eGovernment Summit 2008

Die Herausforderungen der Verwaltung nicht isoliert betrachten

22.10.2008 | Autor / Redakteur: Manfred Klein / Manfred Klein

Giso Schütz, Präsident des Bundesverwaltungsamtes, hatte schon im vorangegangen Bericht auf die Folgen des demografischen Wandels hingewiesen. Schütz ist der festen Überzeugung, dass sich die Folgen dieser Umwälzung – Fachkräftemangel und sinkende beziehungsweise stagnierende finanzielle Mittel – nur durch Bündelungsmaßnahmen und durch einen übergreifende IT-Einsatz in den Griff bekommen lassen.

Ähnlich sieht diese Zusammenhänge auch Martin Schallbruch, IT-Direktor im Bundesinnenministerium. Schallbruch sieht die drängendsten Herausforderungen im Bereich der Verwaltungsmodernisierung in folgenden Faktoren: „Heute schon stehen weniger Beschäftigte zur Verfügung. Die Altersstruktur wird sich ändern. Die Zahl der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nimmt zu.“ Mit den Folgen dieser Entwicklung gelte es, konstruktiv umzugehen.

Verbesserung der Zusammenarbeit

Eine Lösung sieht Schallbruch daher vor allem in einer Verbesserung der Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen – auch dies übrigens ein Thema des eGovernment Summits – da sich nur so die genannten Aufgaben bewältigen ließen: „Aus Sicht des Bundesministeriums des Innern liegt die Lösung in einem einheitlichen und akzeptierten Governance-Modell. Das CIO-Konzept des Bundes ist hier ein wichtiger Schritt. Die Verstetigung der Deutschland-Online-Strukturen durch die Föderalismuskommission II wäre ein weiterer.“

Eine Einschätzung, die Horst Westerfeld, CIO des Landes Hessen teilt. Westerfeld, der auf dem Summit eine Keynote zum Thema „eGovernment 2020: Herausforderungen, Chancen und Perspektiven“ halten wird, erklärt dazu im Vorfeld: „Zur erfolgreichen Umsetzung der IT und der Ausrichtung an den Geschäftszielen einer Verwaltung sind aber auch die entsprechenden IT-Governance-Mechanismen und die dazugehörigen Organisationsstrukturen zu etablieren.“

Eine Kerbe, in die auch Christian Ege, CIO des Saarlandes, schlägt: „Die Diskussion um die Föderalismuskommission II zeigt es auf: wie soll die Zusammenarbeit zwischen den subsidiären staatlichen Ebenen Bund, Ländern und Kommunen zukünftig im IT-Bereich funktionieren und nach welchem Modus werden Entscheidungen getroffen? Kooperationen entstehen, wenn Partner gemeinsamen Nutzen aus der Zusammenarbeit ziehen. Die IT bietet vielfältige Kooperationspotenziale zwischen und für deutsche Verwaltungen. Wenn Bund, Länder und Kommunen IT-Lösungen mit guter Qualität vergleichsweise preiswerter erarbeiten und betreiben können und Entscheidungen gemeinsam getroffen und getragen werden, ohne dass dauerhafte Majorisierungen entstehen, werden mehr Kooperationen und Standards entstehen. Dies gilt auch für Public-Private-Partnership-Kooperationen mit der Wirtschaft.“

Christian Ege wird diese Zusammenhänge auf dem eGovernment Summit in einem Vortrag mit dem Titel „Föderalismus und eGovernment: Spannungsfelder und Gestaltungsspielräume“ vertiefen.

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