Das zukünftige Ökosystem im Bereich „Mobile Gesundheit“

Die „Connected Elite“

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Der innere Kreis des neuen mHealth App-Ökosystems
Der innere Kreis des neuen mHealth App-Ökosystems (Bild: research2guidance)

Wie wird das zukünftige Ökosystem im Bereich „Mobile Gesundheit“ aussehen? Glaubt man der Studie „Health App Developer Economics 2014“, die kürzlich von research2guidance veröffentlicht wurde, werden sich drei Gruppen von mHealth App-Marktteilnehmern herausbilden: App-Publisher, Sensoranbieter und technische Dienstleister.

Laut research2guidance bilden drei Gruppen von mHealth App-Marktteilnehmer den inneren Kreis des neuen Ökosystems für mobile Gesundheitsanwendungen. Die maßgeb lichen Kerndaten sind Patientendaten wie tägliche Schritte, Kalorienverbrauch und Blutzuckerwerte – und genau das dürften die Dreh- und Angelpunkte sein, um die sich der zukünftige mHealth App-Markt drehen dürfte. Traditionelle Gesundheitsunternehmen sind dabei gezwungen, ihre Rolle in diesem Ökosystem zu finden, um nicht an den Rand gedrängt zu werden.

Eine wachsende Zahl an mHealth-Publishern nutzt die Daten Dritter, um ihre Apps mit Zusatzdiensten anzureichern. Mit Hilfe von API-Daten können App-Publisher sich noch besser auf die Kernfunktionen und Mehrwerte ihrer App konzentrieren (beispielsweise Gewichtsabnahme mit Hilfe von Diätplänen und hochwertigen Tools zur visuellen Lebensmittelerkennung) und sich so einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern verschaffen. Je mehr App-Entwickler ihre App mit solch hochwertigen Daten anreichern, desto höher wird der Wettbewerb unter den App-Publishern werden und desto höher wird das Niveau der Gesundheits-Apps für alle Nutzer sein.

APIs für den Im- und Export von Gesundheitsdaten

Ein Anteil von 71 Prozent aller App-Publisher im Gesundheitsbereich nutzt (oder plant die Nutzung) von APIs für den Import oder Export von Gesundheitsdaten. Dies ist eines der Ergebnisse der Studie mHealth App Developer Economics 2014 von research2guidance, die kürzlich veröffentlich wurde.

Sensor-Anbieter wie Wahoo, Zephyr oder sowie verschiedene Unternehmen, die eine bessere Vernetzung zwischen allen Parteien ermöglichen („Enabling“-Unternehmen), unterstützen App-Publisher deren Kernangebot auf offenen APIs basiert.

Die neue Schicht der „Enabler“-Unternehmen ermöglicht eine wesentlich leichtere und bessere Verbindung von App zu App, von App zu Sensoren und von App zu Datenbanken.

Grundsätzlich lassen sich diese „Enabler“-Unternehmen in drei Segmente einteilen:

  • API-Aggregatoren als zentrale Anlaufstelle („One-Stop-Verbindung“) für Gesundheitsdaten-APIs
  • App-Aggregatoren als Sammelstelle für Gesundheitsdaten an einem zentralen Ort
  • „API Dienstleister“-Unternehmen als Anbieter von technischer Infrastruktur, welche die Verbindung von Apps, Sensoren und medizinischen Datenbanken verbessern.

Die drei genannten Arten von App-Publishern, Sensor-Anbietern und Enabler-Unternehmen die alle mit „offenen“ Schnittstellen arbeiten, bilden die drei Säulen der zukünftigen „Connected Elite“ des mobilen Gesundheits-Ökosystems.

Diese Entwicklung des Ökosystems soll durch den Zugang zu Vital-Patientendaten via APIs laut der Studie intensiviert werden. Die Mehrheit der heute erfassten Vital-Daten sind Fitness- und Ernährungs-Daten wie beispielsweise gezählte Schritte, verbrauchte Kalorien usw. Mit der wachsenden Anzahl an App-Nutzern, die regelmäßig über Apps Blutzucker oder Blutdruck messen oder ihre Apps für medizinische Untersuchungen nutzen, soll es dann eine Explosion an aggregierten und geteilten Gesundheitsdaten geben.

Gibt es eine distruptive Marktveränderung?

Diese disruptive Marktveränderung soll durch den steigenden Marktdruck wie etwa Gesundheitskosten oder Nachfrage der Nutzer noch beschleunigt werden. Das Unternehmen, das als erstes auf intelligente Art und Weise die zur Verfügung stehenden aggregierten Daten nutzt, könnte das neue Facebook der Gesundheitsbranche werden. Diese disruptive Marktveränderung wird vermutlich eher früher als später stattfinden.

Alle Akteure auf dem Gesundheitsmarkt sollten den Einfluss dieses neu entstehenden mHealth-Ökosystems verstehen: Sowohl im Allgemeinen als auch im Hinblick auf das eigenes Geschäftsmodell. Für traditionelle Marktteilnehmer bedeutet das, dass sie ihre Position überdenken müssen, wenn sie noch eine Rolle in dem neu entstehenden Ökosystem spielen möchten.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42731714 / Infrastruktur/Kommunikation)