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Kommentar von NetApp Die Infrastruktur des öffentlichen Sektors muss flexibel und agil sein

| Autor / Redakteur: Tim Heine* / Julia Mutzbauer

In Zeiten von Homeoffice und Kontaktbeschränkungen ist eine digitale Verwaltung wichtiger denn je. Damit diese gelingt, müssen die technologischen Voraussetzungen stimmen. Ein Kommentar von Tim Heine.

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Tim Heine, Head of Sales - Public Sector & Healthcare Germany bei NetApp
Tim Heine, Head of Sales - Public Sector & Healthcare Germany bei NetApp
(© NetApp)

Ob national oder international: Das Coronavirus treibt derzeit die Menschen um. Als sich Ende Februar verunsicherte Bürger über den neuartigen Virus auf der Website des Robert-Koch-Instituts (RKI) informieren wollten, war dies nur eingeschränkt möglich. Denn der Institutsserver war teilweise den Zugriffszahlen nicht gewachsen und schnell überlastet. Der Vorfall zeigt, dass in besonderen Situationen eine flexible sowie agile IT-Infrastruktur des öffentlichen Sektors nötig ist, um in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung auskunftsfähig zu sein und Dienstleistungen jederzeit zur Verfügung stellen zu können.

Dass in der öffentlichen Verwaltung in Deutschland bei der Digitalisierung grundsätzlich noch ein weiter Weg zu gehen ist, verdeutlichen weitere Beispiele: Während anderswo in Europa Bürger ihre Meldepflicht nach einem Umzug oder Anträge für einen neuen Personalausweis, die Geburtsurkunde, das Kinder- oder Elternzeitgeld selbstverständlich online erledigen, muss man hierzulande noch zu oft persönlich im Amt vorsprechen.

Durchschnittlicher Digitalisierungsgrad

2019 belegte Deutschland laut eGovernment Benchmark der Europäischen Kommission einen Platz im europäischen Mittelfeld. In diesem Vergleich, der die Nutzerzentriertheit, Transparenz, grenzüberschreitende Mobilität sowie Online-Serviceabwicklungen bewertete, setzte sich Malta vor Estland und Österreich durch. Dort erledigen die Bürger nahezu jeden Verwaltungsakt online. Wie weit deutsche Ämter davon entfernt sind, veranschaulicht der „Deutschland-Index der Digitalisierung 2019“ vom Kompetenzzentrum Öffentliche IT. Vollständig elektronisch abgebildet sind demnach erst lediglich 19 Prozent der Verwaltungsvorgänge – dabei wünscht sich eine große Mehrheit der Bevölkerung laut einer Bitkom-Umfrage eine digitale Verwaltung. Politisch ebnet das Onlinezugangsgesetz (OZG) diesen Weg: Es verpflichtet die öffentliche Verwaltung, bis 2022 575 Verwaltungsleistungen online anzubieten.

Bedarf an fortschrittlicher Dateninfrastruktur

Die Verwaltung steht dabei vor einem Balanceakt: Sie soll digitaler werden, aber zugleich auch sorgsam mit den Daten der Bürger umgehen. Mehr Kooperationen über die Landesgrenzen der Bundesländer hinweg sind ein guter Ansatz, um die Digitalisierung in der Verwaltung zu beschleunigen. Denn so ließe sich ein Flickenteppich vermeiden. Dies gelingt jedoch nur mit einem entsprechenden infrastrukturellen Unterbau. Dabei kommt dem Datenmanagement eine entscheidende Rolle zu: Es muss Behörden dazu befähigen, ihre Datenbestände sicher und schnell transferieren zu können – unabhängig davon, wo sich diese befinden. So lassen sich Daten zur richtigen Zeit am benötigten Ort zur Verfügung stellen – natürlich unter Berücksichtigung der jeweiligen Datenschutzrichtlinien. Außerdem sorgt ein ausgeklügeltes Datenmanagement dafür, dass die Daten sicher gehalten, BSI-grundschutzkonform geschützt werden und nicht verloren gehen – ob im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud.

Mehr Cloud wagen

Dabei sollten die Behörden noch mehr dazu übergehen, Informationen aus der Cloud anzubieten – wenn es die gesetzlichen Vorgaben erlauben. Das zeigt die Serverüberlastung beim Robert-Koch-Institut deutlich. Denn Public-Cloud-Anbieter wie Microsoft Azure, Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud Platform (GCP) eröffnen zu jeder Zeit eine bedarfsgerechte Skalierung. Darüber hinaus eignet sich die Cloud auch für Service-Portale, welche beispielsweise die Polizei für Bürgerhinweise freischaltet. Ein Cloud-Hosting spart hier die hohen Vorhaltekosten. Kombiniert mit einer Datenmanagementplattform, die sich von der Cloud bis zum eigenen Rechenzentrum erstreckt, können jederzeit schützenswerte Daten sicher übertragen werden. Diese und andere Formen der Bürgerbeteiligung funktionieren aber nur, wenn die digitale Verwaltung auf einer modernen IT-Infrastruktur aufsetzt.

*Tim Heine ist Head of Sales - Public Sector & Healthcare Germany bei NetApp

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