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Das Risiko der Missverständnisse minimieren

Die IT muss der Impulsgeber für ein neues Denken werden

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Neue Konzepte für IT-Arbeitsplätze

Dr. Guise-Rübe verweist dabei vor allem auf den Handlungsdruck, der sich einerseits aus den finanziellen Einsparzwängen der Bundesländer ableitet, weil sie in einigen Jahren ausgeglichene Haushalte aufweisen müssen, Entlastungen bei den öffentlichen Aufwendungen angesichts relativ fester Sachkosten jedoch vornehmlich nur bei den Personalkosten möglich sind. Andererseits nennt der Landgerichtspräsident die demografische Entwicklung mit ihrem wachsenden Fachkräftemangel als eine zentrale Herausforderung. Sie mache sich jetzt bereits in der Justiz deutlich bemerkbar.

„Dies führt zwangsläufig zu der Notwendigkeit, mittels intelligenter IT-Technik insbesondere auf den unteren und mittleren Leistungsebenen der Verwaltung einen höheren Automationsgrad in den Prozessen zu schaffen. Nur durch einen solchen Wandel wird es möglich, sowohl die erforderliche Kostendegression zu erzielen als auch das immer knappere Human Capital für die höheren Wertschöpfungsebenen ausreichend vorzuhalten.“

Bei den hochqualifizierten Tätigkeiten in der Justizverwaltung – wie etwa bei der Richtertätigkeit – sei hingegen nur eine sehr begrenzte Automation und dort auch nur in den Routine-Aufgaben möglich.

Mit Blick auf die erforderliche Substitution von manuell geprägten durch elektronische und damit automatisierte Prozesse verweist der profunde Kenner der eGovernment-IT auch den klassischerweise standardisierten IT-Arbeitsplatz in die Vergangenheit. Die als Digital Natives bezeichnete heranwachsende Generation würde ganz andere Ansprüchen an ein vernetztes und mobiles Arbeiten stellen, denen man mit den herkömmlichen Desktop-Konzepten nicht gerecht werden könne.

Zudem würden qualifizierte Tätigkeiten in der Verwaltung verstärkt einen strukturierten Wissenszugriff und eine kollaborative Aufgabenbewältigung verlangen, was sich unter den heutigen technischen Bedingungen nicht gewährleisten lasse. Somit werde das digitale Verständnis demnächst eine Schlüsselqualifikation der Mitarbeiter in den Verwaltungen sein.

„Aus diesem Grund muss der zukünftige IT-Arbeitsplatz sehr digital ausgerichtet sein und den Mitarbeitern einen ortsunabhängigen Zugriff auf Anwendungen, Daten und modulare Services für ein vernetztes Arbeiten bieten“, weist er die Richtung. „Auch der Einsatz privater Devices im Dienst ist denkbar.“ Als Begründung führt er an, dass sich Arbeit und Privates immer mehr vermischen und dies von den Menschen auch so akzeptiert werde. Möglich sind solche Konzepte durch Virtualisierungs- und Kommunikationstechnologien; realisiert wurden solche Ansätze in der Öffentlichen Verwaltung nach seinen Beobachtungen bisher allerdings noch nicht.

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