Raus aus dem Lockdown Die ersten Bundesländer setzen auf die Luca-App

Autor Susanne Ehneß

Mecklenburg-Vorpommern hat als erstes Bundesland die Lizenz für die Nutzung des Luca-Systems einschließlich App erworben. Auch Baden-Württemberg setzt auf die App.

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Spätestens ab der zweiten April-Woche soll die App in Mecklenburg-Vorpommern laufen (Bild: Schweriner Schloss, Sitz des Landtags)
Spätestens ab der zweiten April-Woche soll die App in Mecklenburg-Vorpommern laufen (Bild: Schweriner Schloss, Sitz des Landtags)
(© SEB - stock.adobe.com)

Zurück zur Normalität – dazu gehört auch die verschlüsselte Nachverfolgung von Kontakten. Eine Möglichkeit hierzu bietet die Luca-App. Sylt, Föhr, Amru, Kiel und Rostock setzen bereits auf die App. Baden-Württemberg hat ein Konzept vorgestellt, das mit Luca arbeitet, und Mecklenburg-Vorpommern hat nun die Lizenz erworben.

„Das ist ein wichtiger Baustein bei weiteren Öffnungsschritten, etwa in Gastronomie und Kultur. Das System ermöglicht schnell und einfach die Kontaktnachverfolgung nach dem Auftreten einer Corona-Infektion. Die dafür erforderlichen Daten werden zentral und sicher gespeichert und verarbeitet“, erläutert Mecklenburg-Vorpommerns Digitalisierungsminister Christian Pegel.

Die Daten werden laut Pegel zentral bei der Bundesdruckerei gespeichert. Nach dem am Freitag erfolgten Vertragsabschluss zwischen dem Land und den Entwicklern des Luca-Systems, dem Unternehmen Culture4Life, werden nun die erforderlichen Datenbanken eingerichtet.

Im Anschluss sollen die acht Gesundheitsämter der sechs Landkreise und der beiden kreisfreien Städte im Land an diese zentrale Datenhaltung bei der Bundesdruckerei angeschlossen werden. „Auf den Servern der Bundesdruckerei sind die Daten sicher“, versichert Pegel.

Schnittstelle zu SORMAS

Auch Baden-Württemberg setzt auf die Luca-App. Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht sie als wichtigen Baustein im Rahmen der Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten. Für ein besseres Gelingen sei aber auch wichtig, dass der Bund schnellsten eine Schnittstelle zur Gesundheitsamts-Software SORMAS ermögliche. 283 Gesundheitsämter haben SORMAS aktuell installiert.

„Nach einem Jahr Pandemie müssen wir mehr bieten als Schwarz und Weiß, als Öffnen oder Lockdown“, macht Kretschmann deutlich. „Wir müssen alle technischen Möglichkeiten voll ausschöpfen, die wir mittlerweile haben. Und die, die wir nicht haben, müssen wir mit Hochdruck vorantreiben.“ Kretschmann setzt auf vier Wege aus dem Lockdown, einer davon ist die Luca-App:

  • Mehr Tempo bei den Impfungen.
  • Intelligente Schutzkonzepte.
  • Digitale Hilfsmittel wie die Luca-App.
  • Freitesten durch massenhaft verfügbare Schnell- und Selbsttests.

Migration

In Mecklenburg-Vorpommern arbeitet man derweil „mit Hochdruck“ an der Migration des Systems. „Spätestens in der zweiten Aprilwoche soll die MV-Version mit ihrem hohen Sicherheitsniveau verfügbar sein“, so Pegel. Die bereits frei verfügbare Luca-App könne auch jetzt schon genutzt werden. „Dann muss aber der Händler diese auf seinem Endgerät betreiben und auf diesem Endgerät auch alle Daten seiner Kunden speichern, was zahlreiche Datenschutz- und Datensicherheitsfragen aufwirft.“

Die Kosten für Lizenz und Betrieb für ein Jahr in Höhe von rund 440.000 Euro werden aus dem MV-Schutzfonds finanziert. „Der volkswirtschaftliche Nutzen dürfte um ein Vielfaches höher liegen“, ist der Minister überzeugt. „Jedem Unternehmen, dem wir damit das Öffnen durch gesicherte Erfassung früher möglich machen, ist ein Gewinn.“

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