Digitalisierung der Gesellschaft

Die digitale Chance – Weichen in der Verwaltung richtig stellen

| Autor / Redakteur: Stefan Pechardscheck, BearingPoint / Manfred Klein

(Foto: Ray - Fotolia.com)

Die Digitalisierung bringt neue Prozesse und Geschäftsmodelle hervor, die für Politik und Verwaltung Chancen eröffnen, aber auch Herausforderungen bergen. Entscheider der Verwaltung müssen sich nun mit neuen Verwaltungsmodellen und Sicherheitsanforderungen sowie erneut mit ihrer eigenen Organisation befassen.

Die Digitalisierung geht in die zweite Runde – die Verwaltung ebenfalls? Jedenfalls brachte die D­igitalisierung Prozesse in das Internet und sorgte für einen unverzichtbaren Effizienzgewinn. Im nunmehr zweiten globalen Digitalisierungs­zyklus – in dem wir uns bereits befinden – entstehen neue Potenziale auf Effizienz- wie auf Kostenseite. Doch ist die Verwaltung für die Nutzung der sich bietenden Möglichkeiten gewappnet?

Die Zukunft ist mobil

Die Verbreitung von Smartphones und Tablets macht entsprechende Angebote für Bürger und Verwaltung interessant. Laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2012 können in Deutschland rund 18,7 Millionen Menschen auf mobile Geräte zugreifen. eGovernment-Angebote müssen dies berücksichtigen: Eine vorbildliche Lösung ist der „Mobile Bürgerkoffer“ des IT-Zweckverbands „Kommunale Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm“ und ein Vorreiter das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, das mit „SimoBIT – sichere Anwendung der mobilen Informationstechnik (IT) zur Wertschöpfungssteigerung in Mittelstand und Verwaltung“ für zwölf ausgewählte Projekte die sichere, mobil vernetzte Multimedia-Anwendung fördert.

Big Data – ein großes Thema

Durch die Digitalisierung wächst die Datenflut exponentiell. Gleichzeitig wird die Digitalisierung aller Lebensbereiche durch neue Datenformate (wie Bewegtbild) und Kanäle (wie Social Media) extrem beschleunigt. Die intelligente Auswertung und Verknüpfung von Daten schafft einen Wissenspool, der Behördenangebote modern, effizient, transparent und für alle Beteiligten fair gestaltet.

In Cloud We Trust

In Verbindung mit diesen enormen Datenmengen gewinnt kaum ein Thema so stark an Bedeutung wie Cloud Computing. Services sind hier „nach Bedarf“ skalierbar und werden nach tatsächlicher Nutzung abgerechnet. Cloud Computing öffnet nicht nur den Weg zu neuen Verwaltungsmodellen, sondern bewerkstelligt auch die Kanalisierung der Datenflut: Zahlreiche IT-Dienstleister der Länder bieten hier bereits Lösungen an, weitere Bundesländer, wie Berlin oder Brandenburg, untersuchen die Potenziale im Rahmen eigener Projekte.

Behörden werden mit eGovernment besser erreichbar

Die Digitalisierung wird den öffentlichen Sektor grundlegend verändern. Gegenwärtig verursachen ineffiziente Verwaltungsprozesse in den EU-Ländern enorme Kosten. Der Einsatz digitaler Techniken sorgt für eine einfachere Kommunikation und Transaktion innerhalb und zwischen behördlichen Institutionen sowie Unternehmen und Bürgern. Deutschland hat bereits innovative Konzepte auf den Weg gebracht: Seit nunmehr zwei Jahren bietet der neue Personalausweis eine sichere Authentifizierung im Internet, De-Mail ist mit den ersten zertifizierten Providern gestartet und mit dem Prozessdatenbeschleuniger (P23R) kommunizieren Unternehmen und Verwaltungen künftig einfacher.

Fazit

In vielen Bereichen der Digitalisierung sind Erfahrungswerte, Standards und Orientierungs­hilfen noch nicht verfügbar. Die weiterhin notwendige Diskussion aller Bedenken bietet jedoch Chancen: Wenn die Digitalisierung die Verwaltungsmodernisierung unterstützen soll, müssen Kernelemente wie etwa die Datenspeicherung grundlegend verändert werden. Entscheider müssen p­rüfen, welche Konzepte und Tools die eigene Behörde voranbringen können und entsprechende Prioritäten setzen.

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