Digitale Medien und eGovernment Die Megatrends für die Verwaltung

Redakteur: Manfred Klein

Der Wandel im Zusammenwirken von Bürger und Staat beruht auf einer Vielzahl von Trends. Dabei sollte man zwar zwischen technologischen, politischen und gesellschaftlichen Veränderungen unterscheiden, aufhalten lassen sich die dadurch ausgelösten Veränderungen aber nicht mehr.

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Christian Geiger prognostiziert einen Wandel staatlicher Aufgaben durch digitale Medien
Christian Geiger prognostiziert einen Wandel staatlicher Aufgaben durch digitale Medien
( Archiv: Vogel Business Media )

Wer dennoch daran zweifelt, sollte sich nur einmal die wichtigsten Trends vor Augen führen: flächendeckende Breitbandversorgung, Soziale Netzwerke, Cloud Computing, eine nahezu flächendeckende Verbreitung von Smartphones und Tablet-PC, Open Data und Open Government.

Und die verschiedenen technologischen, gesellschaftlichen und politischen Trends greifen dabei ineinander und verstärken sich gegenseitig. Der Politologe Christian Geiger von der Zeppelin University kommt in seiner Arbeit „Digitale Soziale Medien im eGovernment“ daher zu dem Schluss: „Sicherlich wird nicht jeder dieser Trends in der gleichen Intensität Auswirkungen auf das staatliche Handeln haben, dennoch lässt sich klar die Schnelllebigkeit der vom Bürger im Prozess der Serviceerstellung nachgefragten Staatsaufgaben und dem daraus resultierenden Leitbild des Staates und der Verwaltung ableiten.“

Geiger zieht daraus den Schluss, der sich derzeit vollziehende Wandel, solle als eine Chance zur Nutzung der eigenen Kernkompetenzen und zur Erweiterung des Dienstleistungs- und Serviceportfolios aufgefasst werden.

Damit wird klar, dass Informations- und Kommunikationstechnologien das Regieren und Verwalten in extremem Maße verändern.

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Trends im eGovernment

Geiger weiter: „Die derzeit vorherrschende Debatte im eGovernment ist vor allem auf die Initiative zu einer offenen Staats- und Verwaltungsorganisation in den USA zurückzuführen. Diese Diskussion zur Transparenz- und Beteiligungsinitiative wird meist unter dem Begriff Open Government geführt.“

„Das Ziel von Open Government liegt in der behutsamen Öffnung von Staat und Verwaltung gegenüber der Bevölkerung und der Wirtschaft. Diese Öffnung des Staates basiert auf technischen wie auch politischen Voraussetzungen. Hierzu zählt der Einsatz von Web-2.0-Technologien als Instrument, aber auch der politische und gesellschaftliche Wille, in einen gleichberechtigten Dialog zwischen Bürgern und Staat einzutauchen und eine Vernetzung der beiden Akteursgruppen zu ermöglichen. Dieses Leitbild setzt die Bereitschaft zur Veränderung des Staates durch die politischen Akteure voraus und zieht unweigerlich einen kulturellen Wandel für die Öffentliche Verwaltung nach sich.“

Diese Öffnung des Staates und der Verwaltung erfolgt dabei vor allem über den Einsatz von Web-2.0-Technologien, wie zum Beispiel Soziale Netzwerke. Spezielle bei Open Data gehe es um die Öffnung und die Erschließung bereits vorhandener Datenbestände. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Daten von öffentlichem Interesse sind und die Zielsetzung von Open Government unterstützen.

Open Data bietet daher viele Anknüpfungsmöglichkeiten für eine Weiterverwendung der Daten unter den Aspekten des Open Government. Eine Möglichkeit der Weiterverwendung besteht in der Nutzung offener Daten vor allem in Form von Karten und Geodiensten.

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Fazit

„Alle Entwicklungen zusammengenommen eröffnen neue Leistungsformen der Öffentlichen Hand. So werden Dienstleistungen derzeit noch stark nachfrageorientiert angeboten. Services, ausgehend von bestimmten Lebenslagen, sind zwar vorhanden, gerade auf kommunaler Ebene bietet sich jedoch unter den Aspekten der Produktorientierung der Hinweis auf weiterführende Leistungen anderer Verwaltungsebenen an“, so Geiger. So werden die Kommunen wohl auch künftig für den Bürgerkontakt unverzichtbar bleiben. Aber die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden wird intensiver werden.

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