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Die Gesundheitskarte hängt am Tropf

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Die Kritik will nicht verstummen

Eindeutig ist die Einführung der Gesundheitskarte ein zähes Geschäft. Doch auch die Ergebnisse aus den Testregionen lassen die Kritik nicht verstummen.

So erklärt der Virchow-Bund, einer der vehementesten Gegner der Einführung: „Nach heutigem Stand ist die der elektronischen Gesundheitskarte hinterlegte Architektur in ihrem Nutzen intransparent, das gesamte Projekt in seinen Kosten unkalkulierbar und in der Zielsetzung primär nicht an einer Verbesserung der Versorgung ausgerichtet. Vielmehr ist es ein Technologieprojekt mit klaren ökonomischen Erwartungen der Industrie.“

Der Virchow-Bund kritisiert zudem: „Die jetzt vorgesehene elektronische Gesundheitskarte, im Sozialgesetzbuch bereits für 2006 vorgeschrieben, zeigt reichlich Anfälligkeiten in den Testregionen. Sie hat außer dem vorgeschriebenen Passbild und minimaler Speicherkapazität keine erweiterte Anwendungsfähigkeit als die bisherige Krankenversicherungskarte. Stattdessen trägt sie aber zu einem enormen Kostenschub bei unzureichenden Finanzmitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung bei.“

Mangel an Transparenz

Der Virchow-Bund kritisiert vor allem das seiner Meinung nach überholte technische Niveau der Gesundheitskarte: „Die Technik der chipbasierenden elektronischen Gesundheitskarte ist überholt. Bei Planungsbeginn und der gesetzlichen Formulierung waren Alternativen nicht absehbar. Gleiches gilt für die Vorstellung über Speicherkapazitäten neuerer Komponenten, wie beispielsweise bei USB-Datenträgern. Solche Entwicklungen werden verdrängt, um die unglaublich aufwendige Telematik-Infrastruktur mit zentralen Servern durch die gematik zu rechtfertigen.“

Zudem könne die als Smart Card geplante Gesundheitskarte folgende gesetzliche und technologische Anforderungen nicht erfüllen:

  • sämtliche freiwillige Funktionen nach § 291a Sozialgesetzbuch V,
  • ein Karten-Update bei Weiterentwicklung der Karten-Software,
  • Sicherstellung des Zugangs zu freiwilligen, serverbasierenden Anwendungen bei außerplanmäßigem Offline-Betrieb in der Praxis,
  • den Einsatz als elektronisches Rezept für Heil- und Hilfsmittelverordnungen und Transportscheine.

Daher fordert der Virchow-Bund: „Der technischen Entwicklung folgend ist es angebracht, die USB-Technik in das Testprogramm der gematik aufzunehmen, um zu verdeutlichen, dass es keiner Mammutkonstruktion mit Zentralservern bedarf. Stattdessen könnte in den Testreihen der gematik erprobt werden, dass mit USB-Technologie die im Sozialgesetzbuch gestellten Anforderungen erfüllt werden: Identitätsprüfung durch Lichtbild und Stammdatensatz, Notfalldatensatz, Kassenzugehörigkeit und Zuzahlungsstatus, Grundlage zur Arztabrechnung und die Implementierung des elektronischen Rezeptes.“

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(ID:2017064)