Gesundheits-IT ist ein Wachstumsmarkt

Die Potenziale sind noch längst nicht ausgeschöpft

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Auf der conhIT ging der Bär ab
Auf der conhIT ging der Bär ab (Bild: Jürgen Sprenzinger)

Der vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. veröffentlichte „Branchenbericht IT-Lösungen im Gesundheitswesen“ ermittelt für Deutschland ein jährliches Wachstum von 3,2 Prozent. Das ist zwar überdurchschnittlich, schöpft aber die Potenziale längst noch nicht aus. Entsprechend hoch war auch der Andrang bei der diesjährigen conhIT in Berlin.

Mit 359 Ausstellern und mehr als 150 Veranstaltungen im Rahmen von Kongress, Akademie und Networking hat die conhIT einen neuen Höchststand erreicht. 6495 Besucher aus 65 Ländern waren nach Berlin gekommen, um sich über den aktuellen Status der Gesundheits-IT zu informieren – acht Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Für Bernhard Calmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Gesundheits-IT, der die conhIT 2008 ins Leben gerufen hatte, unterstreichen die Zahlen auch die steigende Relevanz der Gesundheits-IT für Deutschland. „Wieder ist es uns gelungen, die Vielfalt der Gesundheits-IT auf der Messe zu versammeln und gemeinsam mit unseren Partnern ein außerordentlich attraktives Programm zusammenzustellen. Die aktive Teilnahme von Unternehmen, Anwendern, Kostenträgern, Selbstverwaltung und Politik hat uns gezeigt, dass IT ein Treiber für ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen ist. Wir hoffen, dass die conhIT auch im Nachhinein wirkt und wir nächstes Jahr einen großen Schritt weiter sind.“

Dänemark gibt Impulse für Deutschland

Dänemark als Partnerland stellte auf der Messe und im Programm dar, wie die digitale Vernetzung des Gesundheitswesens zügig vorangetrieben werden kann. In den kommenden zehn Jahren soll dort umfassend in IT investiert werden – eine Ausgangssituation, von der Deutschland derzeit weit entfernt ist. Denn obwohl die Lösungen der Industrie bereits erfolgreich im Einsatz sind, scheint eine flächendeckende Ausbreitung von Gesundheits-IT noch in weiter Ferne.

Der ausländische Markt verspricht Wachstumschancen

Insbesondere der ausländische Markt verspricht derzeit Wachstumschancen. Dabei könnte der deutsche Markt für die Unternehmen an Attraktivität verlieren, sollten sich die Rahmenbedingungen nicht verbessern. Im Rahmen der Podiumsdiskussion auf der conhIT „Jedes Land bekommt die IT, die es verdient. Was verdient Deutschland?“ wurde der „Branchenbericht IT-Lösungen im Gesundheitswesen“ vorgestellt.

Er basiert auf einer wissenschaftlichen Erhebung der „Forschungsgruppe Informatik“ im Gesundheitswesen der Fachhochschule Osnabrück, die 42 bvitg-Mitgliedsunternehmen und 131 weitere Unternehmen der Gesundheits-IT-Branche befragt hatte und auf Ergebnissen der „Fokusgruppen“ des bvitg.

Gesamtumsatz der Gesundheit-IT liegt bei 1,6 Milliarden Euro

Den Gesamtumsatz der Gesundheit-IT-Branche beziffert der Branchenbericht für das Jahr 2012 auf 1,6 Milliarden Euro. Das Wachstum liegt mit 3,2 Prozent über dem Wachstum der Informationstechnologie gesamt (1,54 Prozent), jedoch unter dem von Software allgemein (5,3 Prozent). In den bvitg-Fokusgruppen wurden Teilsegmente des Marktes genauer analysiert.

So zeigt sich in den Bereichen Cloud/Rechenzentrum sowie bei der Sprachverarbeitung und den Datenmanagementsystemen ein starkes Wachstum, während andere Segmente eher moderat mit 2 bis 3 Prozent pro Jahr wachsen.

Bei den Labordatensystemen schrumpft der Markt, was mit den starken Konsolidierungstendenzen in diesem Marktsegment erklärt wird. Während das Wachstumspotenzial in Deutschland eher moderat ist, erscheinen über alle Segmente hinweg insbesondere die Wachstumserwartungen im Ausland attraktiv. Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen sind bereits international tätig.

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