Smart Cities in Deutschland

Die Großstädte stellen sich dem digitalen Wettbewerb

| Redakteur: Manfred Klein

Die Location zählt

Eine Stadt kann auch mit Charme punkten – und somit für benötigte Fachkräfte und Unternehmen attraktiv werden. Für Letztere zählt dabei vor allem Wirtschaftsfreundlichkeit. Hamburg ist unter Studenten der beliebteste Standort für die spätere Karriere – bei den Unternehmen schaffte es die Hansestadt jedoch nur auf Platz sechs. Berlin, München, Frankfurt und Köln sind nach Hamburg die beliebtesten Städte unter den deutschen Studenten.

„Der derzeitige Hype um die Gründerszene in Berlin trübt etwas den Blick dafür, dass die Wettbewerbsfähigkeit für digitale Innovationen nicht nur von einer lebendigen Start-up-Szene abhängig ist. In der Hauptstadt gibt es beispielsweise wenige große Unternehmen, die notwendige tiefe Expertise und weitreichende Ressourcenausstattung für ein funktionierendes Innovations-Ökosystem mitbringen.

Im internationalen Vergleich sollte zudem zu denken geben, so die Studie, dass die Städte mit den traditionellen technischen Universitäten wie Aachen und Karlsruhe im Ranking so schlecht abschneiden. In anderen Ländern entsteht gerade um die führenden technischen Universitäten herum ein starkes innovatives Umfeld“, kommentiert Nicolai Andersen, Leiter und Partner Innovation bei Deloitte, die aktuelle Lage.

Die komplette Studie kann man hier lesen.

Doch Berlin hat Großes vor und will bis 2030 zur ahuptstadt der digitalen Revolution aufrücken. In der Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung „Berlin 2030 – Grundzüge einer smarten Wachstumsstrategie“ wird die Vision dahin so beschrieben: „Berlin etabliert sich als führender Standort der digitalen Wirtschaft in Europa und nutzt digitale Technologien, um staatliche Dienstleistungen, die urbane Lebensqualität und das Zusammenleben innerhalb der Stadtgesellschaft zu verbessern.“

Weiter heißt es dazu unter anderem: „Ähnlich wie die Industrialisierung oder die Elektrifizierung durchdringt die Digitalisierung alle Bereiche des täglichen Lebens und Wirtschaftens, aber mit deutlich höherem Tempo. Das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 werden einen tiefen Strukturwandel mit sich bringen, der weite Bereiche von Produktion und Arbeit grundlegend verändert. Aus dieser Umwälzung werden einige Standorte als Verlierer, andere als Gewinner hervorgehen.“ Klar, dass die Berliner auf der Gewinenrseite stehen wollen.

Erste Erfolge kann man in der Haupstadt schon verbuchen. So wurden kürzlich die Verträge zur Gründung des Leistungszentrums Digitale Vernetzung unterzeichnet. Die vier Fraunhofer Institute Fokus, HHI, IPK und IZM sollen künftig bei Fragen rund um die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung aller Lebensbereiche ihre Kompetenzen bündeln.

Das Leistungszentrum soll dabei eng mit der Technischen Universität Berlin zusammenarbeiten und Unternehmen im Rahmen von Forschungsprojekten ebenfalls mit den Instituten koopieren.

Diesen ersten Schritten werden weitere folgen müssen, denn in der Studie Berlin 2030 heißt es kritisch: „ Generell fehlt es der Stadt an einer zentralen Strategie zur Umsetzung der Digitalisierung und an einer übergeordneten Schnittstelle, einem sogenannten Smart-City Cockpit. Bayern etwa hat eine „Bayern Digital“-Strategie initiiert, in der diverse Initiativen gebündelt werden.“

Eines wird aber klar, der Wettbewerb unter den deutschen Großstädten findet jetzt auch im Bereich der Digitalisierung statt.

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