Crowd Sourcing

Die Macht der Masse für Gesundheitsinnovationen mobilisieren

| Autor: Peter Reinhardt

Moderator und Devicemed-Chefredakteur Peter Reinhardt (li.), sowie die vier Vortragenden: Dr. Torsten Eckardt (Hermes Arzneimittel), Dr. Christoph Steinhauser (Siemens Healthinieers), Matthias Raß (Universität Erlangen-Nürnberg) und Dr. Patrick Pfeffer (Aescuvest) (v.l.n.r.).
Moderator und Devicemed-Chefredakteur Peter Reinhardt (li.), sowie die vier Vortragenden: Dr. Torsten Eckardt (Hermes Arzneimittel), Dr. Christoph Steinhauser (Siemens Healthinieers), Matthias Raß (Universität Erlangen-Nürnberg) und Dr. Patrick Pfeffer (Aescuvest) (v.l.n.r.). (Reinhardt/Devicemed)

Crowd based Health Innovations – gerade einer Branche wie der Medizintechnik mit ihren komplexen Aufgabenstellungen bietet sich damit die Chance, neuartige Lösungen zu finden und zur Marktreife zu führen. Doch bislang kennt sich kaum einer damit aus. Moderiert von Devicemed-Chefredakteur Peter Reinhardt wurde das Thema auf dem Kongress „Medizin Innovativ – Medtech Summit 2016“ in Nürnberg diskutiert.

Crowd based Innovations, also Innovation, die durch das Know-how und die Kreativität einer großen Menge an Menschen zustande kommen, gab es schon lange vor dem Internet. Bereits im 15. Jahrhundert wurde das Prinzip des Crowd Sourcings angewendet. So hat beispielsweise im Jahr 1418 ein italienischer Goldschmied nach einem entsprechenden Aufruf wie es damals noch hieß den entscheidenden Hinweis für die Konstruktion der Kuppel der Kathedrale Santa Maria in Florenz gegeben. Rund 300 Jahre später war es ein englischer Tischler, der mit seiner Idee zur Lösung der bis dato schwierigen Bestimmung der geographischen Länge zur Positionsermittlung beigetragen hat.

„Doch es gibt auch aktuelle Beispiele aus der Medizintechnik, wie 3D-gedruckte Prothesen oder ein Sensor zur Füllstandsüberwachung von Stomabeuteln“, schlägt Matthias Raß, Wirtschaftsinformatik-Doktorand an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, eine Crowd-Brücke in die Gegenwart. Dabei unterscheidet er grundsätzlich vier verschiedene Ansätze:

  • wettbewerblich versus kooperativ
  • Idee versus Lösung
  • einmalig versus permanent
  • online versus offline

Betroffene werden zu Experten

Nicht selten werden Betroffene quasi zwangsweise zu Experten. So finden sich beispielsweise Patienten mit seltenen Erkrankungen auf Portalen wie www.gemeinsamselten.de oder www.patientslikeme.com zur Kooperation zusammen. Denn noch seltener als ihre Erkrankungen sind Ärzte, die sich intensiv mit deren Therapie beschäftigen.

Open-Innovation-Wettbewerbe in Deutschland und weltweit

Eine ganz andere Motivation, ihr Wissen Dritten zur Verfügung zu stellen, mögen diejenigen haben, die an der Head Health Challenge teilnehmen – einem Wettbewerb der US-amerikanischen Football-Liga, bei dem bis zu 10 Mio. US-Dollar ausgeschüttet werden. Ziel ist, schwere Kopfverletzungen der Spieler zu vermeiden.

Das ist natürlich ein außergewöhnlich finanzstarker Wettbewerb. Aber auch hierzulande ist es durchaus üblich, Innovations-Wettbewerbe mit finanziellen Anreizen auszustatten. Im Bereich Medizintechnik koordiniert das Medical Valley entsprechende Aktivitäten. Ein Besuch von deren Website lohnt sich sowohl für Firmen und Organisationen, die auf der Suche nach einer Idee oder Lösung sind, als auch für Experten unterschiedlichster Disziplinen, die hier ihr Wissen einbringen wollen. Noch bis zum 31 Juli laufen zwei Wettbewerbe zu flexibler Elektronik und zu Patienten-Selbsttests. Den Siegern winken insgesamt 6.000 Euro Preisgeld. Pendant auf internationaler Ebene ist die Plattform www.innocentive.com.

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