Suchen

IDC blickt in die Zukunft Die Nutzung sozialer Netzwerke in Unternehmen wird wichtiger

| Autor / Redakteur: Jennifer Waldeck, IDC / Katrin Hofmann

Soziale Netzwerke haben die Welt in vielerlei Hinsicht verändert. Waren Plattformen wie Facebook, Twitter, StudiVZ und StayFriends zunächst für private Nutzer gedacht, so steigt heutzutage auch der Druck auf die Unternehmen, diese Medien zu nutzen. Mit steigenden Mitgliederzahlen und Anwendungen ergeben sich hier immer neue Möglichkeiten der professionellen Kundenbindung.

Firmen zum Thema

Jennifer Waldeck, Research Analystin bei IDC in Frankfurt
Jennifer Waldeck, Research Analystin bei IDC in Frankfurt

Mit konventionellen Werbemethoden haben sich die Unternehmen langsam an das Thema der sozialen Netzwerke herangetastet und nutzen mittlerweile die volle Bandbreite der Plattformen. So sollen etwa auf Facebook eingestellte Firmenprofile die Bekanntheit erhöhen oder das Image gelenkt werden. Aber auch Online-Games, Event-Planung oder Prämien-Systeme sind mittlerweile integriert. Für Unternehmen ergeben sich hier vielfältige Chancen, mit ihren Kunden in Kontakt zu treten und sie an sich zu binden. Dies spiegelt sich auch in der wachsenden Zahl von Social-Media-Managern im Markt wider.

Studien-Ergebnisse

IDC befragte Ende 2010 mehr als 2000 westeuropäische Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern zu ihren Präferenzen bezüglich der Nutzung sozialer Plattformen, also sozialer Netzwerke, Blogs und Wikis. Vergleiche zu konventionellen Medien, wie etwa E-Mail oder Instant Messaging, sollen Auskunft über die Bedeutung der neuen Plattformen geben. 40 Prozent der Unternehmen gaben an, eher über soziale Netzwerke zu kommunizieren als über althergebrachte wie E-Mail und 35 Prozent nutzten die verschiedenen Formen gleichwertig nebeneinander. IDC erwartet zunächst noch die simultane Verwendung verschiedener Kommunikationsformen, bevor soziale Netzwerke mittel- und langfristig aufgrund besserer Analyse-Möglichkeiten, etwa im Hinblick auf soziale Beziehungen, Meinungen und Ideen zunehmend an Bedeutung gewinnen werden. Bereits 30 Prozent der Unternehmen in Westeuropa nutzten 2010 soziale Netzwerke für ihre Kundenansprache, 14 Prozent planen eine Einführung in Kürze. Für das Jahr 2012 rechnet IDC mit einer Nutzungsrate von 43 Prozent.

Die Telekommunikations-Branche nimmt bei der Nutzung sozialer Plattformen aktuell die Vorreiterrolle ein – über 56 Prozent der Unternehmen sind bereits mit der Nutzung sozialer Medien vertraut. Energieversorger, Finanzdienstleister und der Handel schließen dicht auf.

Was die Zukunft bringen könnte

Aber was bedeutet dies für die Zukunft? Aus Befragungen der Unternehmen verschiedener Branchen lässt sich ein Trend ableiten: Zum Zeitpunkt der Befragung Ende 2010 erkannten bereits gut ein Drittel der Finanzdienstleister, Energieversorger und Telekommunikations-Unternehmen, aber auch die öffentliche Verwaltung und das Bildungswesen eine dringende Notwendigkeit der Einführung einer Arbeit mit sozialen Netzwerken. IDC erwartet, dass diese Branchen auch in Zukunft diesen Trend anführen werden. Vor allem in der öffentlichen Verwaltung und im Bildungswesen planen 20 Prozent der Befragten die Implementierung, so dass die Auslastungszahlen dort 2012 bei 49 Prozent der Unternehmen liegen werden. Besonders beliebte Plattformen bleiben dabei Facebook, LinkedIn und MySpace, aber auch Blogs.

Fazit

Trotz der großen Aufmerksamkeit, die soziale Plattformen heutzutage bekommen und der Tatsache, dass viele Firmen bereits damit arbeiten, zeigt die Befragung auch eine deutliche Unsicherheit im Markt bezüglich der Wirksamkeit auf. IDC geht davon aus, dass mit zunehmender Integrationsfähigkeit von Facebook, LinkedIn und Co. in bestehende Software und validen Methoden zur Erfolgsmessung die Nutzung auch in deutschen Firmen rasant ansteigen. Unternehmen, die sich im Wettbewerb behaupten wollen, sollten sich spätestens jetzt Gedanken über ihre Strategie machen.

(ID:29066600)