Neues Rückgrat für Behörden-IT Die Landesbehörden im Saarland setzen auf Großrechner

Autor / Redakteur: Achim Dewor / Gerald Viola

Aus den Behörden sind sie nicht wegzudenken: Großrechner, sogenannte Mainframes, sorgen dafür, dass die Mitarbeiter einer Behörde Anträge und Belange einer Vielzahl von Bürgern effizient bearbeiten können.

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Ein Beispiel ist die elektronische Steuererklärung, kurz ELSTER: Mainframe-Rechnern kommt bei der Abwicklung eine zentrale Rolle zu. Sie erleichtern den Finanzamtmitarbeitern das Bearbeiten von Tausenden von Anträgen.

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Von seinem eigenen Rechenzentrum aus steuert der IT-Dienstleister ZDV-Saar, die Zentrale Datenverarbeitungsstelle für das Saarland, die IT der Landesbehörden. Um eine effiziente Zusammenarbeit der angeschlossenen Institutionen zu ermöglichen, nutzt die ZDV-Saar einen Mainframe von Fujitsu.

Die Zeit ist reif

Im Frühjahr 2009 zeichnete es sich ab, dass der bislang eingesetzte Mainframe ersetzt werden muss. Die Auslastung erhöhte sich aufgrund des steigenden Datenaufkommens stetig, sodass der Rechner inzwischen nahezu ständig an seine Leistungsgrenzen stieß. Das bestehende System aufzurüsten, kam aufgrund seines Alters nicht mehr infrage.

Im Sommer konkretisierten sich die Pläne, einen neuen Mainframe anzuschaffen. Dass es wieder ein Großrechner werden sollte, darüber waren sich alle Beteiligten von Anfang an einig. Denn mit Mainframes lassen sich Massendaten schneller und effizienter verwalten als mit anderen Servern.

Udo Kläs, Systemadministrator für Mainframe bei der ZDV-Saar, ergänzt: „Darüber hinaus können wir auf dieser Plattform Daten auf einfache und effiziente Weise so kategorisieren und ablegen, dass Unbefugte nicht darauf zugreifen können. Im Umgang mit sensiblen, personenbezogenen Daten ist das ein Schlüsselkriterium.“

Die Mitarbeiter der ZDV-Saar definierten in einem ersten Schritt genau, welche Ausstattung das neue System mitbringen sollte. Dafür wurde unter anderem untersucht, wie hoch die durchschnittliche Auslastung des Rechners sowie die Nutzungsspitzen waren und wie schnell das neue Modell angefragte Daten bereitstellen sollte. Besonders wichtig war dabei auch, vorhandene Peripheriegeräte,

Festplatten, Magnetdatenträger und Großdruckersysteme mit einzubeziehen, um sicherzustellen, dass der neue Großrechner über die benötigten Anschlüsse verfügt. Auf Basis dieser Ergebnisse machte sich das IT-Team auf die Suche nach einem geeigneten Mainframe-Modell.

Dabei achtete der Dienstleister streng auf die Wirtschaftlichkeit der Investition. Die ZDV-Saar entschied sich für das Modell BS2000/Open Server Dimension (OSD) Server S165 von Fujitsu.

KONSENS auf allen Ebenen

Die Wahl für einen Großrechner von Fujitsu fiel dem IT-Dienstleister leicht, hatte man doch seit inzwischen fast 40 Jahren sehr gute Erfahrungen mit Mainframes des Anbieters gemacht. Die Beteiligung des Saarlands am sogenannten KONSENS (Koordinierte neue Softwareentwicklung der Steuerverwaltung)-Verfahren war ein weiterer Faktor, der für das Fujitsu-Modell sprach.

Ziel dieses bundesweiten Projekts ist es, die Verwaltungssoftware der deutschen Finanzämter zu vereinheitlichen. Auf diese Weise lassen sich bundesweit die Kosten senken. Jedes Bundesland programmiert Teile der Software, diese werden konsolidiert und an alle Länder verteilt. Die Software unterstützt die Mitarbeiter der Finanzämter bei ihrer täglichen Arbeit und ist über die Bundesländer vernetzt.

Auf dem neuen Rechner können nun komplexere Verfahren ablaufen, die eine umfassendere Bearbeitung der Steuerfälle erlauben.

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Flexibel auf Gesetzesänderungen reagieren

Grundlegend für den Erfolg dieses Projekts ist eine einwandfrei funktionierende und leistungsstarke IT-Infrastruktur. Diese muss zum Beispiel sicherstellen, dass der jeweilige Finanzbeamte schnell und ohne Wartezeiten auf die relevanten Daten zugreifen kann.

