GovData-Portal erfolgreich evaluiert Die Technik ist gut, es fehlt das politische Commitment

Redakteur: Manfred Klein

Ergänzend zur bereits im November veröffentlichten Informationssammlung, liegen nun auch die Endergebnisse und Handlungsempfehlungen der GovData-Evaluation vor. Ziel war es Potenziale zur Verbesserung und zum weiteren Ausbau von GovData zu identifizieren. Ein Schwerpunkt der Analyse lag auf der Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit.

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Die Evaluierung des GovData-Portals wurde erfolgreich abgeschlossen
Die Evaluierung des GovData-Portals wurde erfolgreich abgeschlossen
(Foto: AA+W - Fotolia.com)

Die Handlungsempfehlungen wurden auf der Grundlage mehrerer Workshops, Experten-Interviews, einer Online-Umfrage und weiterer Analysen wurden Handlungsempfehlungen zur Verbesserung und zum weiteren Ausbau von GovData erarbeitet.

Neben der Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit des Portals stand vor allem die Bewertung der technischen Grundlage beziehungsweise der Software-Architektur im Mittelpunkt.

In ihrem Ergebnisbericht kommt die Unternehmensberatungs Capgemini zu folgenden Ergebnissen:

„Das Ergebnis der Evaluation bestätigt, dass GovData zu einem Open Data Portal für Deutschland weiterentwickelt werden soll, das künftig sein wirtschaftliches Potenzial erschließen und seinen Wert als Grundlage für Transparenz, Bürgerbeteiligung und Kollaboration entfalten kann.“

„Im Zuge der mittel- und langfristigen Weiterentwicklung und Optimierung des Portals soll es für kommende Themen – wie beispielsweise Kollaboration, Big Data oder der Öffnung von Forschungs- und Wirt-schaftsdaten – ausgebaut werden“, so die Verfasser.

„Die kurzfristigen Handlungsempfehlungen sollten im Vorfeld des Übergangs in den Regelbetrieb bis 2015 umgesetzt werden. Mit der Durchführung der mittel- und langfristigen Handlungsempfehlungen wird die intensive Nutzung des Portals befördert. So werden und die Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit des deutschen Open Data Portal im internationalen Vergleich geschaffen.

Im Hinblick auf die Ausgestaltung der Plattform im Internet besteht noch Handlungsbedarf. Die Ansprache der Zielgruppen des Portals und die Vermittlung von Vision und Zielsetzung sollte geschärft und nachjustiert werden, damit eine stärkere Nutzerbindung umgesetzt werden kann. Eine Portalstrategie zur Umsetzung der Anforderungen an die Zielgruppenansprache und Nutzerzentrierung für den Regelbetrieb sollte erarbeitet werden.

Zudem sollte klarer dargestellt werden, wer welche Daten bereitstellt und wer diese wie nachnutzt. Dafür kann eine Open-Data-Landkarte im Portal ergänzt und Visualisierungswerkzeuge angeboten werden. Visualisierungswerkzeuge bieten sich an, um es Nachnutzern auch aus der Verwaltung zu ermöglichen, auf Informations- und Beteiligungsportalen Wissen zu schaffen und Informationen zum Bürger zu transportieren.“

Und: „Die Bekanntheit des Portals sollte nicht nur durch ein verstärktes Marketing verbessert werden. Auch die Integration von Social Media auf dem Portal wie zum Beispiel Twitter und die Optimierung der Auffindbarkeit des Portals in Suchmaschinen können mit wenig Aufwand umgesetzt werden. Zur Stärkung der Nachnutzung der bereit gestellten Daten sollten Entwicklertage regelmäßig durchgeführt werden.“

Die Analyse der Benutzerfreundlichkeit habe zudem eine ganze Reihe von Maßnahmen ergeben, die kurzfristig umgesetzt werden könnten, um die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Beispiele aus dem Maßnahmenkatalog seien hier die Überarbeitung der Suchdialoge, die Beseitigung von Beeinträchtigungen in der Aufgabenorientierung, wie der Bereinigung von Systemmeldungen von technischen Inhalten, oder die Vereinheitlichung und Verbesserung der Formulartemplates und der Dateneingabe.

Mittel- und langfristig sei die Entwicklung einer nutzerzentrierten Konzeption, in der Anwenderanforderungen erhoben, analysiert und abgebildet werden, erforderlich, um die Gebrauchstauglichkeit des Portals optimal sicher zu stellen.

„Technologisch gibt es im Portal nur wenige Verbesserungspotenziale. Die Metadatenstruktur und die Importmöglichkeiten verweisen lediglich auf einige organisatorische Handlungsbedarfe. Die Standardisierungsbestrebungen sollten fortgesetzt und die verschiedenen Möglichkeiten der Datenbereitstellung beibehalten werden“, so die Autoren.

Dennoch sollte im Bezug auf die Architektur des Portals eine Architekturmodularisierung mittelfristig umgesetzt werden, um die bestehend Lösung in ein modulares Baukastensystem zu überführen.

„Im Kern konnte die Evaluierung aufzeigen, dass die wichtigsten Grundlagen für ein nutzerorientiertes deutsches Open-Data-Portal bereits geschaffen wurden und insbesondere das partnerschaftliche und transparente Vorgehen die Fachgemeinde überzeugt. Ein hochrangiges politisches Commitment ist jedoch unabdingbar für den Erfolg von GovData“, das das Fazit.

Eine detaillierte Übersicht über die alle Handlungsempfehlungen gibt es im Internet.

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