Grußwort von Staatssekretär Klaus Vitt

Die Digitalisierung der Verwaltungen forcieren

| Redakteur: Manfred Klein

Flüchtlingsausweis Blaupause für eGovernment

Ich habe die Hoffnung, dass wir die Lösungen, die wir hier erarbeiten, als Blaupause für andere Bereiche der Öffentlichen Verwaltung nutzen können. Die durch den großen Handlungsdruck intensivierte Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Rahmen der Digitalisierung des Asylverfahrens zeigt deutlich, welche erheblichen Effizienz- und Nutzenpotenziale eine stärker aufeinander abgestimmte IT-Landschaft in Bund und Ländern hat. Auf gemeinsamen Standards und einheitlichen Schnittstellen beruhende Systeme, gegebenenfalls ergänzt um zentrale Komponenten zum Beispiel zur Datenhaltung, bieten erhebliche Möglichkeiten. Das aus der Flüchtlingskrise entstandene Momentum sollte nach meiner Überzeugung dazu genutzt werden, um auf ­Basis der bestehenden Strukturen der Bund-Länder-Zusammenarbeit künftig weitere Projekte ebenso zielorientiert umzusetzen.

Bei der IT-Konsolidierung des Bundes haben wir uns einiges vorgenommen. Die IT-Landschaft der Bundesverwaltung ist stark zersplittert. In knapp 200 Einrichtungen der unmittelbaren Bundesverwaltung ist die IT auf über 1.300 Rechenzentren und Standorte verteilt. Hinzu kommt die stetig steigende Komplexität der IT, die uns immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Hinzu kommen die technologischen Entwicklungen wie zum Beispiel Cloudtechnologien oder Big Data. Auch die Anforderungen an die IT-Sicherheit werden weiter steigen. Kleine und mittlere Rechenzentren werden qualitativ und quantitativ nicht mehr in der Lage sein, die Anforderungen abzudecken. Nicht zuletzt ist es erforderlich, die IT-Fachkräfte in einem großen und vor allem attraktiven IT-Dienstleister zusammenzuführen und so auch die nötige Spezialisierung zu ermöglichen. Zum 1. Juli 2015 haben wir hierfür ein vom BMI geleitetes Projekt „IT-Konsolidierung Bund“ aufgesetzt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Netzinfrastruktur der bundesdeutschen Verwaltung. Wenn wir uns auf dem Weg machen, die IT-Landschaft der Bundesregierung zukunftsfest aufzustellen, können wir nicht bei gemeinsamen Rechenzentren halt machen. Vielmehr gilt es, auch die Verbindungsnetze zwischen den Behörden und Einrichtungen des Bundes sowie der Bundesländer für die Zukunft fit zu machen. Ziel ist es daher, die Regierungsnetze durch „Netze des Bundes“ auf ein gemeinsames, leistungsfähiges und hohes Sicherheitsniveau in der Bundesverwaltung zu heben. In der Phase der Umsetzung streben wir in einem ersten Schritt die Konsolidierung der ressortübergreifenden Regierungsnetze sowie des Bund-Länder-Netzes an und dann die sukzessive Konsolidierung der ressortinternen Netze. Im Endausbau werden circa 500.000 Regierungsmitarbeiter angebunden sein.

Schließlich sei nochmals das Thema IT-Sicherheit genannt. Mit der Verabschiedung des IT-Sicherheitsgesetzes im Juli und der europäischen NIS-Richtlinie im Dezember 2015 haben wir entscheidende Schritte nach vorn zur Stärkung der Cybersicherheit in Deutschland und Europa machen können. Derzeit arbeiten wir unter enger Einbindung der Wirtschaft an der Rechtsverordnung zur Identifizierung der versorgungsrelevanten Anlagen Kritischer Infrastrukturen. Diese soll bis Ende 2016 für alle vom IT-Sicher­heitsgesetz adressierten Sektoren in Kraft getreten sein.

Zu allen genannten Themenbereichen ist das Bundesinnenministerium mit Exponaten an seinem Stand oder am Gemeinschaftsstand des IT-Planungsrats im Public Sector Parc der CeBIT 2016 vertreten. Ich lade Sie herzlich ein, sich ein ausführliches eigenes Bild zu machen. Die Kolleginnen und Kollegen des Bundes und der Länder sowie unsere externen Aussteller stehen für Fragen und Diskussionen gerne zur Verfügung.

Ich wünsche allen Ausstellern und Besuchern erfolgreiche Messetage in Hannover.

Klaus Vitt, Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik und Staatssekretär im Bundesinnenministerium

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