Strukturen modernisieren[Gesponsert]

„Die eGovernment-Ziele sind nur mit neuer Denkweise erreichbar“

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Die Ziele der Politik sind ehrgeizig: Ein Bürgerportal soll digitale ­Verwaltungsleistungen bund- und länderübergreifend anbieten, ­Bundesbehörden sollen bis 2020 ihre Akten digital führen, Register- und Meldevorgänge elektronisch abwickelbar werden. Dieses ­Programm wird nur umzusetzen sein, wenn man dem Beispiel der Privatwirtschaft folgt – und die notwendigen Voraussetzungen schafft. Dr. Carsten Jürgens, Vertriebsleiter für Bundesbehörden beim IT-Dienstleister Computacenter, skizziert, wie der Weg zu einer zeitgemäßen und zukunftssicheren IT-Infrastruktur aussehen kann.

Herr Dr. Jürgens, Branchenverbände wie Eco und Bitkom plädieren dafür, dass die neue Bundesregierung einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung der Verwaltung legt – und fordern, dass Verwaltungsleistungen komplett digital angeboten werden sollen, etwa über Cloud Computing. Wie realistisch ist das?

Jürgens: Es wird nicht anders gehen. Es geht da gar nicht darum, ob ein Ziel 2020 oder 2025 erreicht werden kann. Aber ohne Cloud Computing kann und wird es nicht funktionieren. Nur so können Vorgänge schnell und effizient digitalisiert und Bürgern sowie Unternehmen in der erforderlichen Form zur Verfügung gestellt werden. Die Cloud ist dabei keine Bedrohung oder Hürde – sie ist die Lösung.

Wie meinen Sie das?

Jürgens: Sie ebnet den Weg vom Status quo zu den vorgegebenen Zielen. Ein Umbau der Bestandsstrukturen wäre sehr zeit- und ­kostenaufwändig und würde die Ressourcen besonders belasten. Eine flexible IT-Infrastruktur mit Cloud-Anwendungen entlastet und stellt einen effizienten, ressourcenschonenden Weg dar.

Viele Behörden sind hier aber nach wie vor sehr zurückhaltend.

Jürgens: Viele Bedenken und Sicherheitsaspekte haben wir bereits vor einigen Jahren im privatwirtschaftlichen Sektor diskutiert. Da hieß es auch, virtuelle Datenlagerung käme nicht in Frage, Speicherung an anderen Orten sei völlig inakzeptabel. Heute ist die Cloud im Unternehmensumfeld längst etabliert, unter anderem durch die Rechenzentren der großen Public-Cloud-Anbieter in Deutschland.

Einige pochen darauf, dass schon die gesetzlichen Vorgaben das nicht zuließen. Daten etwa müsse die zuständige Stelle bei sich vorhalten.

Jürgens: Es gibt Wege, dennoch auf flexible Strukturen zu wechseln. Wir betreuen Kunden sowohl aus der Privatwirtschaft als auch auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Gerade im behördlichen Umfeld spielt IT-Sicherheit eine zentrale Rolle, da oftmals mit hochsensiblen, personenbezogenen Daten gearbeitet wird. Diese ist in der Cloud sogar höher als bei klassischen Legacy-IT-Systemen. Zudem wäre es an der Zeit, eine offene Diskussion über bestehende Regulierungen zu führen, und – zumindest aus IT-Sicht – diese dann entsprechend den veränderten Umständen zu überarbeiten.

Was meinen Sie damit?

Jürgens: Wenn sie digitale Verwaltungsleistungen anbieten wollen, sind für die Effizienz standortunabhängige Services hoch relevant. Der IT-Planungsrat könnte dafür sorgen, dass nicht in jedem Bundesland und in jeder Kommune eine eigene Software für den gleichen Anwendungsfall entwickelt wird. In puncto Effizienz sollte aber noch ein anderer Aspekt berücksichtigt werden. Denn Skaleneffekte und damit eine höhere Effizienz entstehen auch dann bereits, wenn Fachanwendungen für mehrere Behörden gleichzeitig betrieben werden. Werden die Server beispielsweise bereits in einem statt in 500 Rechenzentren betrieben, spart das schon einiges, auch wenn man hier noch nicht von Cloud Computing sprechen kann.

Dr. Carsten Jürgens, Vertriebsleiter für Bundesbehörden beim IT-Dienstleister Computacenter
Dr. Carsten Jürgens, Vertriebsleiter für Bundesbehörden beim IT-Dienstleister Computacenter (© Bernd Arnold)

Was raten Sie Behörden?

Jürgens: Seien Sie offen für neue Denkweisen. Und schauen Sie sich an, was Sie von der Privatwirtschaft, aber auch von ähnlichen IT-Projekten bei anderen Behörden lernen können. Deren Lösungen lassen sich oftmals übertragen.

Können Sie Beispiele nennen?

Jürgens: Nehmen wir das Thema Betrieb digitaler Anwendungen. Die meisten Applikationen wurden speziell für eine Fachanwendung geschrieben und laufen auf getrennter Hard- und Software. Aus betrieblicher Sicht können Änderungen an der Fachanwendung nur sehr aufwändig implementiert werden. Dies lässt sich dadurch ­lösen, dass direkt cloudbasierte Anwendungen entwickelt werden und die Anwendungsentwicklung in enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsteam erfolgt.

