Geodaten-Integration als Service

Die GEO-Appliance von Fujitsu und Hexagon

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die GEO-Appliance von Fujitsu und Hexagon soll existente GIS-Systeme nicht ersetzen, sondern ergänzen.
Die GEO-Appliance von Fujitsu und Hexagon soll existente GIS-Systeme nicht ersetzen, sondern ergänzen. (Bild: )

Geoinformationen sind eine wertvolle Grundlage, um komplexe raumbezogene Analysen und die Visualisierung der Ergebnisse zu unterstützen. Kein Wunder also, dass Entscheidungsträger Geoinformationen in ihren Prozess einbeziehen wollen. Im März dieses Jahres stellte Fujitsu mit dem mit Partner Hexagon einen Service vor, dessen Grundlage eine „Geo-Appliance“ ist.

Ein sehr hoher Anteil aller Informationen weist einen direkten oder indirekten Geobezug auf. Denn sie bilden einen Basis für Entscheidungen, die komplexe raumbezogene Analysen und die Visualisierung der Ergebnisse erfordern. Diese Geodaten sind hier ein wesentlicher Input für Planungen, Entscheidungen und Monitoring. In einigen Bereichen sind Geoinformationen gar Basisbestandteil des Handelns und zugehöriger Geschäftsmodelle, zum Beispiel im gesamten Bereich der Mobilität.

Doch werden raumbezogene Analysen benötigt, kommen eine hohe Anzahl an verschiedenen Datenquellen und zu gleich großen Menge an Geodaten ins Spiel: aus dem eigenen Haus, aus externen Quellen, von Sensoren. Durch die Digitalisierung und das Internet of Things wird dir Zahl der Sensoren zudem rapide zunehmen und damit die Menge der von ihnen erzeugten Daten.

Das deutet schon an, dass der Weg von Fragestellung zum Ergebnis alles andere als trivial ist, selbst wenn diese schon konkret ist. Unter anderem erfordert der Prozess die Aufmerksamkeit mehrerer Abteilungen und sogar Behörden. Deshalb sollten vor Erhebung und Analyse schon folgende Fragen geklärt sein:

  • Welche benötigten Daten sind im eigenen Haus vorhanden?
  • Durch welche externen Daten/Datenquellen können sie ergänzt werden?
  • Welche Qualität, etwa Aktualität und Auflösung, hat der Datenbestand?
  • Welche Zugriffs- und Nutzungsrechte bestehen?

Die Datenaufbereitung

Erst im darauffolgenden Schritt geht es dann darum, die Daten aufgabenkonform zussammenzustellen, zu analysieren und anschließend sachgerecht zu visualisieren. An dieser Stelle kommt das Angebot von Fujitsu und Hexagon ins Spiel. Die Grundlage bildet eine Geo-Appliance. Sie ermöglicht Realtime-Analyse von raumbezogenen Sachverhalten.

Das Besondere daran ist nach Angaben der Partner ein „One-for-All“-Konzept. Dahinter steckt, dass es für die Kunden nicht nur um die Anschaffung einer weiteren Silo-Komponente geht, die im schlechtesten Fall zusätzliche Investitionen in Beschaffung, Betrieb und Personalmitteln erfordern würde. Auch soll der Geo-Service nicht in Konkurrenz zu unter Umständen bereits existenten Geo-Systemen im Haus stehen. Vielmehr nutzt der Dienst deren Daten-Output.

Johannes Schöniger, vom Fujitsu-Team vergleicht das Angebot mit dem Service auf einem Kreuzfahrtschiff. Die Partner kümmern sich mithilfe der Geo-Appliance um den Maschinenraum und halten den Betrieb am Laufen, bieten zudem individuelle Beratung und Unterstützung für den Eigner. Die Passagiere bemerken das in der Regel nicht.

Die Integration von Fremddaten

Die Geo-Appliance selbst bietet die Option, zusätzlich zu bestehenden GIS-Systemen auf externe Daten zuzugreifen und diese mit in die Analyse einzubeziehen: Katasterdaten, Fernerkundung, Social Media und Sensordaten beispielsweise. Die Interpretation erfolgt weiterhin durch die „inhouse“ Experten und Entscheidungsträger. Der Zugriff steht auf allen Geräten zur Verfügung, auf mobilen Endgeräten. „Nichts wird lokal installiert, alles wird aus dem Maschinenraum bereitgestellt, so Schöniger.

Darüber hinaus erfordere die Geo-Appliance keine umfangreiche Kapitalbindung. Die Kunden zahlen einen klar definierten Abonnementspreis für das Mietangebot.

Die Geo-Appliance ist technisch in drei voneinander entkoppelten Bereiche untergliedert:

  • Datenbereich: Hier erfolgt der Import aller benötigten Daten verschiedensten Ursprungs, je nach der Aufgabenstellung. Gerade das Thema der kontinuierlichen Übernahme verschiedenster Sensordaten sowie weiterer externer Fachdaten für die aufgabenbezogene Analyse stehen hier im Fokus.
  • Steuerungsbereich: Dieser Bereich nimmt die (Geo-)Daten entgegen, veranlasst regelbasierte Berechnungen und integriert die Ergebnisse mitsamt ebenfalls regelbasierter Aktualisierung.
  • Darstellungsbereich: Im Darstellungsbereich wird die Visualisierung der ermittelten Informationen geregelt. Dies erfolgt sowohl mittels einer Kartendarstellung an zuvor definierten Dashboards als auch in der Form von Textnachrichten für Smart Devices.
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