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Um einen größtmöglichen Nutzen aus dem Projekt zu ziehen, setzen die Bundesländer für KONSENS mit BS2000/OSD eine einheitliche Mainframe-Plattform ein.

Reibungslos in Produktion

Im Februar 2010 ging das neue System im Saarland in Betrieb. Drei Wochen zuvor hatte das zuständige Team von ZDV-Saar gemeinsam mit Fujitsu den Rechner aufgebaut und für die notwendigen Stromanschlüsse am Gerät gesorgt. An einem weiteren Wochenende spielten die Systemadministratoren mit den Experten von Fujitsu die Systeme auf und installierten ein Test-System.

Nachdem dieses eine Woche fehler- und störungsfrei arbeitete, ging es am dritten Wochenende in den Produktionsbetrieb über. Nach einer weiteren Woche, in der das neue und das Vorgängersystem sicherheitshalber noch parallel betrieben wurden, nahmen die Verantwortlichen schließlich den alten Mainframe vom Netz.

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Die mehr als 3.000 Mitarbeiter in den angeschlossenen Behörden freuen sich seither über einen schnellen Zugriff. Alle saarländischen Landesbehörden können auf den Mainframe zugreifen. Der Großrechner unterstützt neben dem Steuerverfahren unter anderem auch bei EDV-gestützten Vorgängen der Katasterverwaltung, die Personalverfahren (Besoldung, Vergütung, Personalverwaltung, Beihilfe) und die Kommunikation mit Sozialversicherungsträgern oder dem Statistischen Bundesamt.

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Wirtschaftlich, flexibel und energieeffizient

Der Mainframe BS2000/OSD Server S165 steht für hohe Wirtschaftlichkeit, Flexibilität, Daten-Verfügbarkeit und Energieeffizienz. Er eignet sich speziell bei großen Mengen automatisierter Transaktionen, behördenübergreifend eingesetzten Anwendungen und hohen Sicherheitsanforderungen an Daten.

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Er zeichnet sich durch einen äußerst zuverlässigen und stabilen Betrieb aus, wodurch sich der Administrationsaufwand gering halten lässt. Zudem ist er auf hohe Benutzerzahlen sowie auf eine schwankende Auslastung ausgelegt und lässt sich flexibel ausbauen.

Aus wirtschaftlicher Sicht überzeugt der S165 durch niedrige Gesamtbetriebskosten (TCO) – unter anderem bedingt durch einen geringeren Stromverbrauch – und nicht zuletzt auch durch einen langfristigen Investitionsschutz, da er auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt ist.

„Wir planen, den neuen Mainframe fünf bis sieben Jahre zu nutzen“, erklärt Udo Kläs.

Die Zukunft kann kommen

Mit dem S165 ist die IT des Saarlands für die Zukunft bestens gewappnet: Die Anforderungen an die behördliche IT steigen nicht zuletzt aufgrund eines erhöhten Datenaufkommens stetig an. Dieses wächst, da die genutzten Anwendungen kontinuierlich weiter entwickelt werden und mehr Daten verarbeiten und konsolidieren können.

Darüber hinaus sind Gesetzesänderungen in vielen Fällen für die IT gleichbedeutend mit einem erhöhten Aufkommen zu verarbeitender Daten.

Dass solcherlei Änderungen umgehend von der behördlichen IT berücksichtigt werden, ist sowohl für die Bürger als auch die Sachbearbeiter eine Selbstverständlichkeit, stellt aber hohe Anforderungen an IT-Verantwortliche und Technik. Fujitsus S165 liefert die nötige Flexibilität, um auf Änderungen gesetzlicher Vorgaben wie beispielsweise neue Sätze für Krankenkassenbeiträge umgehend reagieren zu können.

Schneller Datenaustausch mit den anderen Ländern

Udo Kläs ergänzt: „Auch im Hinblick auf das KONSENS-Verfahren ist das Saarland mit dem neuen Mainframe bestens für künftige Anforderungen gerüstet und ist damit anderen Bundesländern aufgrund seiner langjährigen Erfahrung einen entscheidenden Schritt voraus. Wir kommen nicht nur mit dem steigenden Datenaufkommen gut zurecht, sondern profitieren auch von den neuen Fibre-Channel-Anschlüssen, weil wir so Daten mit anderen Bundesländern schnell und effizient austauschen können.“

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