema

Antrieb. Jon Abele ist der Überzeugung, dass neue Organisationsmodelle und eGovernment die Verwaltung der Zukunft prägen werden
Antrieb. Jon Abele ist der Überzeugung, dass neue Organisationsmodelle und eGovernment die Verwaltung der Zukunft prägen werden
( Archiv: Vogel Business Media )

Computing wollte von Jon Abele, Managing Director bei BearingPoint und zuständig für den Bereich Public Sector, wissen, was es damit auf sich hat.

Herr Abele, was waren die zentralen Themen des Kongresses und worauf zielt die Formulierung „sich neu erfinden“?

Abele: Zentrale Themen des Kongresses waren die Anforderungen der Zukunft und die wesentlichen Stellgrößen der Transformation, die wir als „Neuerfinden“ bezeichnen: IT-Management, Verwaltungssteuerung, eGovernment und neue Organisationsmodelle.

In der Verwaltung entstehen derzeit neue Strategien aus organisatorischen Lernprozessen zur Logik des Geschäftes und aus neuen technologischen Möglichkeiten. Das Internet und die Digitalisierung von Daten in Verbindung mit DMS, Workflow- und Archivierungssystemen hat ein virtuelles Zusammenarbeiten ermöglicht. Business Intelligence- und Datawarehousesysteme versetzen uns in die Lage, die entstandene Datenflut zu beherrschen und zu nutzen. Die Liste der Anwendungsgebiete ist lang und vielfältig – wir werden eine Verwaltung erleben, wie es sie bisher nicht gab. Das integrierte und behördenübergreifende Modell der Zusammenarbeit (joined up Government) und das „One-Stop-Government“ wird sich in den nächsten Jahren durchsetzen. Betrachten wir vor diesem Hintergrund die eingeleitete evolutionäre Entwicklung im Zeitraffer, ist festzustellen, dass die Verwaltung in der Tat auf dem Weg ist, sich „neu zu erfinden“.

Sie haben die Verwaltung in Deutschland für den erreichten Entwicklungsstand beim Einsatz intelligenter IT-Lösungen gelobt, gleichzeitig aber auch einen Mangel an Mut und Geschwindigkeit beklagt. Woher kommt diese Diskrepanz?

Abele: Die Verwaltung befindet sich mitten in einem Transformationsprozess, an dessen Ende sie nicht mehr mit der Verwaltung zu Beginn der Jahrtausendwende vergleichbar sein wird. Es gibt bereits eine große Anzahl herausragender Leuchtturmprojekte. Dieser Umstand verdient es, gewürdigt zu werden. In dieser Einschätzung spiegelt sich aber auch das heterogene Bild der deutschen Verwaltung wider. Wir haben kein Erkenntnisproblem – wir haben ein Umsetzungsproblem. Es fehlt an einem Gesamtkonzept, einem verbindlichen Umsetzungsplan, an Mut und Investitionsbereitschaft bewährte Schritte zu übernehmen und flächendeckend umzusetzen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2016360)