Wie nutzen Kommunen Social Media?

Die Berührungsängste schwinden

| Redakteur: Manfred Klein

Soziale Netzwerke setzen sich auch in den Verwaltungen immer mehr durch
Soziale Netzwerke setzen sich auch in den Verwaltungen immer mehr durch (Foto: Sergey Nivens - Fotolia.com)

Datenschützer wird es nicht freuen: Soziale Netzwerke verbreiten sich auch in den Öffentlichen Verwaltungen immer mehr. So zeigt eine Studie von Cassini, Ifib und der KGSt, dass inzwischen bereits über 50 Prozent der Kommunen diese Medien zur Kommunikation mit Bürgern und Unternehmen nutzen.

Im Einzelnen kommt die Gemeinschaftsstudie von Cassini, dem Institut für Informationsmanagement in Bremen (ifib) und der KGSt zu folgenden Ergebnissen: 54 Prozent der befragten Kommunen setzen Social-Media-Instrumente für interne und/oder externe Zwecke ein. 46 Prozent gaben an, solche Instrumente nicht zu nutzen. Als Gründe für die Nichtnutzung wurden im Wesentlichen genannt: fehlende Kontrolle über Fremdbeiträge, ungeklärte Rechts- und Sicherheitsfragen sowie fehlender Nutzen.

Die Untersuchung unterscheidet zwischen der Nutzung von Social-Media-Instrumenten innerhalb einer Verwaltung und in der Außenkommunikation. Intern dominieren soziale Netzwerke und Partizipationsinstrumente zur Beschäftigtenbeteiligung. Allerdings sahen 56 Prozent der Kommunen ihre internen Ziele als gar nicht oder nur teilweise erreicht an.

Bürgerkontakt klar im Fokus

In der Außenkommunikation liegen Content Communities wie Flickr oder Youtube (48 Prozent), Partizipationsinstrumente (38 Prozent) und soziale Netzwerke wie Facebook oder Google+ (27 Prozent) vorn. Auffällig: Die Zielerreichung wird für die externe Kommunikation wesentlich positiver beurteilt als beim internen Einsatz.

Die externe Ausrichtung der Social-Media-Nutzung wurde auch in den Antworten auf die Frage, welche Stelle denn die treibende Kraft sei, deutlich: Mit 66 Prozent nimmt die Pressestelle hier den ersten Platz ein, danach folgen mit 40 Prozent schon die Hauptverwaltungsbeamten. Ähnlich sieht es bei den Zuständigkeiten aus: Bei 75 Prozent der befragten Kommunen koordiniert die Pressestelle die Aktivitäten, in 25 Prozent erledigt dies das Büro des Hauptverwaltungsbeamten, und bei weiteren 22 Prozent sorgt dafür der zentrale Service.

Diese Fokussierung auf die Außenkommunikation geht jedoch nicht mit einem professionellen Umgang mit den Sozialen Medien einher. „Die Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Nutzung von Social Media in den Kommunen bislang eher nebenbei erfolgt: Über eine schriftlich dokumentierte Social-Media-Strategie verfügen nur 20 Prozent der Kommunen, in 27 Prozent ist eine solche immerhin in Planung“, so die Autoren der Studie.

Zudem sind die weiteren Planungen zum Einsatz Social-Media-Netzwerken von Zurückhaltung geprägt. So wollen nur wenige Kommunen sich an Werkzeuge versuchen, die sie bislang noch nicht im Einsatz haben. Ein wenig anders sieht es beim Ausbau bereits bestehender Aktivitäten aus: „42 Prozent wollen ihre Außenkommunikation auf sozialen Netzwerken wie Facebook und 23 Prozent den Einsatz von Partizipationsinstrumenten intensivieren“, so die Verfasser.

Das vorläufige Fazit der Autoren: „Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Social Media in vielen Kommunen angekommen ist. Die Anwendung von Social Media zum Nutzen der kommunalen Kommunikation und Zusammenarbeit wird aber in den nächsten Jahren noch weiter optimiert werden müssen. Dabei gilt es, dann auch Anwendungen in den Fokus zu nehmen, die über Facebook hinausgehen und entsprechend der kommunalen Zielsetzungen ausgewählt werden.“

Neben den schon angesprochenen juristischen Unsicherheiten und der „Strategielücke“ haben die Verfasser eine Reihe weiterer Problemfelder ausgemacht.

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