Was bedeutet das für den Aufwand durch Cloud-Anwendungen?

Jürgens: Der wird letztendlich ­geringer, denn die Cloud macht Unternehmen wie auch Behörden effizienter und hilft ihnen dabei, eigene Ressourcen zu schonen, indem Mehrarbeit verhindert und Standardprozesse sowie manuelle Vorgänge automatisiert werden.

Gibt es Blaupausen, die sich ­direkt übertragen lassen?

Jürgens: Unsere Kunden profitieren bei allen Cloud-Projekten von unserer umfangreichen Expertise, unabhängig davon, ob es um Private Cloud, Multi-Cloud oder hybride IT-Umgebungen geht. Denn aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen mit Großunternehmen und der Öffentlichen Hand kennen wir die Fülle der Bestands­systeme. Mit hohem Sicherheitsbewusstsein haben wir bereits Cloud-Lösungen umgesetzt, bei denen wir von den gleichen Bestandssystemen ausgegangen sind.

Wie breit ist dieser Erfahrungsschatz?

Jürgens: Computacenter hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Cloud-Projekte bei Großunternehmen aus unterschiedlichen Branchen erfolgreich umgesetzt. Zudem haben wir ebenfalls schon sehr lange eine spezielle Public-Unit, die die besonderen Anforderungen der Behörden kennt. Mit diesen Experten unterstützen wir den Bund derzeit beim Aufbau einer Bundescloud. Weitere Projekte sind beispielsweise SecurePIM, eine Lösung für sicheres mobile Arbeiten und die E-Akte für die Verwaltung in Niedersachsen. Mit AVUAsyl unterstützen wir die Behörden bei dem Verfahren zur Steuerung der Aufnahme, Verteilung und Unterbringung von Geflüchteten in Nordrhein-Westfalen. Und dank einer Vielzahl von Rahmenverträgen mit dem Beschaffungsamt des BMI oder auf Landesebene gelingt auch die ­Beschaffung des IT-Bedarfs ganz unkompliziert.

Welche Hürden sind bei der Umstellung auf Cloud-Umgebungen zu überwinden?

Jürgens: Bislang nutzt die Öffentliche Verwaltung kaum Public-Cloud-Dienste, sondern setzt meist auf Private-Cloud-, manchmal auch auf Multi-Cloud-Umgebungen. Künftig werden jedoch Behörden gezwungen sein, auch Public-Cloud-Dienste zu nutzen. Denn aus Zeit- und Kostengründen können nicht mehr alle benötigten Dienste aus der eigenen Private Cloud angeboten werden. Die großen ­Hyperscaler bringen ihre neuen Services in derart schneller Abfolge auf den Markt, dass eine Behörde nicht mithalten kann. Zudem gibt es schon heute Software-Hersteller, die ihre Produkte nicht mehr „on premise“ zur Verfügung stellen, sondern nur über eine ­Public Cloud und nach Verbrauch abrechnen. Solche Software-Lösungen lassen sich nur über Public-Cloud-Angebote nutzen.

Wie können Öffentliche Einrichtungen dabei konkret vorgehen?

Jürgens: Im ersten Schritt ermitteln wir in einer detaillierten Bedarfsanalyse die Anforderungen und technischen Voraussetzungen. Diese Analyse ermöglicht es, die Art der Dienste als auch deren Umfang und Nutzungsdauer zu bestimmen und dient als Grundlage für die Identifizierung eines passenden und vertrauenswürdigen Anbieters. Dabei müssen nicht nur die unterschiedlichen Kosten externer Public-Cloud-Anbieter gegen den Nutzen abgewogen werden: Behörden müssen zudem darauf achten, dass nicht nur Applikationen (SaaS) und Kapazitäten (IaaS) bei der Auswahl berücksichtigt werden, sondern auch zusätzliche Services wie Backup, Recovery oder Monitoring.

Der Weg in die Cloud ist aber auch organisatorisch eine ­Herausforderung: beispielweise gehört die bisherige Aufteilung in Referate in einem cloudbasierten Modell der Vergangenheit an. Moderne IT-Systeme sind bereits auf Hardware-Ebene eine komplizierte und exakt aufeinander abgestimmte Kombination aus Server-, Speicher- und Netzwerkkomponenten. Auf dieser Hardware setzen virtualisierte Betriebssysteme auf, die den darauf laufenden Anwendungen bestimmte Services anbieten. Die Administratoren von Cloud-Umgebungen arbeiten mit Servicekatalogen und kümmern sich um die flexible und schnelle Provisionierung der Services. Hier gilt es also, umzudenken und über Jahrzehnte gewachsene Organisationsstrukturen zu modernisieren.

Wie lautet Ihre Prognose: Werden Öffentliche Einrichtungen den digitalen Wandel erfolgreich bewältigen?

Jürgens: Ja, davon bin ich überzeugt! Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass wir in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern manchmal etwas länger brauchen. Aus den Gesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass die Digitalisierung mit großem Nachdruck vorangetrieben wird. Und auf diesem Weg in die hybride IT von morgen werden wir sie auch weiterhin aktiv als Partner unterstützen.

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