Mittelfristige Aufgaben kommunaler Verwaltungen

Die Stadt der Zukunft ist transparent oder unattraktiv

| Autor / Redakteur: Petra Winkler / Susanne Ehneß

Die Stadt der Zukunft: eine transparente Organisation
Die Stadt der Zukunft: eine transparente Organisation (Bild: dahabians - Fotolia.com)

Der Trendbericht „Ascent Look Out 2014“ des IT-Dienstleisters Atos beschäftigt sich mit mittelfristigen Anforderungen an städtische Verwaltungen. Die grundsätzliche Erkenntnis: Städte müssen transparenter mit Informationen umgehen, wenn sie im globalen Wettbewerb nicht an Attraktivität verlieren wollen.

„Stadtluft macht frei“ hieß es im Mittelalter. Wer als Leibeigener die Chance hatte, dem Zugriff seines Dienstherren zu entkommen und „Jahr und Tag“ in der Stadt zu leben, war rechtlich frei. Dieser Rechtsgrundsatz diente der Entwicklung der städtischen Gemeinden. Heutzutage braucht es keinerlei Anreize mehr, um die Menschen anzulocken: Bereits die Hälfte aller Menschen wohnt in Städten. Der Atos-Trendbericht „Ascent Look Out“ geht davon aus, dass im Jahr 2050 zwei von drei Menschen dort leben werden. Die Konsequenzen: Infrastruktur und Transportsysteme stoßen an ihre Grenzen, Umweltbelastungen steigen, und Ressourcen müssen intelligenter verteilt werden.

Für staatliche und kommunale Behörden bedeutet die Entwicklung, mit sinkenden Budgets die steigenden Anforderungen einer wachsenden städtischen Bevölkerung zu bedienen. Dabei reicht es nicht aus, ein Mindestmaß an funktionierenden kommunalen Leistungen wie den öffentlichen Nahverkehr oder die Müllabfuhr sicherzustellen.

In einer globalen Welt stehen alle Städte im Wettbewerb um junge, gut ausgebildete Einwohner und um Unternehmen, die sich dort niederlassen und Arbeitsplätze schaffen. Dies gilt nicht nur für die vergleichsweise wohlhabenden und kleinen Städte in Deutschland, sondern für alle Kommunen von Mexiko bis zu den Philippinen.

Gesellschaftlicher Wandel

Sozio-kulturell zeichnet sich vor allem der Trend zu multi-ethnischen und multi-kulturellen Gemeinschaften ab. Diese resultieren unter anderem aus der gestiegenen Mobilität der Menschen. Dies trifft in Ländern wie Deutschland auf eine alternde Bevölkerung und auf neue Arbeitsplatzmodelle jenseits des Bürotages von neun bis fünf Uhr. Gleichzeitig entstehen neue Gemeinschaften, die sich entweder „anti-global“ über Nachbarschaften oder „hyper-global“ virtuell über gemeinsame Interessen definieren.

Eine Reihe von technologischen Trends unterstützt diese Entwicklungen: So steigen mit den Netz-Bandbreiten und dem Angebot neuer Endgeräte auch die Möglichkeiten der mobilen Kommunikation. Große strukturierte und unstrukturierte Datenmengen lassen sich immer schneller und immer sinnvoller analysieren. Der Intelligenz-Grad von Maschinen wächst rapide und schafft neue Produktionsmöglichkeiten durch effizientere Abläufe. Biometrische Daten können immer einfacher und besser verarbeitet und bereitgestellt werden. Dank Cloud Computing sind IT-Services kostengünstiger und zentralisiert verfügbar.

Anforderungen

Dennoch: Über all diesen Entwicklungen schwebt die Frage nach der Sicherheit von Daten und Anwendungen – ein Thema, das durch Prism einen neuen Schub erhalten hat. Zudem bringen diese Trends im Hinblick auf eine möglichst kosteneffiziente und Service-reiche kommunale Organisation zahlreiche Anforderungen mit sich. Sie lassen sich mit der Umschreibung „Verbindungen schaffen“ zusammenfassen und in drei Dimensionen gliedern:

  • Erstens gilt es, den Austausch zwischen städtischen Behörden und den Bürgern zu intensivieren. Hierdurch lässt sich das vorhandene Potenzial der Bürgerbeteiligung an der städtischen Organisation ausbauen.
  • Zweitens müssen die Systeme der städtischen Mitarbeiter intensiver an die relevanten Ereignisse in der Stadt angebunden werden, um die richtigen Informationen für ihre Aufgaben zu erhalten.
  • Und drittens ist es wichtig, die unterschiedlichen Verwaltungen zukünftig stärker miteinander zu verbinden. So können diese ihre Service-Qualität erhöhen und Doppelarbeiten verhindern.

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