Grundfunktionen

Die elektronische Gesundheitskarte im Überblick

31.10.2008 | Autor / Redakteur: Manfred Klein / Manfred Klein

Die elektronische Gesundheitskarte soll die bisherige Krankenversichertenkarte schrittweise ersetzen. Darüber hinaus sollen auf ihr neben administrativen auch medizinische Daten gespeichert werden können. Weitere Funktionen sollen mit zunehmender Leistungsfähigkeit des Systems realisiert werden.

Darüber hinaus soll sie von Beginn an mit einer „europäischen Krankenversicherungskarte“ auf der Rückseite ausgestattet werden, was die Inanspruchnahme von Leistungen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union ermöglichen würde.

Das elektronische Rezept

Ebenfalls zum verpflichtenden Teil der Gesundheitskarte zählt das elektronische Rezept, das das Papierrezept ablösen soll.

Die erhofften Vorteile: Die mit der Gesundheitskarte gespeicherten Verordnungsdaten für Arzneimittel sollen schon in der Einführungsphase die bislang jährlich mehr als 700 Millionen ausgestellten Papierrezepte ablösen. Mit einem Lesegerät erfasst der behandelnde Arzt die auf der Karte gespeicherten Versichertendaten. Wenn eine medikamentöse Therapie erforderlich ist, speichert der Arzt mithilfe der elektronischen Gesundheitskarte die verordneten Arzneimittel als elektronisches Rezept. Die Unterschrift des Arztes erfolgt elektronisch durch seinen Heilberufsausweis.

In der Apotheke erfolgt dann der umgekehrte Vorgang: Die Karte wird gelesen, die Unterschrift auf Gültigkeit geprüft und das elektronische Rezept gelöscht, sobald der Patient seine Medikamente entgegennimmt.

Neben ihren administrativen Funktionen ermöglicht die elektronische Gesundheitskarte die Speicherung von persönlichen Gesundheitsdaten auf freiwilliger Basis.

Medizinische Funktionen

Zu den freiwilligen Anwendungen der Gesundheitskarte sollen zum Beispiel Daten für die individuelle Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung gehören. Hier entscheidet der Patient selbst darüber, welche Gesundheitsdaten auf der Karte gespeichert werden und wer wann darauf zugreifen darf. Mit Ausnahme der Notfalldaten muss der Versicherte den Zugriff auf seine medizinischen Daten mit einer PIN freigeben. Alle Gesundheitsdaten sollen sich so gegen eine unberechtigte Einsichtnahme schützen lassen.

Entscheidet sich ein Patient dafür, dass die von ihm eingenommenen Arzneimittel dokumentiert werden, sollen Ärzte und Apotheker künftig sofort erkennen können, welche Arzneimittel bereits verordnet wurden. Die Dokumentation von Arzneimitteln dient dazu, Doppelverordnungen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu vermeiden. Soweit Patienten das möchten, können diese Daten auch im Notfall vom zugriffsberechtigten medizinischen Personal im Krankenhaus oder Rettungsdienst gelesen werden. Der behandelnde Arzt kann dann – so das Kalkül – schneller und zielgerichteter handeln.

Die elektronische Patientenakte ist die komplexeste Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte.

Fernziel elektronische Patientenakte

Die Patientenakte soll zur Optimierung der medizinischen Behandlungsqualität beitragen, Doppeluntersuchungen reduzieren und durch eine verbesserte Informationsgrundlage die Verkürzung der Behandlungsdauer unterstützen. Die Einrichtung der elektronischen Patientenakte soll im Rahmen der Einführung der Gesundheitskarte und dem Aufbau einer dazu notwendigen Telematikinfrastruktur schrittweise erfolgen. Die Notfalldaten der Gesundheitskarte sowie die Daten zur Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit sind Basiselemente einer elektronischen Patientenakte, die qualitativ und quantitativ weiterentwickelt werden. Fragen zum Datenschutz der Patientenakte werden jedoch sehr kontrovers diskutiert.

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