Stand und Entwicklungsperspektiven des IT-Controllings

Die Behörden wollen jetzt mehr Kostentransparenz

09.12.2008 | Autor / Redakteur: Claudia Deimer, Prof. Dr. Walter Gora / Manfred Klein

Keine Standardkennzahlen

In der Anzahl der genutzten Module und im Nutzungsgrad unterscheiden sich die Unternehmen. Aber als kaufmännisches Trägersystem setzen alle SAP R/3 in. Für Teilaspekte des IT-Controllings wurden teilweise Excel-Lösungen aufgeführt. Ein Drittel der Unternehmen verwies dabei auch auf SAP Business Warehouse als Auswertungsinstrument, das aktiv genutzt wird.

Aussagen über schlechte Erfahrungen wurden nur selten getroffen. Die Umsetzung der internen Leistungsverrechnung wurde einige Male als schwierig erwähnt. In einem Fall wurde auf die Einführung wegen des damit verbundenen Aufwandes verzichtet.

Bei den genutzten IT-Kennzahlen lassen sich keine Standard-Kennzahlen identifizieren. Jedes Unternehmen hat sich seine eigenen Kennzahlen erarbeitet und nutzt diese mit unterschiedlichen Zielstellungen. Teilweise handelt es sich um rein technische Kennzahlen wie Systemverfügbarkeiten oder Reaktionszeiten. Diese werden manchmal mit Unternehmenskennzahlen verbunden (Clients pro Mitarbeiter, IT-Durchdringungsgrad). Aber auch finanzielle Kennzahlen kommen zum Einsatz, wobei das Verhältnis von IT-Kosten zu Unternehmens-Umsatz am häufigsten genannt wurde.

Keine der von den Unternehmen genutzten IT-Kennzahlen wurde allerdings mehr als dreimal genannt. Somit lassen sich daraus keine allgemeinen Aussagen ableiten. Das Haupthindernis bei der Einführung des IT-Controllings waren die zu geringen verfügbaren Ressourcen. Als weitere gewichtige Hindernisse wurden unklare oder fehlende Zielvorgaben und aufwendige Abstimmungsprozesse angeführt. Von den Unternehmen, die mit der Umsetzung des IT-Controllings begonnen haben, haben fast alle einen großen Teil bereits realisiert, einige sehen sich schon am Ziel.

Die Ziele, die sich die einzelnen Unternehmen für die Umsetzung des IT-Controllings gesetzt hatten, wurden bei der Befragung allerdings nicht normiert, sodass der Zielerrei-chungsgrad subjektive Einschätzungen beinhaltet.

Bewertung der Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass für die Mehrheit der befragten Unternehmen IT-Controlling seit vielen Jahren ein Thema ist und dass diese vor mehreren Jahren mit dem Aufbau eines IT-Controllings begonnen haben. Damit bestätigt sich in der Gruppe der befragten Unternehmen die These, dass IT-Controlling zunehmend auch in öffentlich-rechtlichen Unternehmen, Behörden und Verwaltungen Einzug hält und Bestandteil der Unternehmenskultur wird.

Bei den Unternehmen, die noch kein IT-Controlling eingeführt haben, handelt es sich überwiegend um Unternehmen mit einer kleinen IT-Abteilung von weniger als zehn Mitarbeitern. Hier ist zu vermuten, dass entweder die für den Aufbau eines IT-Controllings notwendigen Ressourcen nicht zur Verfügung stehen oder der Bedarf für die Einführung eines IT-Controllings im Gesamtunternehmen nicht besteht, weil die notwendigen Informationen und Entscheidungen ohne eine entsprechende Systematik generiert werden. Diese Vermutung lässt sich mit den vorliegenden Daten nicht untermauern, deshalb wird sie in Form von Feststellungen formuliert, die einer näheren Untersuchung und Untersetzung bedarf.

Bei den Unternehmen, die mit dem Aufbau eines IT-Controllings begonnen haben, bestand der Hauptgrund in der Erhöhung der Transparenz. Konsequenterweise wurde deshalb zunächst das operative Controlling und dort speziell das Betriebscontrolling eingeführt, auch wenn die Zielsetzung zum strategischen Controlling verfolgt wurde. Nach ihrer eigenen Einschätzung haben diese Unternehmen inzwischen mehr als die Hälfte des geplanten IT-Controlling-Konzeptes umgesetzt. Die Verfahren des Betriebscontrollings sind etabliert und der Fokus verlagert sich nun zunehmend zu den Fragestellungen des strategischen Controllings. Dabei werden aber keine einheitlichen Ansätze verfolgt, was man zum Beispiel an den vollkommen unterschiedlich strukturierten Kennzahlensystemen ablesen kann. Ein Grund dafür könnte die in folgender Hypothese formulierte Vermutung sein, die im Rahmen dieser Masterabeit aber nicht näher untersucht wurde: Die Instrumente des operativen IT-Controllings (Betriebscontrolling, Projektcontrolling) sind länger etabliert und mehr standardisiert als die Instrumente des strategischen IT-Controllings (Portfoliomanagement, Kennzahlen).

 

Methodik der Studie

 

befragte Organisationen

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2017317 / Projekte & Initiativen)